Neue Unterkünfte für Geflüchtete sind kurz vor der Fertigstellung
Die Wohncontainer in Kupferzell und die umgebaute Gewerbehalle in Bretzfeld sind bereit für die ersten Menschen. Die Container-Anlage in Niedernhall wird nur halb so groß wie geplant. Möglicherweise ziehen schon im Juli die ersten Menschen ein.

Es wird in der Zukunft ein Dauerthema sein - und ist auch aktuell bereits eine Herausforderung: Die Prognosen hinsichtlich globaler Migrations- und Fluchtbewegungen bedingen, dass die Kreisverwaltungen ihre entsprechenden Kapazitäten ausbauen müssen.
Obgleich in den vergangenen Wochen immer weniger Menschen, die vor Putins Krieg aus der Ukraine geflohen sind, in den Hohenlohekreis kamen - zuletzt waren es nur noch zwei bis drei Dutzend Personen pro Woche -, braucht es Weitsicht beim Bau von Flüchtlingsunterkünften: Einerseits muss genug Platz auch für noch unabsehbare Entwicklungen vorgehalten werden; andererseits gilt es, dauerhaft leerstehende Überkapazitäten zu vermeiden. Ein durchaus schwieriges Unterfangen also.
Letzte Arbeiten stehen an
Drei neue Unterkünfte lässt der Kreis derzeit bauen. Zwei davon stehen mittlerweile kurz vor der Fertigstellung, wie das Landratsamt auf HZ-Nachfrage mitteilt: Sowohl die Arbeiten an der Wohncontainer-Anlage an der Kupferzeller Schloßstraße - die rund 60 Menschen eine erste Heimat auf Zeit geben soll - als auch der Umbau der Halle im Schwabbacher Gewerbegebiet, die für 40 bis 56 Personen ausgelegt ist, sind auf der Zielgeraden: "In Bretzfeld und Kupferzell stehen noch kleinere Installationsarbeiten an, anschließend werden die Unterkünfte eingerichtet", sagt Landkreis-Sprecher Sascha Sprenger.
Und auch beim dritten Projekt - der Unterkunft auf dem sogenannten Kerl-Areal in Niedernhall - wird es nun konkret: Der örtliche Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend das entsprechende Baugesuch final abgesegnet, so dass dieser Tage bereits die Container aufgestellt wurden. "Anschließend kann auch hier mit den finalen Installationsarbeiten und der Einrichtung begonnen werden", berichtet Sprenger.
"Frühestens ab Juli" sollen die Unterkünfte dann in Betrieb genommen werden. Dies sei abhängig von der "Entwicklung des weiteren Zustroms". Und weil jener sich aktuell deutlich geringer präsentiert als noch vor einigen Wochen vorhergesagt, wird auch die Niedernhaller Unterkunft kleiner ausfallen: Statt für 120 Menschen ist sie nunmehr "zunächst" nur für 60 Personen ausgelegt. Am Bau einer größeren Einrichtung in Öhringen will der Kreis jedoch "langfristig" festhalten.
Prognosen sind kaum möglich
Angesichts der "sehr dynamischen Lage der Flüchtlingsbewegungen" könne derzeit aber noch gar nicht endgültig gesagt werden, wann genau tatsächlich die ersten Geflüchteten einziehen. Auch welche Nationalitäten dann darunter sein werden, sei aktuell noch nicht sicher: Die Container-Anlagen seien jedenfalls "aufgrund ihrer variablen Bauweise sowohl für Familien als auch für alleinreisende Flüchtlinge geeignet", so der Pressesprecher.
Ob die 83 Geflüchteten, die momentan im alten Künzelsauer Kliniktrakt beherbergt werden, vielleicht dorthin umziehen? "Zum derzeitigen Zeitpunkt ist ein Umzug nicht geplant, da sich die Personen dort gut eingelebt haben und auch die unmittelbare Nähe zum Willkommenspunkt im gleichen Gebäude ideale Voraussetzungen für eine gelungene Integrationsarbeit bietet."
Und vielfältige Bemühungen auf beiden Seiten in puncto Integration wird es auch weiterhin brauchen: Denn lediglich 22 der gegenwärtig rund 1100 offiziell im hiesigen Landkreis gemeldeten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind laut Auskunft Sprengers mittlerweile wieder in ihr vom Krieg geschundenes Heimatland zurückgekehrt.
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