Zusätzliche Container: Asyl-Sammelunterkunft in Kupferzell wird erweitert
Ein Anbau für die Container bei der Schloßstraße soll Platz für zusätzliche 70 geflüchtete Menschen bieten. Wie sich die Lage hinsichtlich der drei weiteren vorgesehenen Erstaufnahme-Unterkünften im Hohenlohekreis präsentiert.

Die vor rund anderthalb Jahren in Betrieb genommene Containeranlage an der Schloßstraße, eine der zentralen Sammelunterkünfte des Kreises für die Erstaufnahme asylsuchender Menschen, wird erweitert: Wie das Landratsamt mitteilt, soll dort ein "zweigeschossiger Aufbau" zusätzlich Platz für rund 70 Personen bieten.
Wie jüngst üblich geworden, gibt es auch hierzu eine Informationsveranstaltung für die Bürger: am Montag, 5. Februar, 18 Uhr, in der Carl-Julius-Weber-Halle. Aufgrund der Nutzungsbestimmungen des Gebäudes ist die Besucherzahl auf 300 Personen beschränkt.
"Der Landkreis ist in der glücklichen Situation, hier bei uns auf eine landeseigene Fläche und ein bereits erschlossenes Grundstück zurückgreifen zu können", sagt Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles auf Stimme-Anfrage. Kreissprecher Sascha Sprenger begründet die Entscheidung so: "Die Unterkunft ist gut an Nahverkehr und Lebensmittelversorgung angebunden, zudem ist eine engmaschige Betreuung durch die Büros von Wohnheimverwaltung und Flüchtlingssozialarbeit in der schon bestehenden Anlage unkompliziert möglich."
Kupferzeller Bürgermeister: Keine negativen Vorfälle an Flüchtlingsunterkunft
Nach Informationen unserer Redaktion sollen die zusätzlichen Container Mitte des Jahres bezugsfertig sein. Welche sozialen Gruppen geflüchteter Menschen dort untergebracht werden? "Es werden mehrheitlich sogenannte Alleinreisende sein", berichtet der Rathauschef. Laut Sascha Sprenger soll "auf jeden Fall pro Geschoss beziehungsweise – wenn möglich – pro Containeranlage keine gemischte Belegung erfolgen". Christoph Spieles kündigt an: "Diejenigen Familien, die momentan noch in der bestehenden Anlage wohnen, bleiben aber hier." Es wisse, so der Bürgermeister, dass manche Menschen Sorgen hätten – bislang habe es in und um die Containerlandschaft jedoch keinerlei berichtenswerte negative Vorfälle gegeben.
Flüchtlinge: Zuweisungszahlen in den Hohenlohekreis unerwartet niedrig
Auch andernorts im Kreis werden derzeit zusätzliche Quartiere bezugsfertig gemacht: etwa im Öhringer Gewerbegebiet "Sichert". Wann können hier die ersten Geflüchteten einziehen? "Im Dezember und Januar sind die Zuweisungszahlen in den Hohenlohekreis unerwartet niedrig, so dass eine Inbetriebnahme bislang nicht notwendig wurde", sagt Sascha Sprenger. "Wir rechnen mit einer Belegung noch im ersten, spätestens aber im zweiten Quartal." Der Einzug erster Personen in das Schwabbacher Asylheim sei "frühestens im zweiten Quartal, gegebenenfalls auch erst in der zweiten Jahreshälfte" vorgesehen.
Keine Neuigkeiten gibt es unterdessen bei jenem Haus, das der Kreis für die Flüchtlingsunterbringung in Neuenstein erwerben will: Die Verhandlungen laufen noch.
Kommen mehr oder weniger Geflüchtete in den Hohenlohekreis?
Die aktuelle Lage stellt sich wie folgt dar: Zum Ende des Monats Januar sind die räumlichen Kapazitäten des Landkreises zu 78 Prozent ausgelastet. Inklusive der Öhringer Unterkunft im "Sichert" stehen 907 Plätze zur Verfügung, wovon 706 belegt sind. "Unsere aktuelle Planung sieht einen Bedarf von rund 1100 Plätzen zum Jahresende vor", so der Kreissprecher. Es müsse zudem rechtzeitig Ersatz für Objekte gefunden werden, deren Verträge auslaufen oder die noch notbelegt sind - wie etwa die Öhringer Ochsenseehalle.
Sascha Sprenger kündigt ferner an: Sollten sich die aktuell geringeren Zuweisungszahlen über einen längeren Zeitraum fortsetzen, werde man die "Kapazitätsprognose" anpassen.
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