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Künzelsau und die Kochertalbahn: Kampf um Zustimmung wird zum Balanceakt

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Künzelsau will die Kochertalbahn. Unbedingt. Dafür braucht es zum  einen Tempo, damit die Reaktivierung bestmöglich gefördert wird, zum anderen aber auch Tiefe, um die Bürger zu beteiligen und die beiden abtrünnigen Partner umzustimmen, meint unser Autor.


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Ein Verkehrsprojekt, drei Meinungen. Es bleibt spannend in Sachen Kochertalbahn. Und es geht schneller voran, als gedacht. Die Stadt Künzelsau will nichts dem Zufall überlassen und hat den Prozess generalstabsmäßig geplant und getaktet. Denn: Wer am schnellsten ist, hat die größte Chance auf die beste Förderung.

Diskussion um Kochertalbahn: Bürger können jetzt noch am meisten bewirken

Bürgermeister Stefan Neumann beteuert, dass nichts über die Köpfe der Bürger entschieden und die Bevölkerung voll eingebunden wird. Den hehren Worten ließ man an diesem Wochenende Taten folgen. Die drei Werkstätten waren gut vorbereitet und wohl strukturiert. Nur die Beteiligung ließ zu wünschen übrig. Das Paradoxe ist: Jetzt können die Bürger noch viel mitreden, weil die Planung in einem frühen Stadium ist. Alle Änderungsvorschläge werden gehört und wenn möglich in das Konzept eingearbeitet. Wenn die bevorzugte Trasse steht, ist das passé. Dies soll bereits im Herbst 2026 der Fall sein.

Raktivierung der Kochertalbahn: Künzelsau muss noch viel Überzeugungsarbeit leisten

Die Interessen Künzelsaus, Kupferzells und Waldenburgs klaffen weit auseinander. Die Kreisstadt muss noch viel Überzeugungsarbeit leisten, bis ihr Herzensprojekt in trockenen Tüchern ist. Entscheidend wird sein, welche Angebote Künzelsau den Gemeinderäten von Waldenburg und Kupferzell macht. Gut möglich, dass beide Kommunen für den Eigenanteil der Baukosten ganz wenig bis gar nichts bezahlen müssen.

Der Bahnhof in Waldenburg wäre der Knotenpunkt in Verbindung zur Hohenlohebahn, wenn die Kochertalbahn reaktiviert würde.
Der Bahnhof in Waldenburg wäre der Knotenpunkt in Verbindung zur Hohenlohebahn, wenn die Kochertalbahn reaktiviert würde.  Foto: privat

Kosten für Kochertalbahn: Vor allem Kupferzell versteht keinen Spaß

Der dauerhafte Bahnbetrieb ist in Wahrheit das viel größere Problem. Wenn das Land ihn nicht zu hundert Prozent trägt, scheitert das Projekt. Deshalb muss Künzelsau nun Tempo machen, ohne die Partner zu überfahren. Das ist ein heikler Balanceakt, vor allem Kupferzell versteht hier keinen Spaß. Oder will man dort den Preis nur so hoch wie möglich treiben? Hinter den Kulissen wird klar: Die Kreisstadt will die Kochertalbahn unbedingt. Und setzt alle Hebel in Bewegung, um die Weichen auf Grün zu stellen. 

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