Energienotstand: Hohenlohekreis spricht mit Kommunen
Der Hohenlohekreis bereitet sich auf einen drohenden Energienotstand vor und steht im Gespräch mit den 16 Städten und Gemeinden. Verschiedene Szenarien und Prioritäten für Herbst und Winter werden erörtert. Das Landratsamt sucht auch den Kontakt zu Netzbetreibern.
"Die Sache ist enorm vielschichtig", sagte Landrat Matthias Neth in der jüngsten Kreistagssitzung. "Welche Verwaltungsleistungen könnten oder müssten noch erbracht werden? Welche Gebäude sollten weiter geheizt werden?" Solche und viele weitere Fragen würden erörtert. Kreisbrandmeister Torsten Rönisch gehe auf alle Kommunen zu. Gleichzeitig habe man alle "kreiseigenen Schulen und Einrichtungen" im Blick.
Gaskrisengipfel mit Ministerpräsident am 25. Juli
Abgefragt würden auch alle örtlichen Industrie- und Gewerbestrukturen, so Neth. "Die Landesregierung hat uns aufgetragen, dass wir gewappnet sein müssen." Ministerpräsident Winfried Kretschmann warnt vor dramatischen Folgen in der kalten Jahreszeit. Am 25. Juli, ruft er Kommunen, Wirtschaftsunternehmen und Energieversorger zu einem Gaskrisengipfel, um Vorkehrungen für die drohende Energiekrise zu treffen. Kretschmann erwartet konkrete Vorschläge, wie Energie eingespart werden kann.
Austausch mit Netzbetreibern wird gesucht
Neth kündigte an, der Hohenlohekreis werde nächste Woche auch den Austausch mit Netzbetreibern suchen. Außerdem würden alle Landräte mit dem EnBW-Vorstand in Kontakt treten. Wie berichtet, wird der Öhringer Gemeinderat am 26. Juli über mögliche Sparmaßnahmen diskutieren. Kupferzell hat dies bereits am Dienstag getan. Auch in den Gremien der anderen Kreiskommunen dürfte das Thema in den kommenden Wochen einen breiten Raum einnehmen.
Bester und schlimmster Fall
"Es wird sicher keine Planung für jede Ortschaft geben, aber es kommt darauf an, die Dinge insgesamt stärker zu bevorraten", erklärte Neth im Kreistag. Im besten Fall rechnet der Landrat damit, dass es "einzelne lokal begrenzte Strom-Blackouts geben könnte, die einzelne Teilorte oder Gebäude betreffen". Im schlimmsten Fall könnte es sein, dass nicht mehr genügend Gas zur Verfügung stehe, "so dass wir verschiedene Wärmestufen angehen müssten". Sprich: Dann wäre zu priorisieren, wie die Bevölkerung, beziehungsweise bestimmte Einrichtungen und Gebäude, mit Wärme versorgt würden.
Hauptgebäude des Landratsamts immer funktionsfähig
In den Gebäuden der Kreisverwaltung könnten die Temperaturen abgesenkt werden, so Neth: "Den Tank für das Hauptgebäude A, das mit Öl beheizt wird, füllen wir nochmal komplett auf. Es kann auch mit Notstrom betrieben werden." Damit wäre die Verwaltung in diesem Gebäude funktionsfähig, ansonsten könnten Mitarbeiter auch ins Homeoffice geschickt werden.
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