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Autodiebstahl mit Keyless-Go in Hohenlohe: 30-Jähriger zu Haftstrafe verurteilt

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Ein 30-jähriger Mann ist wegen mehrfachen Autodiebstahls mit Keyless-Go-Technik vom Amtsgericht Öhringen zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Der Mann gestand sämtliche Taten – dennoch kamen weitere Vorwürfe ans Licht.

Von Renate Väisänen

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Seit anderthalb Jahren sitzt er in Untersuchungshaft: Auf der Anklagebank am Amtsgericht Öhringen wird einem polnischen Staatsbürger vorgeworfen, als Mitglied einer Bande im Mai 2022 in Waldenburg ein Luxusauto mit Keyless-Go-System gestohlen zu haben. Mit dem Auto soll er in Richtung polnische Grenze gefahren sein. In Dresden floh der 30-Jährige laut Anklageschrift vor einer Polizeikontrolle und baute dann mit dem hochmotorisierten Mercedes-Benz einen Unfall. Er entkam zu Fuß.

Keyless-Go-Dieb vor Gericht: Der Täter gesteht alles - doch ihm wird noch mehr vorgeworfen

Obgleich schon mehrere Fortsetzungstermine feststehen, bittet der Angeklagte über seine Pflichtverteidigerin das Gericht, es bei einer Verhandlung zu belassen: „Mein Mandant räumt sämtliche Tatvorwürfe ein. Er möchte so schnell wie möglich den Prozess beendet sehen, damit er seine Haft nahe der polnischen Grenze abbüßen und baldmöglichst seine Verlobte wiedersehen kann.“

Doch so einfach dürfte das nicht werden, denn anschließend werden noch zwei weitere Anklageschriften verlesen: Er soll zuvor auch an den Diebstählen zweier weiterer Luxusautos in Öhringen und in Michelfeld beteiligt gewesen sein. Deren Zeitwerte betrugen 60.000 und 50.000 Euro. Auch diese Taten räumt der Mann ein. „Ich habe je 500 Euro dafür bekommen. Das Geld brauchte ich, um meine Verlobte mit unserem gemeinsamen Kind zu unterstützen.“ Um sich und seine Familie zu schützen, wolle er keine Angaben zu Hintermännern machen.

Wie Diebstähle von Autos mit Keyless-Go-Systemen funktionieren

Wie Diebstähle von Autos mit Keyless-Go-Systemen, also Funkschlössern, funktionieren, erklärt der zuständige Sachbearbeiter des Falls im Zeugenstand: Bei solchen Delikten gehe man von drei Tätern aus. Einer stehe Schmiere, ein zweiter fange an der Haustüre des Autobesitzers mit technischem Gerät das Funksignal des Schlüssels auf und leitete es weiter an einen dritten Täter, der als Empfänger des Signals am Auto stehe.

Nach möglicher Beute halten solche arbeitsteilig organisierten Banden vor allem in Wohngebieten Ausschau. Haben sie ein lohnendes Ziel gefunden, markieren sie den Standort in einem Navi. Oft kehren die Banden in der Nacht zurück, öffnen und starten die Autos mit dem Funksignal und fahren damit gen Osteuropa. Jenseits der deutschen Grenze seien andere Bandenmitglieder dafür zuständig, die Fahrzeuge in ihre Einzelteile zu zerlegen und diese im osteuropäischen Raum oder im fernen Osten zu verkaufen.


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Wie der Beschuldigte gefasst wurde, schildert der Polizist auch: Im verunfallten Auto habe man seine DNA-Spuren sichern können. Letztendlich sei der Mann bei einem versuchten Ladendiebstahl in München dingfest gemacht worden. Dass er an den beiden anderen Autodiebstählen beteiligt gewesen sei, habe die Auswertung seines Navis ergeben: Bei der Flucht des Mannes in Dresden habe ein unbeteiligter Zeuge verhindern können, dass er das Navi in die Elbe wirft.

Gelohnt hat sich der Autoklau wohl nur für die Bandenchefs: Der Beschuldigte wird zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Außerdem muss er einen Wertersatz in Höhe von 110.000 Euro leisten. Das Urteil ist rechtskräftig.

 

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