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"Künmobil" lockt bei bestem Wetter zahlreiche Besucher in die Innenstadt

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Erster Künzelsauer Automarkt mit neuem Konzept rückt auch alternative Mobilität in den Blick. Wir haben mit den Autohändlern über das Verbrenner-Aus und die Zukunft der Elektro-Mobilität gesprochen.

 Foto: Tamara Ludwig

Strahlender Sonnenschein, strahlend polierte Autos, strahlende Besucher, strahlende Händler: So präsentiert sich der Samstag bei „Künmobil“ in der Künzelsauer Innenstadt. Für den neu konzipierten Automarkt, der die früheren Gebrauchtwagen- und Neuwagenmärkte ersetzt, hätte es wohl kaum besser anlaufen können.

Das Thema Mobilität, das mit dem neuen Namen mehr in den Vordergrund rückt, ist deutlich spürbar. Zwar stehen die Autohäuser und ihre Fahrzeuge weiter im Zentrum der Veranstaltung, daneben bereichern aber auch zwei Fahrrad-, beziehungsweise E-Bike-Händler den Markt. Hinzu kommt die Fahrradbörse des TSV Künzelsau. Bereits um die Mittagszeit sind etwa 60 der angebotenen 120 Fahrräder verkauft.


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Auch zwei E-Bikes habe man im Angebot gehabt. „Es läuft gut und der Erlös komm wie immer unserem Förderverein zugute“, betont Vereinsvizepräsident Simon Binder. Sein Kollege Robert Beck ergänzt: „Viele geben ein Kinderfahrrad ab und nehmen gleich das nächstgrößere mit.“

Auch der Hohenloher Nahverkehr informiert unterhalb des Alten Rathauses über seine Angebote. Prompt kommt ein Besucher und erkundigt sich nach den Fahrplänen, die ihn - auch wenn er bisher kein Busfahrer sei - wegen des 49-Euro-Tickets interessieren. So kann man auf dem Automarkt auch Zeuge von ein klein bisschen Mobilitätswende sein. Das NVH-Personal freut‘s und so wird fleißig beraten, etwa zu den Regiobuslinien.

E-Car-Sharing auf den Weg bringen

Der Klimabeirat Künzelsau und der Verein Die Stromer werben bei "Künmobil" für E-Car-Sharing.
Der Klimabeirat Künzelsau und der Verein Die Stromer werben bei "Künmobil" für E-Car-Sharing.  Foto: Tamara Ludwig

Der Klimabeirat Künzelsau macht derweil im oberen Teil der Hauptstraße auf andere Weise mobil: mit Informationen rund um das Thema E-Car-Sharing. Dazu hat sich der Klimabeirat mit dem Verein Die Stromer zusammengetan, der bereits in Zweiflingen und Orendelsall erfolgreich E-Car-Sharing umgesetzt hat. Das wünscht sich Silvia Schöne vom Klimabeirat auch für die Kreisstadt. Nachdem das Car-Sharing eines kommerziellen Anbieters in Öhringen jüngst beendet wurde, planen Die Stromer auch dort aktiv zu werden, verrät Vereinsmitglied Angelika Pannen-Burchartz.

Günter Maurer aus Gaisbach jedenfalls schnappt sich einen Infozettel. Würde er Car-Sharing nutzen, wenn es in Künzelsau angeboten wird? „Ich muss mich erst informieren, aber es interessiert mich“, sagt er. Wenn das Angebot stimme, könne er sich das für die Zukunft durchaus vorstellen. 

Verbrenner-Aus und E-Mobilität

Und wie sehen die Autohäuser die Zukunft mit Blick auf das von der Politik geplante Verbrenner-Aus? „Das Interesse an Elektro-Autos ist wirklich groß“, sagt Jens Pieraks, Verkaufsleiter beim BMW-Händler Mulfinger in Ingelfingen. „Ich glaube aber, alleine auf die E-Mobilität zu setzen, ist nicht möglich.“ Seiner Ansicht nach brauche es einen gesunden Mix aus Technologien. Dabei hofft er neben Wasserstoff auch auf die Weiterentwicklung synthetischer Kraftstoffe, um Verbrenner sauberer zu bekommen.

Ähnlich sieht das Steffen Walter, Geschäftsführer von Auto Walter aus Künzelsau. Er tue sich aber schwer, „abzuschätzen, in welche Richtung es letztlich geht“. Bis dahin versucht er sein Unternehmen möglichst breit aufzustellen. Als typischer Gebrauchtwagenhändler sei das schließlich sein Kerngeschäft. Und so scheut er sich nicht, das Pkw-Angebot bei „Künmobil“ mit einigen günstigeren Modellen breiter aufzustellen. Schließlich könne sich nicht jeder Pkws im oberen Preissegment leisten. Genau in diesem Bereich hingegen stellt Oliver Schöne am Samstag eine „gute Nachfrage“ fest.

Schöne ist Verkäufer bei Widmann am Standort Gaisbach. Der Mercedes-Händler ist dort gerade erst in sein neues und hochmodernes Domizil eingezogen, das auch öffentliche E-Ladesäulen auf dem Gelände anbieten wird. „Wir haben inzwischen eine Vielzahl an Elektro-Modellen“, so Schöne. Auch Hybrid-Wagen seien weiter nachgefragt. „Die E-Mobilität ist die Zukunft“, sagt er, es sei aber eben auch der Weg, der von der Politik vorgegeben werde. Elektro-Antriebe seien sehr effizient, bei Lkws jedoch sehe er Probleme. Hier könne er sich eher Wasserstoff als Option vorstellen.  

Wohnmobile und Camper

Im Bereich Wohnmobile und Camper-Vans ist E-Mobilität ähnlich schwierig, bestätigt Alex Kröper, Geschäftsführer beim Automobil-Forum Stegmaier in Ingelfingen. „Den Transit etwa gibt es auch als Elektro-Variante“, sagt Kröper mit Blick auf den Van mit Bett, Mini-Küche, -Bad und -Sitzecke. „Doch die Reichweite ist für den Zweck nicht ausreichend“, findet der Autofachmann. Gerade im Camper-Bereich, in dem es um Flexibilität und uneingeschränkte Mobilität gehe, sei eine geringe Reichweite schwierig. Zudem fehle auf vielen Campingplätzen noch die entsprechende Ladeinfrastruktur. Noch komplizierter werde es bei einem Auslandstrip. Die Nachfrage nach Elektro-Fahrzeugen insgesamt sei nach wie vor da, ergänzt Alex Kröper. Jedoch sei die nach Benzin- und Diesel-Modellen wieder gestiegen, es herrsche aktuell viel Unsicherheit bei den Kunden durch die politischen Entscheidungen wie das Verbrenner-Aus.

Weiterer Veranstaltungstag am Sonntag

"Künmobil" wird veranstaltet von der Sparkasse Hohenlohekreis, der Werbegemeinschaft Künzelsau und der Stadt Künzelsau sowie in diesem Jahr von 10 Autohäusern aus der Region. Die „Mobilitätsmeile“ in der Künzelsauer Hauptstraße öffnet nochmal am Sonntag, 19. März, von 11 bis 17 Uhr.

Das Automobil-Forum AHS, das Autohaus Fahrbach, Hagelloch Automobile, das Autohaus Hübel, das Autohaus Koch, das Autohaus Mulfinger, das Autohaus Schlunski, Auto Walter, das Autohaus Widmann und das Autohaus Zürn präsentieren mehr als 120 Neu-, Jahres- und Gebrauchtfahrzeuge, die einen neuen Besitzer suchen.

 

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