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Überraschender Tod von „Molle“ Winkler – Weggefährten sind tief betroffen

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Der Mundart-König und Kult-Wirt Frank „Molle“ Winkler aus Forchtenberg starb am 3. Februar. In seiner Heimatstadt herrscht große Trauer über den Verlust. 


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Frank „Molle“ Winkler ist tot. Das macht Martin Tuffentsammer „fassungslos“. Der Ehrenbürger von Forchtenberg ist „persönlich tief betroffen“, weil er einen sehr guten Freund verliert. Der Frontmann von Annâweech und der Ex-Bürgermeister waren Stammtischbrüder. „Wir trafen uns alle vier Wochen freitags in wechselnden Cafés“, so der 85-Jährige. „Zuletzt hatte ich am 9. Januar zu mir ins betreute Wohnen eingeladen.“

Es war das letzte Mal, dass er den Hohenloher Mundart-König und Kult-Wirt lebend sah. Winkler war mit 70 das jüngste Mitglied der Stammtischtruppe.

Frank "Molle" Winkler brachte es zu Kult-Status: als Frontmann der Hohenloher Mundart-Band Annâweech und als Wirt von Winklers Weinstube.
Frank "Molle" Winkler brachte es zu Kult-Status: als Frontmann der Hohenloher Mundart-Band Annâweech und als Wirt von Winklers Weinstube.  Foto: Pfäffle, Stefanie

Martin Tuffentsammer trauert um Frank „Molle“ Winkler: „Die Lücke, die er hinterlässt, ist nicht zu schließen“

Tuffentsammer wusste, dass Frank Winkler unter einer „besonders schweren, äußerst seltenen und kaum erforschten Nervenkrankheit“ litt. Die „Hoffnung war, dass er damit noch einige Zeit leben kann“. Andererseits „ist ihm so viel Leid erspart geblieben“. Frank Winkler starb am 3. Februar zu Hause.

„Das ist ein großer Verlust für Hohenlohe und Forchtenberg. Die Lücke, die er hinterlässt, ist nicht zu schließen.“ Er sei ein „außergewöhnlicher Mensch“ gewesen, der jeden Gast mit Handschlag begrüßt und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen gehabt habe: „Man musste ihn einfach mögen.“

Michael Foss: „Ja, Frank „Molle“ Winkler stand auf der Liste der Bürgermedaillen-Anwärter“

Tuffentsammer war am Sonntag beim Neujahrsempfang der Stadt. Die HZ sammelte dort Stimmen zum Tod Winklers. Und erfuhr, dass er kommendes Jahr wohl mit der Bürgermedaille in Silber geehrt worden wäre. Bürgermeister Michael Foss (36) bestätigt. „Ja, er stand auf der Liste. Der Gemeinderat hätte sicher sein Okay gegeben.“ Die Stadt wollte nur nicht alle zehn ins Auge gefassten Bürger auf einmal ehren.

So kam es, dass die ersten fünf 2025 dran waren und die zweiten fünf – samt Winkler wohl 2027 gefolgt wären. Es sei „tragisch“, dass ihm diese Ehre verwehrt blieb. Unvergessen waren die Nachsitzungen des Gemeinderats in der Weinstube: „Egal, ob um 22 oder 23.30 Uhr: Es gab immer die ganze Karte zu essen.“

Thomas Hartmann: „Frank war so ein angenehmer und herzlicher Mensch“

Der Ex-Ortsvorsteher von Sindringen und Gemeinderat Thomas Hartmann (63) denkt daran ebenfalls gerne zurück. Er wurde 2025 mit der Bürgermedaille in Silber ausgezeichnet. „Dass Frank so schnell von uns geht, hat mich erschrocken. Er war so ein angenehmer und herzlicher Mensch.“ Sein verschmitzter Humor sei einmalig gewesen, seine Liebe für den Hohenloher Dialekt beispielhaft.

Jürgen Häußer: „Das ist wohl das Ende von Annâweech“

Das kann Weggefährte Jürgen Häußer (60) nur bestätigen. „Mundart und Wein: Das hat uns verbunden“, sagt der Forchtenberger. „Das ist wohl das Ende von Annâweech, denn ersetzen kann man ihn nicht.“ Schon vor 35 Jahren saß er mit „Molle“ an dessen Theke und sinnierte, wie man den Hohenloher Dialekt für die Nachwelt am besten bewahren kann. „Wir fingen einfach an, das in einem Heft aufzuschreiben.“

Adi Bergdolt: „Mit ihm geht ein Stück Stadtgeschichte und Hohenloher Geschichte“

Adi Bergdolt (72) dirigiert den Musikverein und kannte Winkler seit 45 Jahren. Eine Woche vor seinem Tod „stand er bei Fröscher im Weinberg und half, Reben zu schneiden.“ Dass er „über Nacht stirbt, konnte ich zunächst gar nicht glauben“. Mit ihm gehe „ein Stück Stadtgeschichte und Hohenloher Geschichte“.

Claude Hafner: „Nicht nur die Musikszene, das ganze Kochertal trauert“

Claude Hafner (54) ist Teil der Trommelgruppe Alujo aus Sindringen. „Nicht nur die Musikszene, das ganze Kochertal trauert.“ Hafner leitet den Geschwister-Scholl-Schulkindergarten in Künzelsau, der im Juli 2025 sein 50-Jähriges feierte. „Bei dem Festakt spielten Annâweech. Was Frank Winkler da sagte, hat mich tief berührt.“ 

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