Stimme+
Erntehelfer

Waldbesitzer erwischt Männer bei Bärlauch-Klau – halbe Tonne in Öhringen gepflückt

   | 
Lesezeit  1 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Erntehelfer sammeln 450 Kilo Bärlauch aus einem Wald in Öhringen-Unterohrn – vom falschen Grundstück. Eigentümer Uwe Köhler hat die Männer erwischt und glaubt: „Da ist richtig viel Geld unterwegs.“


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Uwe Köhler traute seinen Augen kaum, als er am Freitag zufällig 50 Bärlauchpflücker in seinem Waldstück in Öhringen-Unterohrn entdeckte. Die Männer sammelten dort fast eine halbe Tonne für gewerbsmäßige Zwecke ein – obwohl ihre Genehmigung für ein anderes Grundstück galt. Köhler glaubt, das sei kein Einzelfall.

Halbe Tonne Bärlauch auf falschem Grundstück in Öhringen geerntet – „habe Polizei gerufen“

Ein Kilo Bärlauch koste je nach Saison bis zu 60 Euro und sei damit ein lukratives Geschäft, ist Köhler überzeugt. Dass das Wildern in der Region jedoch solche Züge angenommen hat, überrascht selbst ihn, wie er am Dienstag sagt.

Köhler, der im Kreis- und Stadtrat sitzt, habe die Erntehelfer am vergangenen Freitag direkt konfrontiert. „Weil sie nicht aufgehört haben, den Bärlauch zu sammeln, habe ich die Polizei gerufen.“ Die Beute belief sich auf etwa 450 Kilogramm – gepflückt auf einer Fläche von etwa 25 Ar, wie sich schließlich herausstellte. 

Ob die Pflücker bewusst gewildert haben oder sich ein Auftraggeber gar bereichern wollte, ist für Köhler unklar, sagt er. Mit dem Capo habe er sich sich vor Ort auf den Abkauf geeinigt. „Was soll ich denn auch mit einer halben Tonne Bärlauch machen?“

Bärlauch-Klau im großen Stil in Öhringen: Halbe Tonne von Erntehelfern gesammelt

Köhlers Fall ist nicht der einzige im Hohenlohekreis. Im Frühjahr 2024 hatte die Polizei von einem Bärlauch-Klau von 2,5 Tonnen auf einem Privatgrundstück in Kupferzell berichtet. Für den Stadtrat handelt es sich bei der Pflanze um „grünes Gold“, wie er sagt. „Bedenkt man, dass auf dem Markt für etwa 50 Gramm Bärlauch etwa drei Euro verlangt werden, dann kommt man auf einen Verkaufspreis von 27.000 Euro.“ 

Eine halbe Tonne Bärlauch haben Erntehelfer unerlaubt aus einem Wald bei Öhringen geerntet. Das Foto zeigt einen Teil der Beute.
Eine halbe Tonne Bärlauch haben Erntehelfer unerlaubt aus einem Wald bei Öhringen geerntet. Das Foto zeigt einen Teil der Beute.  Foto: privat

Die Wälder in der Region seien laut Köhler voll davon. Das wüssten auch so manche Erntehelfer – und würden deshalb offenbar auch unerlaubt auf Nachbargrundstücken wildern. „Die gehen einfach rein und pflücken.“

Bärlauch ohne Erlaubnis in Öhringen geerntet – „richtig viel Geld unterwegs“

Köhler hat seinen Fall auf Facebook öffentlich gemacht. Die Resonanz sei groß gewesen. „Es kamen Leute auf mich zu, die sagen, sie seien ganz verunsichert, wenn sie Bärlauch-LKW in Wäldern sehen.“ In den meisten Fällen sei das Pflücken erlaubt, macht Köhler klar. „Da haben die Erntehelfer eine Genehmigung von den Waldbesitzern.“

Wenn sich aber unerlaubt an anderen Grundstücken bereichert werde, sei das ein Problem. Köhler macht klar: „Da ist richtig viel Geld unterwegs.“ Er will sich nun mit den Behörden in Verbindung setzen und dafür sensibilisieren.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben