Mit Traktor und Löschwasser: 17-Jährige hilft bei Kampf gegen Waldbrand in Bretzfeld
Melina Brenner aus Bretzfeld-Waldbach springt für ihren Vater ein und unterstützt die Einsatzkräfte bei einem großen Waldbrand. Seit sie ein Kind ist, wollte sie schon Feuerwehrfrau werden.
Feuerwehrfrau sein, ist ihr großer Traum, Schlepper fahren kann sie seit knapp zwei Jahren. Jetzt konnte die 17-jährige Melina Brenner beides vereinen. Als bei einem Waldbrand in Bretzfeld am Dienstagabend, 24. März, Wasser gebraucht wurde, war sie zur Stelle. „Der Einsatzleiter hat mich angerufen und gesagt, sie brauchen dringend Wasser“, erzählt ihr Vater, Christian Brenner, der bei der Feuerwehr ist. Sein Aussiedlerhof ist in der Nähe des Waldes.
Christian Brenner war aber im Stall beim Kühe Melken beschäftigt. „Das kann man nicht einfach unterbrechen.“ Sein Sohn, ebenfalls bei der Feuerwehr, war zum Einsatz ausgerückt. Aber Tochter Melina war zu Hause und konnte einspringen. Sie befüllte ein Güllefass mit Wasser, hängte es an den Traktor und los ging's.

17-Jährige hilft beim Waldbrand in Bretzfeld: Große Maschinen zu bedienen, ist für sie kein Problem
„Wir hatten das schon mal geübt“, erzählt sie. „Im Sommer steht das Güllefass immer mit Wasser beladen da für den Notfall“, fügt Christian Brenner hinzu, der einer von 80 Waldbrand-Experten in der Fachgruppe Forst der Bretzfelder Feuerwehr ist. Melina Brenner hatte außerdem Hilfe von ihrem Onkel. Nervös war sie aber nicht. Große Maschinen zu bedienen, ist für sie kein Problem. „Das war sogar ein eher kleines Gespann“, sagt sie.
Am Einsatzort angekommen, sei sie aber überrascht gewesen. „Es roch nicht nach Feuer und man hat nichts gesehen.“ Sie erfuhr, dass der Brand sehr tief im Wald gewesen sei. Das Güllefass wurde angeschlossen. Letztendlich wurde das Wasser aber nicht zum Löschen gebraucht. „Sie hatten dann doch genug anderes Wasser“, erklärt die 17-Jährige. Trotzdem fand sie es toll, Teil des Einsatzes zu sein. Rund zwei Stunden war sie vor Ort, bis sie wieder nach Hause konnte.
Wenn Melina Brenner 18 wird, gehört sie zu den Aktiven bei der Feuerwehr Bretzfeld
Seit sie ein Kind war, möchte sie Feuerwehrfrau werden. Nach der Kinderfeuerwehr machte sie in der Jugendfeuerwehr weiter und übt heute bereits bei den aktiven Feuerwehrmännern in der Abteilung Waldbach mit. Dort ist sie die einzige Frau, in der Gesamtwehr gibt es noch ein paar mehr. Sobald sie im Juli 18 Jahre alt wird, ist sie auch im Ernstfall dabei. „Das ist mein großer Traum.“ Ihre Augen leuchten und sie lässt keinen Zweifel daran, dass sie in der Mannschaft wunderbar zurechtkommen wird. „Ich kann mich gut durchsetzen.“
Dass durch Medienberichte zu ihrem Einsatz beim Waldbrand ein kleiner Trubel um ihre Person entstanden ist, steckt Melina Brenner souverän weg. Nur Papa Christian ächzt ein wenig. „Das bedeutet viel Zeitungsbier.“ Wenn Melina in der Zeitung oder im Fernsehen zu sehen ist, muss nämlich er die Kisten an die Kameraden spendieren. Er stellt augenzwinkernd fest: „Über mich hätte niemand berichtet, wenn ich das Wasser gebracht hätte.“
Einige Medienberichte nach dem Einsatz beim Waldbrand
Bedankt hätte sich Kreisbrandmeister Torsten Rönisch aber sicher auch bei ihm. In anderen Medienberichten kam es so rüber, als sei dieser explizit nur auf Melina Brenner zugekommen. „Er war am Dienstagabend vor Ort und hat sich dort bedankt“, stellt die 17-Jährige klar. Darüber habe sie sich natürlich gefreut.
Im normalen Leben macht sie eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau beim Raiffeisenmarkt in Öhringen. Auch dort ist man mächtig stolz auf die junge Feuerwehrfrau, Beiträge im Internet über sie wurden fleißig geteilt. Für Interviews hat Melina Brenner sogar früher Feierabend bekommen.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare