B19 bei Kupferzell erneut gesperrt – folgt ab Montag nächstes Verkehrs-Drama?
Im Herbst musste die B19 zwischen Belzhag und Rechbach schon einmal voll gesperrt werden. Die Folge waren massive Staus, Lärmbelästigungen und Fahrbahnschäden. Viele Kupferzeller fürchten, dass es wieder so kommt.
Vielen Kupferzellern schwant Böses. Die B19 wird ab Montag vier Wochen voll gesperrt. Zwischen der Kreuzung bei Belzhag und dem Abzweig nach Rechbach muss die Fahrbahn auf einer Länge von zwei Kilometern erneuert werden. Dazu wird der Verkehr vom 30. März bis 26. April durch die Ortsmitte von Kupferzell geleitet.
Vierwöchige Vollsperrung der B19 bei Kupferzell: „Na dann, viel Spaß“
Was das bedeutet, wissen die Einwohner aus leidvoller Erfahrung seit Herbst 2025. Auch damals wurde die Ortsdurchfahrt zum stauträchtigen Nadelöhr, weil finale Arbeiten an den zwei neuen Kupferbrücken eine Vollsperrung der B19 nötig machten: allerdings nur für eine Woche und während der Ferien. Letztere dauern diesmal zwei Wochen über die Osterfeiertage, danach folgen zwei Wochen ganz normaler Berufsverkehr.
„Na dann, viel Spaß“, meint Bürgermeister Christoph Spieles in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit sarkastischem Unterton, als er die Umleitung unter dem Punkt „Bekanntgaben“ verkündet. „Das gibt ein absolutes Drama“, kommentiert Gemeinderat Joachim Deitigsmann.
Das nervte die Anwohner während der letzten Umleitung
Ende Oktober war die Aufregung groß. Pausenloser Lärm setzte den Anwohnern zu. Breite Laster und Busse kamen kaum aneinander vorbei und wichen auf die Gehwege aus. Die geänderte Vorfahrtsregel beim Rathaus machte den Verkehr nicht viel flüssiger, die Folge waren lange Staus und massive Zeitverluste.

Tag für Tag wälzte sich eine Blechlawine bei Tempo 30 oder weniger durch die kurvenreiche und zum Teil enge Ortsdurchfahrt von Kupferzell. Und nicht zuletzt wurden dadurch die Fahrbahn und Bürgersteige beschädigt.
Das sagt Günter Müller, einer der Betroffenen
„Nach dem Winter ist nun die Fahrbahn aufgeplatzt und übersät mit Schlaglöchern“, sagt Günter Müller. „Die durch den Schwerlastverkehr niedergedrückten Dohlen und Regenabläufe wurden bis heute nicht repariert“, moniert der 59-Jährige, der in der Eberhard-Finckh-Straße gegenüber dem Umspannwerk wohnt. Auch die begrünten Randstreifen der Künzelsauer Straße seien durch den Schwerlastverkehr „zu Matsch gefahren“ worden.
„40 Minuten für einen Kilometer Fahrstrecke“
„An mehreren Stellen gab es bei der letzten Umleitung Probleme noch und nöcher“, moniert Müller. „So hat sich die Künzelsauer Straße zur Rennbahn entwickelt. Hier gilt 100 km/h und nun sollen wir es vier Wochen aushalten.“ Die 30er Zone ende am Ortsausgang, wo noch Häuser stünden. „Hier wird nun stärker beschleunigt als früher, bis das Geschirr in den Schränken klappert. An ein erholsames Schlafen ist kaum zu denken.“
Mit dem Auto sei er bei der letzten Umleitung im Herbst kaum vorwärts gekommen: „Meine pflegebedürftigen Eltern wohnen am anderen Ende von Kupferzell. Rekord waren 40 Minuten für einen Kilometer Fahrstrecke.“
Regierungspräsidium: Alles einvernehmlich abgestimmt
Bauherr ist das Land und damit zuständig das Regierungspräsidium Stuttgart (RP). Warum muss der Verkehr erneut mitten durch Kupferzell rollen? „Andere Umleitungsstrecken bringen lange Umwege mit sich und sind nicht ausreichend leistungsfähig“, antwortet RP-Sprecher Lukas Walter auf Stimme-Anfrage. „Das Regierungspräsidium hat sich im Vorfeld mit sämtlichen beteiligten Behörden abgestimmt und sowohl den Zeitraum als auch die Führung der Umleitung einvernehmlich festgelegt.
Im Vorfeld fand dazu ein intensiver Austausch statt, um die Erfahrungen aus den vergangenen Sperrungen zu bewerten und in die neue Verkehrsführung einfließen zu lassen.“ Die „betroffenen Kommunen, die Verkehrsbehörde und die Polizei“ seien involviert gewesen.
„Sperrung auf ein Minimum reduziert und teilwiese in die Ferien gelegt“
Was sagt das RP zu den Beschädigungen an der Fahrbahn und den Lärmbelästigungen während der letzten Umleitung? „Durch den zusätzlichen Verkehr kommt es zwangsläufig zu einer stärkeren Belastung der Anwohner“, erklärt Walter. Deshalb sei die Sperrung „auf ein Minimum reduziert und teilweise in die Ferien gelegt“ worden. Größere Schäden infolge der letzten Umleitung seien „direkt im Nachgang“ dieser Sperrung repariert worden
Weitere Schäden durch „Witterungsbedingungen“
„Durch die Witterungsbedingungen kam es in den vergangenen Monaten vermehrt zu weiteren Schäden“, sagt Weber. Bezüglich „weiterer Reparaturen“ stehe das RP in Kontakt mit dem Landratsamt und der Gemeinde Kupferzell.
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Kommentare
Martina Grabow am 29.03.2026 21:07 Uhr
Na ist ja klar, dass diese Umleitung mit massiven Problemen und Verzögerungen auf dem Rücken der Kupferzeller Bewohner ohne deren Zustimmung durchgeführt wird. Ob daraus gesundheitliche oder zeittechnische Probleme entstehen, ist jedem der einfach über den Köpfen der Bürger dafür gestimmt hat, einfach egal. Die Schäden die durch den massiven Verkehr entstehen, werden sicher auch in den nächsten x Jahren behoben, wir fahren ja jetzt schon über Buckelpisten, warum sollte es nach diesen angeblichen 4 Wochen gleich besser werden, ist ja völlig egal was die Leute denken. Sowas sollte eigentlich vom Bürgermeister verhindert werden, aber naja was will man als kleiner Mann in Deutschland bewirken, es hört eh niemand auf uns, es geht viel einfacher wenn man über den Köpfen der Einwohner hinweg entscheidet.