Die Internetseite www.kochertalbahn.info will alle Bürger immer auf den neuesten Stand bringen. Dort wird umfassend informiert und dokumentiert.
Künzelsaus Bürgermeister Neumann: „Kochertalbahn kann bis 2035 gebaut sein“
Sollte die Reaktivierung der Kochertalbahn von den Gemeinderäten beschlossen werden, glaubt Künzelsaus Rathauschef Stefan Neumann an eine schnelle Umsetzung. Wie kommt er zu dieser Annahme?
Bis wann könnte die Kochertalbahn zwischen Waldenburg, Kupferzell und Künzelsau reaktiviert sein, wenn alle drei Kommunen im Frühjahr 2027 grünes Licht geben? Stefan Neumann, Bürgermeister der Kreisstadt, blickt recht forsch nach vorne und meint: „Die Kochertalbahn kann bis 2035 gebaut sein.“ Das wäre bereits in neun Jahren.
Skeptischere Stimmen nennen immer wieder die Zahl 25: So lange dürfte es nach deren Meinung dauern, bis die Bahn in Betrieb genommen werden könnte. Ist das nun zu pessimistisch oder doch realistisch? Noch gehen die Ansichten weit auseinander. Liegt also die Wahrheit irgendwo in der Mitte? Abwarten.
Reaktivierung der Kochertalbahn: „25 Jahre? Das ist nicht unser Anspruch“
„25 Jahre? Das ist nicht unser Anspruch. Wir würden das gerne schneller durchziehen“, erklärt Neumann. Die Stimme beobachtet ihn ganz genau bei der Beteiligungswerkstatt am 21. März im Künzelsauer Rathaus. Und sie spricht mit ihm am Rande.

Das mit dem Zieljahr 2035 sagt er nur in diesem Zwiegespräch. Er muss ja aufpassen, dass er hoch offiziell nicht zu viel Gas gibt und sich andere von seinem Feuereifer nicht überfahren fühlen. In Künzelsau ist das weniger ein Problem – in Kupferzell schon.
Neumann bringt „Partnering-Verfahren“ ins Spiel
Natürlich weiß er: Bevor nicht alle überzeugt und die Beschlüsse nicht getroffen sind – und das wird eine Herkulesaufgabe – sind solche Prognosen heikel. Doch er tätigt sie trotzdem, weil er findet, dass solche Verkehrsprojekte von der Planung bis zur Fertigstellung per se viel zu lange dauern. „Das geht deutlich flotter“, ist er überzeugt. Etwa indem alle Beteiligten so früh wie möglich so eng wie nötig zusammengezogen werden. Ein solches „Partnering-Verfahren“ könne den Prozess erheblich beschleunigen. „Das Land signalisiert Zustimmung.“

Sollten die drei Gemeinderäte die Reaktivierung in ungefähr einem Jahr gutheißen, würde die Planung ab 2028 weiter verfeinert – bis zur Baureife. „Warum soll dieser Prozess länger als drei Jahre in Anspruch nehmen?“, fragt Neumann. Ergo: „2031 könnte es für mich mit dem Bau losgehen.“ Und: „Drei bis vier Jahre für 13 Kilometer Bahn? Das muss doch zu schaffen sein – ob mit oder ohne Tunnel.“
Auch die Hohenlohebahn wird laut Neumann 2035 voll elektrifiziert sein
Übrigens ist Neumann auch sicher, dass die Hohenlohebahn zwischen Cappel und Hessental bis 2035 elektrifiziert sein wird. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die Kochertalbahn neu starten kann.
Der Bürgermeister hat also einen klaren Plan. Die Kreisstadt muss das Projekt jedoch seit 2024 alleine vorantreiben und setzt alles daran, bis zum zweiten Quartal 2027 alle Schäfchen im Trockenen zu haben. Die drei Gemeinderäte von den Vorteilen zu überzeugen, ist das eine. Die Wirtschaftlichkeit endgültig bestätigt zu bekommen, ist das andere. Dass die Kosten in einem guten Verhältnis zum Nutzen stehen, hatte bereits die im März 2023 vorgestellte Machbarkeitsstudie ergeben. Nur wenn dieser Faktor positiv ist, kann und darf die Reaktivierung gefördert werden. Bund und Land könnten 90 Prozent der Baukosten zahlen: so viel wie noch nie. Außerdem kämpft Neumann darum, dass die Betriebskosten komplett übernommen werden.
Standardisierte Bewertung ist der Goldstandard
Der Goldstandard dieser volkswirtschaftlichen Bewertung heißt denn auch: „Standardisierte Bewertung“. Neumann glaubt, dass sie „in drei Monaten“ fertig sein wird. Diese finale Prüfung soll im ersten Quartal 2027 vonstatten gehen. „Wir haben bis dahin schon so viele Daten vorliegen, dass ein Vierteljahr dafür genügen müsste.“
„Im Herbst soll die Vorzugstrasse stehen“
Zunächst muss aber mal eine Trasse gefunden sein, mit der alle leben können. Das wird schwer genug, wie die drei Beteiligungswerkstätten für interessierte Bürger am 20. und 21. März gezeigt haben. Öffentlich und nicht-öffentlich wird darum in den nächsten Monaten gerungen.
„Im Herbst soll die Vorzugstrasse stehen“, sagt Neumann. Bis Jahresende sollen dann die letzten offenen Punkte für die Standardisierte Bewertung geklärt sein.
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