Ingelfingen: Maren Fischer wird zur Hohenloher Weinkönigin 2026 gekrönt
Maren Fischer aus Untermünkheim-Enslingen wird ein Jahr lang zusammen mit Prinzessin Eva Baumann aus Neuenstein-Kirchensall für Hohenlohe und den Hohenloher Wein werben.
Beste Stimmung herrscht in der Ingelfinger Stadthalle, in die der Gesangverein und die Landfrauen aus Criesbach zur Wahl und Krönung der Hohenloher Weinkönigin am 24. April 2026 geladen hatten.
Darunter sind einige Menschen in schwarzen T-Shirts, die sich durch den Aufdruck „Team Maren“ als Unterstützer der Kandidatin Maren Fischer aus Untermünkheim-Enslingen zu erkennen geben. Andere werben mit bunten Pappschildern für „Eva“, also für Eva Baumann aus Neuenstein-Kirchensall, die zweite Kandidatin.
Spannender Wettstreit um die Krone der Hohenloher Weinkönigin in Ingelfingen vor großem Publikum
Der Wettstreit der beiden wird im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen - es geht darum, wer sich mit der goldenen Krone der Hohenloher Weinkönigin schmücken darf und wer für ein Jahr das silberne Krönchen der Prinzessin tragen wird.

Bereits am Nachmittag mussten die jungen Frauen der Jury in der Criesbacher Kelter ihr Weinwissen und ihre Allgemeinbildung präsentieren. Am Abend selbst geht es um Spontanität, Kreativität, Schlagfertigkeit und um Bühnenpräsenz vor großem Publikum.
Beide Kandidatinnen sind nicht vom Fach - haben aber Erfahrung im Umgang mit Baumaschinen
Im Saal haben sich viele ehemalige Weinhoheiten eingefunden. Grit Seber-Kraft war 1992/93 Hohenloher Weinkönigin und 1993/94 württembergische Weinhoheit. „Früher musste man noch Winzertochter sein“, erinnert sie sich. Heute ist das nicht mehr Bedingung, „es gibt ja immer weniger Feierabendweingärtner“, meint sie. Und so kommen beide diesjährigen Kandidatinnen nicht von einem Wengerterhof: Eva stammt von einem Aussiedlerhof in Kirchensall und arbeitet als Bauleiterin. Auch Maren hat Erfahrung mit Baumaschinen: Sie leitet einen Mietpark. Doch sie arbeitet auch auf einem Bauernhof mit, ist Weinfachberaterin und betreibt eine mobile Cocktail-Bar. Bei Seber-Kraft war es, lacht sie, von klein auf klar, dass sie einmal Weinkönigin werden wird: „Das hat mein Patenonkel schon gesagt.“
Eva und Maren war das Amt nicht in die Wiege gelegt. Und dennoch haben sie sich für die Kandidatur entschieden. Sicher nicht zuletzt, weil ihre Vorgängerinnen von dem Amt schwärmen: Es sei eine sehr intensive Zeit gewesen, mit über 50 Terminen, blicken Simela und Luna, die scheidenden Amtsträgerinnen, zurück. Vor allem werden ihnen die vielen Begegnungen mit unterschiedlichsten Persönlichkeiten in Erinnerung bleiben.
Weit in die Vergangenheit zurückblicken kann Ursula Schröder-Chmiel. Sie kennt viele der ehemaligen Hoheiten, denn sie hat jahrelang die Kandidatinnen auf ihr Amt vorbereitet. Es klingt Wehmut mit, wenn sie berichtet, wie man jedes Jahr gemeinsam „mit meinen Königinnen“ nach Würzburg in ein Trachtengeschäft gefahren ist, um die Dirndl auszuwählen.
„Früher musste man noch Winzertochter sein.“Grit Seber-Kraft
Auf der Bühne werden derweil die Kandidatinnen spielerisch in unverhoffte Situationen gebracht und müssen Assoziationsfähigkeit, Interaktion und Humor beweisen. Die Stimmung und die Spannung steigen, doch erst einmal gilt es - wie sollte es auch anders sein - einige typische hohenlohische Weine zu verkosten, die Eva und Maren vorstellen. Die Spannung wird hochgehalten, denn erst einmal begleiten Andry und Nataliia Ilkiv musikalisch in die Pause. Nach der Pause leitet der Gesangverein Criesbach den von allen erwarteten letzten Teil des Abends ein. Die Entscheidung naht.
Am Ende strahlen beide Bewerberinnen. Das ist der Grund
Die Jury hat sich für Maren als Königin und Eva als Prinzessin entschieden. Als die beiden ihre Krone von ihrer Vorgängerin übernehmen, fallen sie sich freudestrahlend in die Arme - die ganze Anspannung des Abends fällt schlagartig ab.
Welche bedeutende Rolle die Weinhoheiten für Hohenlohe spielen, wird aus den Grußworten von Gastgeber Michael Bauer, Bürgermeister von Ingelfingen, Sarah Schmidt, Leiterin des Amts für Wirtschaftsförderung und Tourismus im Landratsamt und Eberhard Brand, Vorstand der Kellerei Fürstenfass, deutlich: In einer Zeit, wo es Winzer schwer haben, sollen sie Identität schaffen und als „lebendes Symbol unserer Heimat“ die Region Hohenlohe in Deutschland vertreten. Bis nach Alabama, wo Grit Seber-Kraft für Hohenlohe und den Hohenloher Wein werben durfte, werden Maren und Eva aber wohl nicht reisen.
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