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Vereinsmitglieder sind sauer
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„FKK-Swinger-Urlaub“ mit Mannheimer Politiker: Scharfe Kritik aus Untersteinbach

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Die „FKK-Swinger-Reise“ eines Mannheimer Politikers sorgt für Ärger in der Szene. Vereinsmitglieder in Untersteinbach stellen klar, dass FKK nichts mit Sex zu tun hat – und räumen mit Vorurteilen auf.


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Wochenlang provoziert der Mannheimer Stadtrat Julien Ferrat offensiv mit einem geplanten „FKK-Swinger-Urlaub“ und einem dazugehörigen Sex-Trainingslager. Das Medienecho ist groß, der Ärger auch. Der FKK-Familiensportbund Stuttgart hat in Untersteinbach einen Standort – und dort will man nun einiges klarstellen.

FKK-Verein in Untersteinbach ärgert sich über Mannheimer Politiker

Wer auf das Gelände des FKK-Vereins nahe Untersteinbach gelangen will, muss eine schmale Straße hinauf auf den Simonsberg erklimmen. Eingebettet zwischen Weinreben und Bäumen, hinter einem Eingangstor, können die Mitglieder schwimmen, entspannen und quatschen – in der freien Natur und völlig nackt. 

Auf dem Simonsberg im Hohenlohekreis finden die Mitglieder des FKK-Vereins einen Rückzugsort.
Auf dem Simonsberg im Hohenlohekreis finden die Mitglieder des FKK-Vereins einen Rückzugsort.  Foto: BffL Stuttgart e.V. / Screenshot

Die Aktion des Mannheimer Lokalpolitikers Ferrat ist seit Wochen auch auf dem Simonsberg Gesprächsthema, wie Ralf Ücker, 1. Vorsitzender des FKK-Vereins BffL Stuttgart, und Alfred Sigloch, Präsident des FKK-Bundesverbands, gegenüber der Heilbronner Stimme sagen. Eine Angst treibt sie um: „Wir fürchten eine Stigmatisierung durch Vorurteile.“

Über Deutschlands Landesgrenzen hinaus ist Mannheims Stadtrat Ferrat mit seinem „FKK-Swinger-Urlaub“ bekannt geworden. „Doch FKK und Sex haben nichts miteinander zu tun“, macht Verbandspräsident Sigloch klar. Es gehe stattdessen darum, gesellschaftliche Zwänge und eigene Körperscham abzulegen. 

FKK-Gelände in Untersteinbach: Alle Gesellschaftsschichten treffen aufeinander

Seit er 18 Jahre alt ist, ist Sigloch Teil der FKK-Vereinskultur. Vereinschef Ücker ist es familienbedingt schon sein Leben lang. Die freie Körperkultur ist sein Lebensinhalt, sagt er. 

„Nackt sind alle gleich“, sagt Ücker. Statussymbole spielen keine Rolle mehr. Auf dem Gelände am Simonsberg sind alle Altersgruppen und Körperformen vertreten – und die Mitglieder, ob jung oder alt, duzen sich. Fast nirgendwo sonst treffen so viele unterschiedliche Gesellschaftsschichten aufeinander, sagt Ücker.

Das ist der BffL Stuttgart e.V.

Der Bund für freie Lebensgestaltung Stuttgart ist ein 1926 gegründeter, gemeinnütziger FKK-Familiensportverein, der die beiden Sport- und Freizeitgelände Degerloch und Simonsberg betreibt. Die Mitglieder bezeichnen sich als Naturisten, bewegen sich nackt und setzen sich für eine bewusste Lebensgestaltung ein, heißt es auf ihrer Homepage. Gepflegt wird der Familien-, Wettkampf- und Breitensport. 

Neben der Lebensart selbst spielt auch der Sport eine große Rolle in den FKK-Vereinen. Auf dem Simonsberg etwa gibt es eine Schwimmbahn und eine Anlage zum Bogenschießen. Sich nackt in der Natur zu bewegen, Sport ohne Stoff zu machen, sorge laut Sigloch für ein ganz anderes Körpergefühl. Die wichtigste Regel beim FKK? „Nicht starren“, sagt Ücker. 

FKK-Verein in Untersteinbach nennt Darstellung durch Mannheimer Politiker „verletzend“

Überall in Deutschland sind FKK-Gelände zu finden, so wie auf dem Simonsberg. Interessenten, die Mitglied werden möchten, werden vom Verein vorab genau geprüft – auch, um die Sicherheit der anderen zu gewährleisten. Das Gelände sei ein Schutzraum, sagt Sigloch. „Niemand soll sich belästigt fühlen.“ Gravierende Vorfälle habe es noch keine gegeben.

Für Ücker sei die falsche Darstellung von freier Körperkultur durch Ferrat verletzend. Sigloch sagt, der Bundesverband habe Kontakt zu Ferrat aufgenommen. Auf Verständnis sei er nicht gestoßen. Ob Ferrat weiß, wofür FKK eigentlich steht? Sigloch ist sich da nicht so sicher.

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