Mehr Geld da: Diese kaputten Kreisstraßen werden jetzt in Hohenlohe saniert
Um Fahrbahndecken zu erneuern, stehen im laufenden Haushalt 1,5 Millionen Euro zur Verfügung: so viel wie seit langem nicht. Drei Strecken profitieren davon.
Um die Fahrbahndecken kaputter Kreisstraßen zu sanieren, gibt der Hohenlohekreis 2026 viel mehr Geld aus als in den vergangenen Jahren. 1,5 Millionen Euro stehen nun bereit. Der Grund: Er kann diese Ausgaben nun erstmals als Investitionen verbuchen und kommt so leichter an zusätzliche Mittel. Vorher musste dieser Posten stets aus dem laufenden Verwaltungsbetrieb finanziert werden, wo Einnahmen und Ausgaben immer stärker auseinander klaffen.
Diese zwei Strecken im Hohenlohekreis bekamen jetzt grünes Licht
Der Fachausschuss des Kreistags hat jetzt die Bauarbeiten für zwei weitere Strecken vergeben: die eine führt über 1,4 Kilometer von Rappach nach Waldbach (K 2342), die andere von Schleierhof (K 2320) zur Landesstraße 1046 zwischen Westernhausen und Crispenhofen. Die erste Maßnahme kostet 320.000 Euro, die zweite 190.000 Euro. Für beide Strecken hatte die Firma Schneider (Öhringen) das niedrigste Angebot abgegeben.
Diese Kreisstraße im Hohenlohekreis ist ab Ende April als erste dran
Der Gesamtpreis ist mit 520 000 Euro günstiger als gedacht. Im Haushalt 2026 waren dafür 950.000 Euro veranschlagt worden. Deshalb entschied die Verwaltung, das zweite Vorhaben bis zur Ortsdurchfahrt Schleierhof um 1,1 Kilometer zu verlängern. Die komplette Sanierungsstrecke wächst somit auf 1,8 Kilometer. Mehrkosten: 220.000 Euro. Bereits im Herbst 2025 hatte das Gremium beschlossen, die Fahrbahndecke der K 2371 vom Ortsausgang Kupferzell bis zur Kupferbrücke in Ulrichsberg auf 1,4 Kilometern zu sanieren. Kosten: 550.000 Euro. Ende April ist Baustart.

Soll und Haben: Wie viel Geld der Hohenlohekreis jährlich setzen müsste
Eigentlich müsste der Kreis jedes Jahr fast 1,4 Millionen Euro in die Hand nehmen, um alle Fahrbahndecken so zu erneuern, dass zumindest die Substanz einigermaßen erhalten bleibt. Um diese dauerhaft zu verbessern, wären jährlich bis zu zweieinhalb Millionen Euro fällig. Tatsächlich ausgegeben wurden dafür 2021 aber nur 724.000 Euro, 2022 rund 1,1 Millionen Euro und 2023 exakt 877.000 Euro. 2024 sollten es 900.000 Euro sein. Wegen der Haushaltskrise wurde der Betrag auf 740.000 Euro gekürzt.
2025 hatte das Straßenbauamt nur 600.000 Euro zur Verfügung, um reine „Oberflächenbehandlungen“ zu tätigen. So nennen Experten das flüchtige Kitten und Flicken von Rissen und Löchern mit Emulsion und Rollsplitt, um mit den begrenzten Haushaltsmitteln wenigstens in die Fläche gehen zu können. Die sonst üblichen „Deckenerneuerungen“ fielen komplett aus.
Dass diese Variante deutlich besser ist, wollte die Kreisverwaltung gar nicht in Abrede stellen. Nur: Woher das Geld nehmen, wenn nicht stehlen? Auf vielen Kreisstraßen streuten Baukolonnen deshalb im Sommer 2025 fleißig Splitt, was viele Autofahrer nervte. Auf lange Sicht wird der Zustand so immer schlechter. Wer nur oben kratzt und nicht in tiefere Schichten vordringt, ramponiert irgendwann die komplette Substanz. Dann wird alles noch teurer und gänzlich unbezahlbar.
Straßensanierungen im Hohenlohekreis: Ausbauprogramm ist eine andere Baustelle
Jetzt gibt es Hoffnung, dass die jährlichen Mittel für die Sanierung von Fahrbahndecken konstant bei rund 1,5 Millionen Euro bleiben. Eben weil sie künftig in den einfacher zu managenden Investitions-Topf fallen. Mit dem neuen Ausbauprogramm, das bald vorgestellt wird, hat dies aber nichts zu tun. Hier geht es, wie der Namen schon sagt, um den Ausbau: also die Verbreiterung und viel tiefer reichende Erneuerung maroder Kreisstraßen.
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