EBM-Papst baut am weltweit größten Teleskop mit
Ein neues Teleskop soll in einigen Jahren neue Einblicke in die Geheimnisse des Universums geben. Das Extremely Large Telescope entsteht derzeit in der Atacama-Wüste – mit Komponenten von EBM-Papst.
Hoch hinaus in der Atacama-Wüste: Auf 3000 Metern Höhe entsteht in Südamerika derzeit das Extremely Large Telescope für die europäische Sternwarte – das größte optische Teleskop der Welt. Es soll in einigen Jahren neue Einblicke in die Geheimnisse des Universums liefern: von dunkler Materie über erdähnliche Planeten bis hin zu außerirdischem Leben. Mit seinen Systemen und den EC-Ventilatoren trägt EBM-Papst zum Erfolg des Projekts bei.
Das Extremely Large Telescope wird künftig Bilder liefern, die bis zu 16-mal schärfer sind als die des legendären Hubble-Weltraumteleskops. Möglich machen das unter anderem adaptive Lasersysteme, die künstliche Leitsterne erzeugen, um atmosphärische Turbulenzen in Echtzeit auszugleichen, heißt es in einer Mitteilung. Für die präzise Kühlung dieser sensiblen Lasertechnik sorgen Raumlufttechnische Anlagen, in denen EC-Ventilatoren von EBM-Papst zum Einsatz kommen.

Extremely Large Telescope in der Atacama-Wüste wird größtes optisches Teleskop der Welt
„Die Anforderungen an unsere Systeme sind extrem“, erklärt Nuno Pires, Geschäftsführer von EBM-Papst in Portugal. „Neben der Höhenlage und den starken Temperaturschwankungen müssen unsere Ventilatoren auch seismischen Aktivitäten und dem feinen Wüstensand standhalten – und das alles ohne elektronische Störungen zu verursachen.“ Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurden die Systeme mit speziellen Schutzvorrichtungen gegen Resonanzen und Vibrationen ausgestattet, teilen die Mulfinger mit.
Ventilatoren müssen extremen klimatischen und seismischen Bedingungen standhalten
Bereits im Mai 2024 wurden die ersten Einheiten nach Chile verschifft und vor Ort installiert. Die Fertigstellung des Teleskops ist für 2028 geplant. Mit dem Beitrag zu diesem internationalen Großprojekt unterstreiche EBM-Papst seine Rolle als technologischer Vorreiter und Partner für anspruchsvollste Anwendungen – auch jenseits der Atmosphäre, schreiben die Hohenloher.
Die Europäische Südsternwarte (ESO), die von 15 europäischen Staaten und Brasilien gegründet wurde und ihren Hauptsitz in Garching bei München hat, setzt große Erwartungen in das Teleskop. Auf ihrer Internetseite schreibt sie: „Es wird viele der dringendsten ungelösten Fragen in der Astronomie angehen und könnte schließlich unser Verständnis des Universums in ähnlicher Weise revolutionieren wie einst vor 400 Jahren das Teleskop Galileo Galileis.“

Sorgen vor Lichtverschmutzung durch ein industrielles Megaprojekt in der Nähe
Zuletzt hatte die Südsternwarte für Schlagzeilen gesorgt, weil sie Probleme durch Lichtverschmutzung an ihrem Observatorium auf dem Berg Cerro Paranal befürchtete. In wenigen Kilometern Entfernung solle ein industrielles Megaprojekt eines US-Energieversorger entstehen, warnten die Wissenschaftler Anfang des Jahres. Dies würde astronomische Beobachtungen unumkehrbar beeinträchtigen. „Die Nähe des Megaprojekts zu Paranal stellt ein erhebliches Risiko für den unberührtesten Nachthimmel der Welt dar“, sagte ESO-Generaldirektor Xavier Barcons.
Staubemissionen während des Baus, erhöhte atmosphärische Turbulenzen und insbesondere Lichtverschmutzung würden die Möglichkeiten für astronomische Beobachtungen, in die die Regierungen der Mitgliedstaaten bislang Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro getätigt haben, irreparabel beeinträchtigen. Daher plädierte die ESO für eine Verlegung des Projekts. Die Atacama-Wüste gilt wegen ihrer Bedingungen als besonders geeignet für astronomische Beobachtungen.
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