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Erweiterung der Grundschule

Nach Aus der Ernsbacher Grundschule: Schulgebäude in Forchtenberg muss erweitert werden

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Gemeinderat sollte aus zwei Varianten für den Anbau an die Geschwister-Scholl-Schule auswählen – und entschied sich für keine davon. 

Die Grundschule Forchtenberg soll erweitert werden, um die Kinder aus Ernsbach künftig mit dort unterzubringen.
Die Grundschule Forchtenberg soll erweitert werden, um die Kinder aus Ernsbach künftig mit dort unterzubringen.  Foto: Tamara Ludwig

Die Forchtenberger Geschwister-Scholl-Schule braucht einen Anbau. Das war in dem Moment Fakt, als der Gemeinderat das Aus der Grundschule in Ernsbach beschlossen hat. Damit also künftige Generationen von Ernsbacher ABC-Schützen in Forchtenberg unterrichtet werden können, sind vier zusätzliche Klassenzimmer geplant. Dafür stehen dem Gemeinderat nun zwei Varianten zur Auswahl: Variante eins wird von Schulleitung und Verwaltung favorisiert. Variante zwei scheint keinem so recht zu gefallen, auch wenn sie die kostengünstigere wäre. Nach zwei Stunden Diskussion alleine über diesen einen Tagesordnungspunkt, entscheidet sich der Gemeinderat für eine dritte Variante. Kurios, denn die beiden vorgestellten Varianten hatte der Gemeinderat selbst als seine Favoriten festgelegt. Variante drei war dabei nicht in die engere Auswahl gekommen. 

Gemeinderat Forchtenberg: Verwaltung stellt zwei Varianten der Schulerweiterung vor

Zunächst aber präsentiert Marlene Schorr vom Bauamt die beiden Varianten. Die erste zeigt einen Anbau auf der linken Gebäudeseite Richtung Sportgelände, leicht nach hinten versetzt, also nicht bündig mit dem Bestandsgebäude. Die Wiesenfläche südlich vom Anbau könne als Schulhoferweiterung genutzt werden. Die Mensa solle ins Erdgeschoss des Anbaus wandern. Der dadurch frei werdende Platz im Bestand solle zu zwei Klassenzimmern werden. Die beiden anderen benötigten Klassenzimmer kämen ins Obergeschoss des Anbaus über die neue Mensa. Variante zwei sieht einen Anbau, bündig zum Bestand, an der rechten Gebäudeseite in Richtung Kindergarten vor. Hierin wären dann zwei Klassenzimmer unten und zwei oben im Anbau vorgesehen. Bei den Kosten rechnet die Verwaltung mit 1,8 Millionen Euro für Variante eins und 1,5 Millionen für Variante zwei. 

Variante zwei würde näher an den Kindergarten rücken

Es ist vor allem die Nähe zum Kindergarten, die den meisten missfällt. So findet Thomas Hartmann: „Mir drückt das zu sehr. Und das, obwohl man den Platz auf der anderen Seite ja hat.“ Für Schulleiterin Petra Schüler ist dieser Aspekt kein rein räumlicher. Die neu geschaffenen Klassenzimmer wären in direkter Nachbarschaft zum Außenbereich des Kindergartens. Und dort ist es erfahrungsgemäß laut, vor allem bei schönem Wetter. „In den Zimmern will mir niemand unterrichten“, erklärt sie. Denn das sei ja gleichzeitig die Zeit, in der die Fenster häufig geöffnet sind.

Variante eins wäre deutlich teurer

Stadtrat Eckhard Sogl kann dem Argument wenig abgewinnen. Für ihn zählt, dass Variante zwei günstiger ist als Variante eins. Er rechnet gar vor, dass Variante eins noch etwas teurer werden würde als in den Unterlagen angenommen, da sie größer wäre und eine neue Fluchttreppe erfordere. „Alles in allem komme ich auf etwa 370.000 Euro Mehrkosten bei Variante eins.“ Vernünftige Schallschutzfenster für Zimmer im Bereich Kindergarten-Spielplatz würden da kaum ins Gewicht fallen. „Das hilft uns im Sommer aber nicht, wenn die Fenster offen sind“, widerspricht Petra Schüler. Dass nur in den Pausen gelüftet wird, so wie Sogl sich das vorstellen könnte, hält sie nicht für praktikabel.

Weitere Beschlüsse

Neben der Anbau-Variante entscheidet der Gemeinderat über die Bauweise. Hier sprechen sich die Räte mit deutlicher Mehrheit für Holz statt massiv aus. Hauptgrund ist die Geschwindigkeit. Weil die Holzbauweise schneller umsetzbar ist, bedeutet das eine kürzere Belastung für den Schulalltag. Weiter hat der Gemeinderat dem Bau einer Terrasse am Schulgebäude zugestimmt. Diese solle vor allem für Aufenthaltsmöglichkeiten im Schatten sorgen und könne eventuell auch zum Essen im Freien genutzt werden.

Schließlich kommt von Thomas Brandt der Vorschlag, der die Diskussion in eine neue Richtung lenkt: „Warum machen wir nicht Variante zwei, aber in die andere Richtung?“ Also in Sachen Kubatur, aber mit der Raumaufteilung wie Variante eins. Marlene Schorr ist zunächst irritiert: „Diese Variante hatten wir in der Auswahl. Sie lag bei 1,6 Millionen Euro.“ Doch der Gemeinderat hatte sich beim Vor-Ort-Termin gegen diese ausgesprochen. Warum? Das scheint keiner mehr so genau zu wissen. Bürgermeister Michael Foss hilft auf die Sprünge: Mit dem bündigen Anbau in Richtung Westen verbaue man die Fenster im Untergeschoss. Dort findet die Ganztagsbetreuung statt. Auch die Lüftung der Küche gehe an der Seitenwand raus und müsste verlegt werden. Außerdem werde eine potenzielle Schulhoferweiterung schwierig. 

Variante drei macht das Rennen, obwohl sie gar nicht zur Auswahl stand

Für den Verwaltungsvorschlag, Variante eins umzusetzen, sprechen sich letztlich nur acht der 17 anwesenden Stimmberechtigten aus. Der Vorschlag scheitert also knapp. Die neu ins Spiel gebrachte Variante drei kommt auf 13 Befürworter. Damit kann letztlich auch Schulleiterin Petra Schüler leben. 

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