Nach Brand am neuen Solebad in Niedernhall: Schäden werden wohl erst 2027 behoben
An Personaltrakt und Technikgebäude des Niedernhaller Solebads sind durch einen Brand im vergangenen Herbst große Schäden entstanden. Welche Maßnahmen nun nötig sind und was das für den Badebetrieb bedeutet.
Es hat sich abgezeichnet und inzwischen bewahrheitet: Die Schäden, die der Brand am 29. Oktober 2025 an Technikgebäude und Personaltrakt des Niedernhaller Solebads verursacht hat, ziehen weitreichende Sanierungsmaßnahmen nach sich. So weitreichend, dass diese „wohl nicht mehr in diesem Jahr stattfinden werden“, erklärt Bürgermeister Achim Beck beim Vor-Ort-Termin.
Schäden an Personaltrakt und Technikgebäude des Niedernhaller Solebads
Das Niedernhaller Solebad hat seit dem 1. Dezember nach einer grundlegenden Sanierung und Erweiterung wieder geöffnet. Wenige Wochen vor der Eröffnung verursachten Arbeiter auf der Baustelle versehentlich ein Feuer im neuen Technikgebäude, das erst am nächsten Morgen bemerkt wurde. Da hatte sich der Rauch bereits ausgebreitet. Zwar konnte das Bad letztlich planmäßig in Betrieb gehen, doch der Brandschaden muss noch behoben werden.
Eigentlich wollte die Stadt das gerne in den Sommermonaten von 1. Juni bis 12. September erledigen. Also in der Zeit, in der das Freibad geöffnet und im Solebad erfahrungsgemäß weniger los ist. Danach hätte das Bäderpersonal endlich die schönen neuen Personalräume beziehen sollen. Jetzt heißt es, ein weiteres Jahr warten.
Das liegt vor allem an den notwendigen Arbeiten. Die sind umfangreicher als zunächst angenommen und müssen äußerst sorgfältig geplant werden, wie Achim Beck erläutert. Es müssen Firmen beauftragt, Materialien und Technik bestellt werden. Außerdem gilt es immer, mit der zuständigen Versicherung, die den Schaden begleichen muss, Rücksprache zu halten.

Dach des Technikgebäudes am Niedernhaller Solebad muss abgebaut werden
Unzählige Fachfirmen und Gutachter haben sich das Ganze inzwischen angesehen und ihre Einschätzungen abgegeben. Nach aktuellem Stand muss das Dach des Technikgebäudes mitsamt der darauf installierten Photovoltaik-Anlage komplett abgebaut werden. Das bringt ebenfalls mit sich, dass alle Leitungen, Rohre und Lüftungsschächte, die an der Decke hängend montiert sind, weg müssen. Teile der Wand müssen ebenfalls abgebaut werden, weil die darunterliegende Dampfsperre teilweise verkohlt und geschmolzen ist. Inwieweit die Dämmung kontaminiert ist, steht noch nicht fest.
In jedem Fall muss für die Sanierung der Gebäudewand aber die vorgesetzte Metallfassade abmontiert werden. Dabei handelt es sich nicht einmal um die vom Feuer direkt betroffene Wand, sondern die gegenüberliegende. Doch der Rauch sei entlang der Decke auf diese Seite „gewandert“ und habe sowohl durch Rußablagerungen wie durch die starke Hitze zu Schäden geführt, erklärt Achim Beck.

Der Rauch ist es auch, der die größten Probleme verursacht hat. Denn die Rückstände sitzen in allen Ritzen, haben sich überall abgesetzt und können das Material angreifen wie auch für andauernde Geruchsbelästigung sorgen. Geruch, der nicht nur lästig ist, sondern in auf Dauer auch gesundheitsgefährdend für die Atemwege sein kann, da darin Schadstoffe enthalten sind.
Achim Beck hält seine Nase in ein Bündel Kabel. „Hier riecht man es ganz deutlich“, sagt er. Entsprechend muss jedes einzelne und noch so kleine Kabel, das verlegt wurde, händisch gereinigt und anschließend versiegelt werden. Oder eben gänzlich ersetzt.

Ob die Bädertechnik, also die Wasseraufbereitungsanlage erneuert werden muss, dazu gebe es im Moment noch unterschiedliche Ansichten, erklärt Beck. Denn aufgrund der Hitzeentwicklung müsse man befürchten, dass der Kunststoff der Anlagen Schaden genommen habe. Und auch andere Komponenten der Anlage sind für derart hohe Temperaturen aus Herstellersicht ungeeignet.
Sicher ist indes, dass im Personaltrakt Wände, die nicht massiv sind, neu aufgebaut werden. Auch in deren Hohlräumen im Inneren sitzt der Rauch. Im Grunde herrscht dort letztlich Rohbau-Zustand.
Alles in allem rechnet Achim Beck damit, dass die Brandschadensanierung zwischen zwei und drei Millionen Euro kosten wird.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare