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Bürgerumfrage: Mehrheit für Reaktivierung der Kochertalbahn

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2765 Bürger machten bei der Befragung mit. Insgesamt herrscht eine positive Grundstimmung, doch es gibt auch Sorgen. Die betroffenen Einwohner werden weiter beteiligt: das nächste Mal im März bei drei Werkstätten. 


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Künzelsau führt das Zepter, wenn es um die Kochertalbahn geht. Die Stadt will möglichst viele Bürger für die Reaktivierung gewinnen. Nur wenn die Gemeinderäte von Kupferzell und Waldenburg mitmachen, kann das Vorhaben bei bestätigter Wirtschaftlichkeit umgesetzt werden. Der Startschuss für diese Werbetour fiel am Mittwoch beim ersten großen Infoabend. Dort wurden auch die Ergebnisse der Bürgerumfrage vom 6. November bis 7. Dezember vorgestellt.

77,1 Prozent freuen sich auf die Kochertalbahn

2765 Einwohner aus dem Hohenlohekreis nahmen teil. Fast die Hälfte kommt aus Künzelsau, rund 17 Prozent aus Kupferzell und nur etwas mehr als drei Prozent aus Waldenburg. Etwa 30 Prozent stammen aus anderen Orten wie Forchtenberg oder Niedernhall. 77,1 Prozent freuen sich auf die Kochertalbahn, nur 15,8 Prozent tun das nicht. Wie sehr profitiert die Region von der Reaktivierung? „Sehr stark“ antworten 46,3 Prozent, „stark“ 29,4 Prozent, „wenig“ sagen 8,1 und „gar nicht“ 9,5 Prozent. 

Der erste große Infoabend zur Reaktivierung der Kochertalbahn fand am Mittwoch in Kupferzell statt. Hier beantwortet Yannick Beutel von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (links vor der Stellwand) Fragen zum Fahrplan.
Der erste große Infoabend zur Reaktivierung der Kochertalbahn fand am Mittwoch in Kupferzell statt. Hier beantwortet Yannick Beutel von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (links vor der Stellwand) Fragen zum Fahrplan.  Foto: Reichert, Ralf

39 Prozent würden die Bahn mehrmals pro Woche nutzen

Rund 39 Prozent würden die Bahn mehrmals pro Woche, etwa 20 Prozent einmal pro Woche und rund elf Prozent nie nutzen. 28,7 Prozent würden dies in der Freizeit tun und 23,3 Prozent als Anschluss für andere Verkehrsträger. 17,4 Prozent würden mit der Bahn zum Job und 14,2 Prozent zum Einkaufen fahren.

Von gestrichenen Buslinien bis zum wegfallenden Radweg: Das sind die Sorgen 

Wenn die Kochertalbahn wiederbelebt würde, müssten bestehende Buslinien gestrichen werden. Denn für bestimmte Verkehrsverbindungen gilt: entweder Bus oder Bahn. Dass beide parallel fahren, ist nicht erlaubt. Auch der beliebte und viel genutzte Radweg auf der ehemaligen und dann wieder reaktivierten Bahntrasse fiele weg. Die Planer versprechen zwar: Wir stimmen den Busverkehr mit dem Bahnverkehr bestmöglich ab. Und auch für den Radweg soll eine andere Trasse gefunden werden. Doch Zweifel bleiben. Die beiden Punkte beschäftigen die Teilnehmer der Bürgerumfrage ebenso wie die Besucher beim Infoabend im bislang eher kritisch eingestellten Kupferzell, wo ein offener Austausch mit den Experten an sechs Themeninseln möglich war.


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Ohne breite Akzeptanz keine Renaissance der Kochertalbahn


Auch hohe Kosten sowie Zahl und Lage der Haltestellen bewegen die Menschen

Auch die Kosten sind ein Thema. Bund und Land könnten zwar bis zu 90 Prozent der Baukosten und 75 Prozent der Betriebskosten zahlen, trotzdem müssten die kleineren und finanziell schwächer gesattelten Kommunen Kupferzell und Waldenburg einen Eigenanteil stemmen. Die Zahl und Lage der Haltestellen und die generelle ÖPNV-Anbindung sind weiteren Themen, die öffentlich bewegen. 

Drei Beteiligungswerkstätten folgen im März

Die Beteiligung der Bürger wird intensiviert bei Werkstätten am 20. März im Rathaus Waldenburg (18 Uhr) sowie am 21. März in Kupferzell (10 Uhr, Carl–Julius-Weber-Halle) und Künzelsau (14.30 Uhr, Rathaus). Dann lauten die Fragen: Welche Besonderheiten und Herausforderungen gibt es? Wie kann die Streckenführung gestaltet werden? Wer mitmachen will, meldet sich an unter kochertalbahn.info. 

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