Konzept gegen rückfallgefährdete Sexualstraftäter: Sicherheit hat Priorität eins
Die Polizei warnt Menschen vor möglicherweise gefährlichen Nachbarn. Das wirkt ungewöhnlich. Dahinter steht aber ein ausgeklügeltes Konzept gegen Sexualstraftäter. Ein gutes, findet unsere Autorin.
Die Polizei nimmt Kontakt mit Menschen auf und weist sie darauf hin, dass in der Nachbarschaft eine Person lebt, die wegen eines Sexualverbrechens eine mehrjährige Haftstrafe verbüßt hat. Im ersten Moment hört sich das wenig glaubwürdig an. Hängt doch die ganze Welt – und ganz speziell Deutschland – den Datenschutz sehr hoch.
Konzept gegen rückfallgefährdete Sexualstraftäter kaum bekannt: ein gutes Zeichen?
Großer Wert wird auch darauf gelegt, dass Menschen, die ihre Strafe verbüßt haben, wieder in die Gesellschaft integriert werden können, ohne dass ihnen der Makel anhaftet, im Gefängnis gewesen zu sein.

Tatsächlich gibt es das dahinter stehende Konzept aber schon seit 16 Jahren. Nur ist es in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Das ist möglicherweise als gutes Zeichen zu werten, deutet es doch auf reibungslose, erfolgreiche Arbeit hin, die mit sehr großem personellem Aufwand geleistet wird.
Konzept gegen aus Haft entlassene Sexualstraftäter: Geringe Rückfallquote
Nun lässt sich schwer beurteilen, wie erfolgreich ein Konzept ist, das zum Ziel hat, weitere Straftraten zu verhindern. Denn in eine Statistik kann kein Fall aufgenommen werden, der nicht passiert ist.
Die Verantwortlichen beim Landeskriminalamt sprechen jedoch von einer geringen Rückfallquote der Probanden, was ein Indiz sein kann, dass das Konzept sehr gut funktioniert. Jedes nicht verübte Verbrechen ist ein Erfolg.
Dabei ist es egal, ob die Tat nicht begangen wurde, weil Therapien erfolgreich waren oder möglicherweise gefährdete Personengruppen sehr aufmerksam und vorsichtig sein konnten. Der Datenschutz wiegt im Vergleich zu verletzten Kinderseelen weniger. Zu einer Hexenjagd darf es aber trotzdem nicht kommen.
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