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Frauen bei Heilbronner Feuerwehr: „Wenn der Alarm losgeht, wollen wir dabei sein“

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Chantal Meidel, Julia Becker und Leonie Felleisen sind die ersten Frauen bei der Berufsfeuerwehr Heilbronn. Alle drei sind mit Leib und Seele Feuerwehrfrauen.


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Es ist ein Novum für die Berufsfeuerwehr Heilbronn. Mit Chantal Meidel hat die erste Frau ihren Dienst angetreten. Wenn der Alarm ertönt und die Berufsfeuerwehr ausrückt, ist die 24-Jährige mit dabei. Ihre beiden Kameradinnen sind ebenfalls bei der Berufsfeuerwehr Heilbronn, allerdings als Angestellte.

Doch auch sie rücken aus, wenn die freiwillige Abteilung der Feuerwehr Heilbronn nachalarmiert wird. Dann ist Frauenpower im Einsatz.

Erste Frau bei der Berufsfeuerwehr Heilbronn: Chantal Meidel tritt Dienst in der Einsatzabteilung an

Meidel wurde das Feuerwehr-Gen in die Wiege gelegt. Papa, Bruder, Onkel – sie alle sind Mitglieder bei der Freiwilligen Feuerwehr Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis). Und sie ist es seit zehn Jahren auch. Warum? „Lösungsorientiertes Arbeiten, wenn der Bürger nicht weiß, wie er agieren soll, und die Feuerwehr hilft“, sagt sie.Der Gedanke gefällt ihr. Ihr Umfeld sei gar nicht so überrascht gewesen, als sie erklärte, dass sie zur Berufsfeuerwehr geht. „Das passt einfach.“

Chantal Meidel (Mitte) ist die erste Berufsfeuerwehrfrau in Heilbronn. Leonie Felleisen (links) und Julia Becker sind angestellt und Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Heilbronn. Foto: Mario Berger
Chantal Meidel (Mitte) ist die erste Berufsfeuerwehrfrau in Heilbronn. Leonie Felleisen (links) und Julia Becker sind angestellt und Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Heilbronn. Foto: Mario Berger  Foto: Mario Berger

Wobei sie zunächst einen ganz anderen Weg eingeschlagen hatte. Die 24-Jährige hat erfolgreich ihr Medienmanagement-Studium in Würzburg abgeschlossen. Durch ihre Zeit bei der freiwilligen Abteilung in Walldürn und einem Praxissemester in der Pressestelle der Berufsfeuerwehr Stuttgart fiel ihre Entscheidung für die Profiabteilung der Feuerwehr. Die erste Frau in der Männerdomäne in Heilbronn: „Finde ich spannend. Und ich habe auch Respekt vor der Rolle.“ Hatte sie auch, als sie den Einstellungstest bestehen musste. „Man muss trainieren. Aber das müssen Männer auch, wenn sie den Test machen.“

Berufsfeuerwehr Heilbronn buhlt um Nachwuchskräfte

Dass es bislang noch keine Frau bei der Berufsfeuerwehr Heilbronn gibt, findet Meidel schade. „Vielleicht ist es ein Hemmnis, wegen der vielen Männer. Oder den Frauen ist es zu technisch.“ Ihr Motto: „Einfach probieren. Es ist für jeden etwas dabei.“

Das wird man in der Hauptwache in der Beethovenstraße nur allzu gerne hören. Auch die Berufsfeuerwehr buhlt um Nachwuchskräfte. Deshalb freue man sich über jede Bewerbung, erklärt Sprecher Jürgen Vogt (56).

Instagram-Story bei der Freiwilligen Feuerwehr Obersulm

Für die Freiwilliger Feuerwehr in Obersulm seien Frauen ein fester und unverzichtbarer Bestandteil, teilt Pressesprecher Reinhold Gall mit. Frauen gehörten ganz selbstverständlich dazu. „Frauen bringen sich bei uns in allen Bereichen ein, im Einsatzdienst, in der Ausbildung, in der Organisation und auch in Führungspositionen.“ Bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr Obersulm seien viele motivierte Mädchen mit Begeisterung dabei. Sie wachsen in die Gemeinschaft hinein, entwickeln Selbstvertrauen und lernen früh, was es heißt, Teil eines Teams zu sein. „Für uns ist das nicht nur Nachwuchsarbeit, sondern ein klares Zeichen dafür, dass wir heute schon die Feuerwehrfrauen von morgen begleiten und stärken.“ Zum Weltfrauentag hat das Medienteam der Freiwilligen Feuerwehr Obersulm für Instagram Interviews mit den Mädchen und Frauen geführt.

Feuerwehrfrau beschreibt sich als Adrenalinjunkie

 Auch über die von Julia Becker. Ihr Werdegang ist ein interessanter. Die Sontheimerin ist Architektin. Zwei Wochen Brandschutz-Crashkurs haben sie begeistert. „Von da an war klar, dass ich mich als Brandschutzsachverständige fortbilden möchte“, sagt die 32-Jährige. Auf die ausgeschriebene Stelle bei der Berufsfeuerwehr bewirbt sie sich und erhält eine Zusage. Im Auftrag der Feuerwehr berät sie bei größeren Projekten wenn es um Löschanlagen, Brandmeldeanlagen, Rettungswege und Notausstiege geht.

Trotz finanzieller Einbußen ist der Job bei der Feuerwehr für die Hobbyjägerin die richtige Entscheidung. Egal ob Autounfälle, Türöffnungen oder austretende Gase – die Vielseitigkeit sei spannend. Sie sei ein Adrenalinjunkie. „Als ich mit der Drehleiter auf 30 Metern Höhe war, wollte ich danach gleich noch mal.“

Vater hat sie ermutigt, sich bei der Berufsfeuerwehr zu bewerben

Über die Familie hat sich auch Leonie Felleisen (24) aus Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) infiziert. Vater, Opa und ihr Ehemann sind bei der Feuerwehr. „Mein Papa hat gesagt, trau Dich doch.“ Also bewirbt sie sich und erhält eine Zusage. „Ich hab’ Glück gehabt, dass ich hier anfangen durfte.“ Bei der Berufsfeuerwehr Heilbronn ist sie als Atemschutzgerätewartin angestellt. Atemschutzausrüstung reinigen, Flaschen füllen und prüfen gehören zu den Aufgaben der gelernten Elektronikerin für Betriebstechnik.

Dass sie vor allem mit Männern zu tun hat, kennt sie von ihrer Berufszeit vor der Feuerwehr. „Die Kameraden hier sind alle sehr nett. Ich bin herzlich aufgenommen worden.“ Als Frau dürfe man einfach machen. Eins eint alle drei Frauen. „Wenn der Alarm losgeht, wollen wir dabei sein“, sagt Julia Becker.

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