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Ohne breite Akzeptanz keine Renaissance der Kochertalbahn

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Wenn die Bevölkerung mitzieht, stehen die Chancen für die Reaktivierung der Kochertalbahn zwischen Künzelsau, Kupferzell und Waldenburg ganz gut, meint unser Autor.


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Einst ausrangierte Bahnstrecken, die von kommunaler Seite reaktiviert werden sollen, müssen sich nicht nur volkswirtschaftlich rechnen, um von Bund und Land so fürstlich gefördert zu werden wie noch nie. Sie müssen auch von einer breiten Mehrheit akzeptiert werden. Bei der Kochertalbahn ist das noch nicht der Fall. Von Künzelsau über Kupferzell bis Waldenburg nimmt das Interesse spürbar ab. Und der Widerstand zu, wobei der vor allem in Kupferzell die kritischste Masse erreicht hat. 

Kochertalbahn-Reaktivierung: Abtrünnige Nachbarn sollen wieder eingefangen werden

Die beiden kleineren Kommunen müssen nun zurück ins Boot geholt werden, nachdem deren Gemeinderäte 2024 den Daumen gesenkt haben und für weitere Planungskosten nicht zur Verfügung standen. Seitdem managt Künzelsau das Projekt allein, nachdem der Landkreis die Federführung abgegeben hatte. Jetzt nimmt die Stadt einen neuen Anlauf, um die abtrünnigen Nachbarn wieder einzufangen.

So wie auf diesem KI-generierten Bild stellt sich die Stadtverwaltung von Künzelsau künftig Trasse und Züge auf einer reaktivierten Kochertalbahn vor.
So wie auf diesem KI-generierten Bild stellt sich die Stadtverwaltung von Künzelsau künftig Trasse und Züge auf einer reaktivierten Kochertalbahn vor.  Foto: Alternativer Fotograf

Bis Ende des Jahres soll eine Trasse gefunden sein, mit der alle leben können. Dazu werden die Bürger intensiv beteiligt. Die Umfrage war eher ein loser Stimmungstest. Aber immerhin: Die Grundhaltung klingt positiv, auch wenn vor allem Kochertaler mitgemacht haben, die eher dafür sind. Oben auf der Ebene ist man da viel skeptischer.

Kochertalbahn im landesweiten Planungsranking im ersten Drittel

Wenn der Durchbruch gelingt, stehen die Chancen gut, dass die Kochertalbahn kommt. Im landesweiten Planungsranking aller 29 laufenden Vorhaben steht sie im ersten Drittel. Zeit ist hier tatsächlich Geld, denn: Wer am schnellsten ist, hat die größten Chancen, am meisten Fördermittel abzuschöpfen: beim Bau wie beim Betrieb. Wann die Bahn nach einem positiven Grundsatzbeschluss tatsächlich fährt, steht auf einem anderen Blatt. Künzelsau will auch hier Tempo machen. 

Die Praxis zeigt indes: Es kann quälend lange dauern. Die Hermann-Hesse-Bahn bei Calw, die am 1. Februar nach einer genehmigungsrechtlichen Odyssee endlich startet, ist dafür das beste Beispiel. Der Vorteil: Man weiß jetzt, wie man es andernorts besser machen kann. Vor allem ein Tunnel brachte die Bauherren dort wegen Fledermäusen schier zur Verzweiflung. Könnte der Tunnel bei Gaisbach zu einem ähnlichen Nadelöhr werden? Abwarten.

Umgesetzte Bahn-Reaktivierungen übertreffen alle Erwartungen

Gut ist, dass der Bund die Mittel für solche Reaktivierungen weiter aufgestockt hat. Schlecht ist, dass keiner weiß, ob die neue Landesregierung nach der Wahl ähnlich euphorisch ranklotzt. Fakt ist aber: Dort, wo Bahnstrecken wiederbelebt worden sind, wurden alle Erwartungen bei weitem übertroffen.

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