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Woher Krankenhäuser im Raum Heilbronn und Hohenlohe die Blutkonserven bekommen

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Das Hohenloher Krankenhaus hat keine eigene Blutbank und ist auf Lieferanten angewiesen. Aber auch die großen Häuser müssen Blutkonserven bestellen. Wie sie sich versorgen und wie viel sie lagern.


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Eine Blutkonserve ist sieben Wochen haltbar, sagt Dr. Astrid Stäps, Fachärztin für Transfusionsmedizin und Leiterin der Heilbronner Blutbank. Dass ein sogenanntes Erythrozytenkonzentrat – also eine Blutkonserve mit roten Blutkörperchen, die meist aus einer Vollblutspende gewonnen wird – derzeit so lange liegen bleibt, ist wohl unwahrscheinlich:

In einer Pressemitteilung hat der Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen (BSD) des Deutschen Roten Kreuzes kürzlich beklagt, dass die Vorräte für gerade einmal zwei Tage ausreichen. „Um die Versorgung der Patienten dauerhaft stabil sicherzustellen, ist jedoch eine Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen notwendig“, heißt es in der Mitteilung.

Blutkonserven bleiben selten lange liegen: DRK ist der größte Lieferant

Vom DRK sind die meisten Krankenhäuser abhängig. „In Baden-Württemberg haben nur einzelne Krankenhäuser einen eigenen Blutspendedienst“, berichtet Annette Baumer von der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft. Der BSD beliefert in den beiden Bundesländern 280 Kunden, vor allem Krankenhäuser, aber auch Praxen.

Eine eigene Blutbank haben die wenigsten Krankenhäuser, die meisten sind vom DRK abhängig.
Eine eigene Blutbank haben die wenigsten Krankenhäuser, die meisten sind vom DRK abhängig.  Foto: Oliver Berg

In Urlaubszeiten, während Grippewellen oder in ähnlichen Phasen macht die Organisation regelmäßig auf mangelnde Blutspenden aufmerksam – so auch im vergangenen Sommer und Weihnachten vor einem Jahr. Für einen Engpass hat das allerdings nicht gesorgt: „Die Kliniken in der Region Heilbronn-Franken konnten im Jahr 2025 gut mit Blut versorgt werden“, betont Nora Löhlein, Sprecherin des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen.

Hohenloher Krankenhaus in Öhringen mit stabiler Blutlagerung

Das betrifft das Hohenloher Krankenhaus in Öhringen. Das Lager wird hauptsächlich vom Mannheimer Blutspendedienst gefüllt, der zum BSD gehört. „Das Blutdepot am Hohenloher Krankenhaus ist nach unseren internen Vorgaben zur Vorhaltung normal gefüllt – das bedeutet circa 30 Erythrozytenkonzentrate“, teilt Dr. Holger Wolff, Ärztlicher Leiter des Krankenhauses auf Nachfrage unserer Redaktion mit. 


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Im Jahr benötige das Krankenhaus 600 bis 800 solcher Blutkonserven. In dringenden Notfällen unterstütze die Blutbank des Diak-Klinikums in Schwäbisch Hall das Hohenloher Krankenhaus. Aber auch das Diak ist auf Blut des BSD angewiesen: Die Blutspende-Einrichtung kann nur zu 50 Prozent den eigenen Bedarf an Erythrozytenkonzentrate decken, außerdem werde neben dem Hohenloher Krankenhaus auch das Klinikum Crailsheim „in speziellen Fällen“ versorgt. 

Heilbronner SLK-Kliniken weitgehend eigenständig bei Blutversorgung

Das Blutdepot in den SLK-Kliniken umfasse 700 Blutprodukte, sagt Dr. Astrid Stäps, die die dortige Blutbank seit 26 Jahren leitet. Von den jährlich 20.000 benötigten Blutkonserven könne die eigene Blutbank 15.000 selbst liefern: für die Kliniken am Gesundbrunnen und im Plattenwald, Löwenstein, die Vulpius Klinik in Bad Rappenau und zwei Dialysepraxen in Heilbronn. „Wir sind nicht so abhängig, wie andere Häuser.“ Das in Heilbronn gespendete Blut könne schon am nächsten Tag eingesetzt werden. Wenn zusätzlich welches nötig wäre, bestellen die SLK-Kliniken auch beim BSD oder der Blutbank in Mainz.

Spenden

In den vergangenen fünf Jahren sind zu Blutspendeterminen des DRK in den Landkreisen Heilbronn und Ludwigsburg im Schnitt zwischen 147 und 159 Menschen gekommen - bei regelmäßig um die 200 Termine im Jahr. Daten für den Hohenlohekreis und den Stadtkreis Heilbronn konnte die Presseabteilung nicht abrufen.  „Wichtig ist der Dauerspender“, sagt die Heilbronner Blutbank-Leiterin Dr. Astrid Stäps.

Blutspendetermine und -orte des DRK lassen sich auf drk-blutspende.de abrufen. Infos zur Heilbronner Blutbank gibt es unter slk-kliniken.de/blutbank, zur Diak-Blutbank in Hall unter diak-klinikum.de/laboratoriumsmedizin/blutspendezentrale.

Terroranschläge können viele Blutkonserven in kurzer Zeit notwendig machen

Unvorhersehbare Ereignisse können den Bedarf an Blutkonserven in die Höhe schnellen lassen. „Terroranschläge, zum Beispiel, sind immer möglich“, sagt Stäps. „Das ist kein schönes Gefühl, wenn Sie als Verantwortlicher überlegen müssen, wie wir alle Patienten versorgt kriegen.“ Die Einrichtungen helfen sich gegenseitig, betont sie. In den vergangenen zwei Jahren habe es in den SLK-Kliniken aber nicht annähernd einen Engpass gegeben.

Wie die Spendenzahl aufrecht erhalten wird

Dass ein Konservenmangel droht, den der BSD beklagt, spüre man auch bei der Heilbronner Blutbank. „Das ist bundesweit so: Wenn einer das Problem hat, haben es bald alle.“ Vor allem die Grippewelle an Silvester habe dafür gesorgt, dass es weniger Spenden gibt. „Wir rufen unsere Spender an, oder schreiben sie an“, erläutert die Blutbank-Leiterin. So könne man die Zahl der Spenden in Heilbronn auf dem gewöhnlichen Niveau halten.

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