Chemieunfall in Kirchberg: Flüssigkeit gelangt in die Jagst
Durch einen beschädigten Transportbehälter gelangt Eisenchlorid in Kirchberg in die Jagst (Landkreis Schwäbisch Hall). Was bisher über den Chemieunfall bekannt ist.
In Kirchberg an der Jagst (Landkreis Schwäbisch Hall) ist am Donnerstagmorgen (12. März) eine Chemikalie in die Jagst gelangt. Beim Transport zur Kläranlage wurde ein Behälter mit Eisen-III-Chlorid beschädigt. Dabei traten rund 900 Liter Flüssigkeit aus. Das teilt Kirchbergs Bürgermeister Axel Rudolph in einem Instagram-Beitrag mit.
Nach ersten Erkenntnissen fiel beim Abladen ein mit der Chemikalie gefüllter Industriecontainer in den Fluss. Ein Teil der Lösung floss anschließend in die Jagst, wie das Regierungspräsidium Stuttgart auf Stimme-Anfrage mitteilte. Feuerwehr, Polizei und Mitarbeitende des Landratsamt Schwäbisch Hall sowie Fischereiberechtigte seien demnach schnell vor Ort gewesen.
Unfall in Kirchberg: Chemikalie durch Jagst-Wasser stark verdünnt
Ein Teil der Flüssigkeit sei zunächst in den Bodenbereich entlang des Uferwegs und schließlich in den Fluss gelangt. „Aufgrund der derzeit hohen Wasserführung der Jagst wurde das ausgetretene Eisen-III-Chlorid sehr schnell stark verdünnt, sodass sich die Wirkung rasch abgeschwächt hat“, schreibt Bürgermeister Rudolph.
Die Feuerwehren Kirchberg und Crailsheim richteten unter anderem eine Dekontaminationsstelle ein und nahmen Wasserproben. Zudem wird der verunreinigte Bodenbereich ausgehoben und fachgerecht entsorgt. Die Straße im Bereich der Brücke am Uferweg zur Kläranlage bleibt vorerst gesperrt, so die Stadt.
Chemieunfall in Kirchberg/Jagst: Behörden sehen keine Gefahr für Bevölkerung
Nach Einschätzung der Behörden besteht derzeit keine Gefahr für die Bevölkerung. Auch Hinweise auf tote Fische oder andere ökologische Schäden gebe es bislang nicht, teilte das Regierungspräsidium Stuttgart mit. Wegen der vergleichsweise geringen Menge und des derzeit hohen Abflusses der Jagst gehe man höchstens von „kleinräumigen lokalen Schäden“ aus.
Eisenchlorid wird unter anderem in Kläranlagen eingesetzt, um Phosphate aus dem Wasser zu binden, erklärt das RP Stuttgart. In hohen Konzentrationen kann die Substanz jedoch Fische schädigen, etwa durch eine starke Absenkung des pH-Werts. Das könne die Kiemen schädigen.
Chemieunfall in Kirchberg: Kein Vergleich mit Jagst-Unglück 2015
Mit dem schweren Jagst-Unglück im Jahr 2015 ist der Vorfall nach Einschätzung der Behörden nicht vergleichbar. Damals gelangte beim Löschen eines Mühlenbrands in Kirchberg-Lobenhausen Ammoniumnitrat in den Fluss. Die Chemikalie entzog dem Wasser Sauerstoff, zahlreiche Fische verendeten.
„Das Schadereignis ist mit dem Mühlenbrand 2015 nicht vergleichbar“, erklärte das Regierungspräsidium Stuttgart. Ähnliche Schäden seien aufgrund der aktuellen Bedingungen auszuschließen.
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