Dörzbach feiert Frühjahrspferdemarkt mit Umzug – und klaren politischen Botschaften
Jedes Jahr aufs neue begeistert der Pferdemarkt-Umzug in Dörzbach mit kreativen, häufig politischen Wagen. Ein Thema beschäftigt dabei gleich mehrere Gruppen.
Es ist wieder dieser eine Tag im Jahr, an dem die Dörzbacher Bevölkerung in ihrer eigenen Ortschaft in der Unterzahl ist. Tausende strömen am Samstag herbei, um den traditionellen Umzug beim Frühjahrspferdemarkt zu sehen. Und der hat wieder viel zu bieten. Kostümierte Fußgruppen, Musikkapellen und natürlich große Wagen-Bauten ziehen durch die Ortsmitte, vorbei an den fröhlich feiernden Massen.
Wagen-Bauer beim Dörzbacher Frühjahrspferdemarkt wieder kreativ
Die Wagen-Bauer waren wieder kreativ und haben sich zahlreiche politische Themen vorgeknöpft. Ein Thema schaffte es gleich zweimal in die Aufstellung: die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Die Mitglieder des Jugendraum Hohebach beklagen: „Gerade 18, die Träume sind groß. Doch jetzt heißt es Uniform an und Leinen los.“ Ausdruck findet das in einem riesigen Marineschiff. „Wehrplicht?! Wir sagen nein. Wir marschieren am besten nirgendwo mehr ein...“ titelt eine weitere Gruppe mit ihrem in Tarnnetz gehüllten Wagen.
Nicht nur Weltpolitik, auch Lokalpolitik beschäftigt die Dörzbacher Umzugsteilnehmer
Aber auch lokalpolitische Themen kamen wieder zur Sprache. So sorgt die jüngste Erhöhung der Friedhofsgebühren in Dörzbach für Unmut und den Slogan: „In Dörzbach kann mer sich’s Sterbe nimmer leischde.“ Und auch die Debatte um Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt dient den Narren als Steilvorlage, ihren Unmut kundzutun. Unter anderem mit dem Slogan: „30? So langsam fahr ich rückwärts.“
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