Gastro-Szene in Öhringen: Neue Pächter für drei Objekte gesucht
Die Gastronomie-Szene in Öhringen bleibt in Bewegung: Neben dem Schlosscafé stehen zwei weitere städtische Objekte zur Neuverpachtung. OB Thilo Michler spricht von "Traumobjekten".

Nachdem die Betreiber vom Schlosscafé Louise Insolvenz angemeldet hatten, war eigentlich bereits ein neuer Betreiber gefunden gewesen. Der Gemeinderat hatte nach dem Aus der Familie Stegmann Gisela Stegmaier, Inhaberin des Cafés am Markt in Öhringen, den Zuschlag erteilt, das Café im Schloss zusätzlich zu ihrem aktuellen Standort zu übernehmen.
Doch nun hat Gisela Stegmaier, die schon 2022 für die Nachfolge der Familie Kretschmer ihr Interesse an dem Objekt bekundet hatte, sich dagegen entschieden: "Das machen wir nicht. Die Räumlichkeiten sind einfach zu groß und wir bräuchten zu viel Personal", gibt sie unter anderem als Begründung für den Rückzug an. Das würde sich einfach nicht lohnen und es sei besser, sich auf das Café am Markt zu konzentrieren.
Schlosscafé: Rückzieher kam für Stadt Öhringen überraschend
Zehn bis 14 Personen im Service brauche man, um das Café zu betreiben, hatten Ulf und Sabine Kretschmer begründet, warum sie sich neu orientieren und nun Gebäck und Schokolade in der Marktstraße verkaufen.

Dass nun Gisela Stegmaier einen Rückzug macht, das kam für die Stadt, die das Objekt verpachtet, durchaus überraschend. Denn Gisela Stegmaier hatte sich bereits auf die direkte Nachfolge von Ulf Kretschmer beworben. Der Gemeinderat gab damals den Zuschlag Nicole und Martin Stegmann, die den Gemeinderat mit ihrem Konzept überzeugten, die Räume tagsüber als Café und am Abend als Bar zu betreiben. Doch schon ein Jahr später meldete Nicole Stegmann Insolvenz an. Anfangs überlegte ihr Mann Martin noch, zu übernehmen. Doch dann nahm er Abstand davon.
Serkan Güzelcoban verabschiedet sich vom Kleinod und dem Hoftheater
Nicht nur das Schlosscafé braucht neue Betreiber: Serkan Güzelcoban hat in den sozialen Medien verkündet, zum Jahresende als Betreiber vom Kleinod und dem Hoftheater aufzuhören.

Damit stehen auch diese städtischen Objekte zur Neuverpachtung. Der Gemeinderat hat sich am Dienstag nicht-öffentlich dafür ausgesprochen, die drei "Traumobjekte", wie OB Thilo Michler sie nennt, im Juli auszuschreiben. "Es können sich Interessenten für alle drei Objekte, aber auch nur für ein oder zwei bewerben", konkretisiert Stadtsprecherin Monika Pfau. Neben ihrem Konzept sollen Interessenten eine Pachtvorstellung angeben. Denn darauf verzichtet die Stadt explizit: Man wolle keine Pacht vorgeben, um auch innovative Konzepte zu ermöglichen.
Stadt Öhringen investierte kräftig
Zur Landesgartenschau hat die Stadt Öhringen Orangerie und Hoftheater für 4,5 Millionen Euro saniert. 2,4 Millionen Euro gab es als Zuschuss. In das Schlosscafé investierte die Stadt 1,8 Millionen Euro und bekam 0,9 Millionen Euro Zuschuss. Kosten für die Übernahme des Inventars fielen nach der Insolvenz beim Schloßcafé 115. 000 Euro an, bei der Orangerie und dem Hoftheater waren es 2019 für Inventar 25.000 Euro.
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