Die Evangelische Kirche zeigt, dass sie auch für Kirchenfremde relevant sein kann
Mit der Friedensdenkschrift gibt die Evangelische Kirche in neuartigen Zeiten des Kriegesn die Orientierungshilfe, auf die Christen lange gewartet haben.

Seit knapp vier Jahren liefert der russische Angriff auf die Ukraine erschütternde Nachrichten, fast täglich aufs Neue. Seit knapp vier Jahren ist es für viele Christen schwierig einzuschätzen, wie sie sich zu Waffenlieferungen an die Ukraine verhalten sollen, wie sie sich bei der Frage nach der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands verhalten sollen und wie sie dem wachsenden Unfrieden in der deutschen Gesellschaft begegnen können. Denn knapp vier Jahre lang wirkte die Kirche, als sei sie in einer Schockstarre.
Nun bietet die evangelische Kirche mit der Friedensdenkschrift ein Werk, das Orientierung bietet. Es ist so gut, wie es wichtig ist. Auch wenn es umstrittene Passagen gibt – gerade bei der Frage nach der Abschreckung durch nukleare Waffen hat der Rat der EKD Kritik geerntet, auch von seinem Friedensbeauftragten Friedrich Krämer. Dennoch bieten die Thesen gute Leitplanken, anhand derer Christen ihr Gewissen bilden können.
Mit der Friedensdenkschrift kann die Kirche auch kirchenfremden Menschen zeigen, wie christlicher Glaube heutzutage gesellschaftlich relevant sein kann. Nun muss das Werk mit seinen 193 Thesen noch bei ihnen ankommen. Es braucht viel Konzentration und Zeit, sich „reinzufuchsen“, wie Jörg Hübner es bezeichnet. Die Schrift muss deswegen aufbereitet werden für Menschen, die keine Politiker, Pfarrer oder andere Wissenschaftler sind.
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