Dahoom-Markt in Hollenbach hat rund um die Uhr geöffnet
Bald steht in Hollenbach eine neue Form des Tante-Emma-Ladens, in dem alles digital läuft. Eröffnung soll noch vor Weihnachten sein.

Zu später Uhrzeit noch ein paar Chips für den Fernsehabend holen, oder am Sonntagvormittag noch ein paar Kartoffeln für die Klöße: Das geht bald recht einfach in Hollenbach. Noch vor Weihnachten soll dort der „Dahoom-Regionalmarkt“ eröffnen. Keine Verkäufer seien vor Ort, bezahlt wird bargeldlos, sagt André Haun, der den Markt betreiben wird. „Wir wollen auf dem Land wieder etwas bieten.“
Kundenkarte öffnet die Türen
Mit einer Karte können Kunden den Markt betreten. Die Karte kostet einmalig zehn Euro. Dort liegen die Waren in Regalen. An einer Kasse werden die Waren selbst gescannt und bezahlt. Haun bezeichnet ihn als eine Art Tante-Emma-Laden. „Das Prinzip ist nicht neu. Aber besonders ist, dass wir das eigene Gebäude mitbringen.“
Ein ähnlicher Markt eröffnete vor etwas mehr als einem Jahr in Untersteinbach. Der Tante-M-Laden läuft gut: „Wir haben eine sehr positive Bilanz“, sagt Christian Maresch, Geschäftsführer der Tante-M-Läden. Mit Dieben habe es fast keine Probleme gegeben. Am Sortiment habe sich wenig geändert, sagt er: Der Kaffeeautomat sei neu und der Obst- und Gemüselieferant habe das Angebot eingestellt: „Zwar wünschen sich die Leute das. Im Laden wird es aber nicht gekauft“, so Maresch.
Digitaler Markt im Fichtelgebirge als Vorbild
Haun hat sich für den neuen Hollenbacher Markt Inspiration bei einem ähnlichen Markt im Fichtelgebirge gesucht: Das Startup Aruda biete eine Komplettlösung für den Verkauf über digitale Lösungen – die Mitgliedskarte, die Soft- und Hardware und die Videoüberwachung kommen alle aus einer Hand. Bei dem Vorbild wurde eine alte Bankfiliale ausgebaut. Das Sortiment dort ist von Edeka.
So wird es auch im Hollenbacher Markt sein – und die Preisempfehlung des Unternehmens will Haun übernehmen: „Wir wollen auf keinen Fall teurer sein.“ Die Personalkosten halten sich dafür auch in Grenzen: Ein Mini-Jobber sei nötig, der die Waren einräumt und auf Haltbarkeit überprüft.
Zwei regionale Vermarkter seien schon fix: Eier und Putenfleisch kommen schon sicher von Hohenloher Landwirten. Auch Backwaren wird es geben, in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Verein Hollenbäckern. Der hat sich gegründet, nachdem der letzte Bäcker im Ort geschlossen hat. Bei dem Verein hat Haun den neuen Markt vorgestellt und er sei gut angekommen. Ein pensionierter Lehrer aus dem Verein habe sogar angeboten, für ältere Einwohner Schulungen anzubieten.
Viel Aufmerksamkeit auf der Muswiese
„Auf der Muswiese sind viele Landwirte auf mich zugekommen“, dort hat Haun den Markt vorgestellt – in dem Gebäude, das bald in Hollenbach stehen wird. 27 Interessenten habe er jetzt, ursprünglich war der Plan, die Produkte von zehn regionalen Landwirten anzubieten: „Jeder kocht da sein eigenes Süppchen, zum Beispiel mit Automaten. Wir wollen eine Plattform für Landwirte sein, um sich vermarkten zu können.“
Was bis zum Ablauf des Haltbarkeitsdatums nicht verkauft wird, nimmt Haun rechtzeitig von den Vermarktern ab – zum Einkaufspreis, „damit nichts weggeworfen werden muss.“ Er verarbeitet die Waren dann in seinem Catering-Service, den er in Krautheim betreibt, oder in der Gastronomie, die er in einem Wellness-Hotel in Langenburg führt.
Mawell-Gründer Wolfgang Maier liefert Module
Von dort kommt auch die Idee des Marktes in Modulbauweise. Der Unternehmer Wolfgang Maier hat nicht nur das Hotel gegründet. Mit einer anderen Firma produziert er die Holzmodule für unterschiedliche Zwecke. Das sei auch das Gute, wenn sich herausstellt, dass der Markt nicht läuft: „Dann nimmt er die Module wieder mit und macht einen Kindergarten draus“, so Haun.
E-Lade-Säule Dass der Markt durchgehend auch am Wochenende öffnet, ist einem Kniff zu verdanken: Es wird zwei Ladesäulen für E-Autos geben. Der Markt ist so auch eine Tankstelle. Damit kann der Laden durchgehend geöffnet haben. Wenn das Konzept funktioniert, will Haun weitere Märkte eröffnen.
Eröffnung noch unklar
Seit dem Sommer steht der feste Plan, den Markt in Hollenbach zu eröffnen. Der Mulfinger Gemeinderat habe einstimmig den Planungen zugestimmt. Noch stehen die vier Holzmodule des Marktes auf dem Muswiesengelände bei Rot am See. Von dort müssen sie bis Ende November umgesetzt werden – mit Kran und Lkw. Andre Haun hofft, dass der Markt noch vor Weihnachten eröffnet werden kann. Auf der Webseite kann die Mitgliedskarte für den Zugang gekauft werden.
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