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Nach Osterferien

Bange Blicke auf B19-Umleitung durch Kupferzell – Lkw weichen auf Gehwege aus

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Seit 30. März rollt der Verkehr durch Kupferzell, ab Montag dürfte sich die Lage verschärfen. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen – etwa wenn Lkw im Begegnungsverkehr auf Gehwege ausweichen. Was sagen Polizei und Bürgermeister?


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Die Osterferien sind vorbei. Wenn ab Montag der Berufsverkehr anzieht und die Schule beginnt, wird die Umleitung infolge der B19-Sperrung noch mehr bange Blicke ernten. Sie führt direkt durch Kupferzell (Hohenlohekreis) und sorgt für Unruhe. Weil Laster im engen Begegnungsverkehr auf Gehwege ausweichen und der Lärmpegel spürbar gestiegen ist. Seit 30. März geht das schon so. Nun ist die Halbzeit, bis 26. April müssen die Bürger durchhalten.

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B19-Umleitung bei Kupferzell: Gefahrenpotenzial steigt ab Montag

In der zweiten Ferienwoche war im Feierabendverkehr schon deutlich mehr los. Die Staus werden nächste Woche zunehmen: auch im morgendlichen Berufsverkehr. Das Gefahrenpotenzial steigt also nochmals: für Fußgänger und Radfahrer, aber besonders für Kinder und Familien auf dem Schulweg.

Verkehrsverstoß am 9. April um 8.49 Uhr auf der besonders engen Künzelsauer Straße.
Verkehrsverstoß am 9. April um 8.49 Uhr auf der besonders engen Künzelsauer Straße.  Foto: Ralf Reichert

Polizei: „Im Fall Kupferzell gibt es keine akzeptablen Alternativen“

Wie beurteilt die Polizei die Situation? Was sagt die Gemeinde? Warum muss der Verkehr überhaupt ganze vier Wochen durch ein solches Nadelöhr gelenkt werden? „Im Fall Kupferzell gibt es keine akzeptablen Alternativen“, erklärt Frank Belz, Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn. Das heißt: Da muss man wohl oder übel durch. Auch wenn die Lage mitunter sehr unsicher wirkt. Anwohner berichten immer wieder, dass Lkw die Bürgersteige zweckentfremden.

Besonders eng wird es vor und nach der scharfen Kurve beim Marktplatz.
Besonders eng wird es vor und nach der scharfen Kurve beim Marktplatz.  Foto: Ralf Reichert

Polizeisprecher: „Das Befahren von Gehwegen ist nicht gestattet“

Werden solche und andere Verkehrsverstöße überhaupt kontrolliert oder sanktioniert? „Dem Polizeirevier Künzelsau ist es leider nicht möglich, solche Verkehrskontrollen dauerhaft zu gewährleisten“, meint Belz und stellt klar: „Das Befahren von Gehwegen ist nicht gestattet“ – es sei denn, spezielle Verkehrszeichen erlauben dies im Einzelfall. Die sind in Kupferzell aber Fehlanzeige. Statt dessen weisen andere Schilder auf die besonderen und gängigen Verkehrsregeln hin. „Soweit Verstöße bekannt werden, werden diese konsequent geahndet“, beteuert der Polizeisprecher. Verkehrssünder müssten in der Regel mit Bußgeldern zwischen 20 und 100 Euro rechnen – in schweren Fällen könnte es auch mehr sein.

Bislang keine Verkehrsverstöße bekannt, doch die Dunkelziffer dürfte hoch liegen

Vom 30. März bis 9. April habe das Polizeirevier Künzelsau keine Verkehrsverstöße aufgenommen, sagt Belz. „Auch gingen keine Anzeigen der Bevölkerung ein.“ Den Hinweisen von Anwohnern an die Stimme zu urteilen, liegt die Dunkelziffer hoch. Das fängt beim Befahren von Gehwegen an und hört bei Tempoüberschreitungen auf. Auch die Stimme hat vor Ort Verstöße beobachtet. „Die Überwachung der Umleitungsstrecke erfolgt wie üblich im Rahmen der Streife“, betont Belz. Ansonsten sei ja auch noch die Ortspolizeibehörde da. Die liegt in der Zuständigkeit der Gemeinde Kupferzell.

Auch in der Unteren Vorstadt staut sich der Verkehr zu den Stoßzeiten, genauso wie in der Öhringer Straße.
Auch in der Unteren Vorstadt staut sich der Verkehr zu den Stoßzeiten, genauso wie in der Öhringer Straße.  Foto: Ralf Reichert

Bürgermeister Christoph Spieles erklärt: „Die Umleitung der B19 mitten durch Kupferzell ist eine erhebliche Belastung. Sie ist real und spürbar, sie kleinzureden, wäre falsch.“ Richtig sei aber auch: „Die Sanierung der B19 ist notwendig.“ Entscheidend sei, wie mit den negativen Folgen umgegangen werde. „Die Gemeinde nimmt das nicht achselzuckend hin. Wir stehen im ständigen Austausch mit den zuständigen Stellen und begleiten die Entwicklung sehr genau.“ Wo es möglich und sinnvoll sei, würden Gefahrenpunkte entschärft.

Laster auf Gehwegen in Kupferzell? Laut Bürgermeister „nicht hinnehmbar“

Aber: „Diese Maßnahmen beseitigen die grundlegenden Engstellen nicht. Gerade an der Künzelsauer Straße zeigt sich, dass zwei größere Fahrzeuge, etwa Lkw oder Busse, nicht immer aneinander vorbeikommen. Wenn es in solchen Situationen dazu kommt, dass auf Gehwege ausgewichen wird, ist das kein Zustand, den man als normal oder hinnehmbar bezeichnen kann“, so Spieles. Regeln seien das eine – ein „höheres Maß an Vernunft und Gelassenheit“ das andere. „Nirgends, erst recht nicht auf engen Strecken innerorts, gibt es ein Recht auf rücksichtsloses Durchkommen.“

Die Künzelsauer Straße ist das heikelste Nadelöhr auf der Umleitungsstrecke. Hier staute sich am Donnerstagnachmittag der Verkehr. Passanten wie diese Frauen und Kinder müssen aufpassen. Dies gilt vor allem für den Schulstart am Montag.
Die Künzelsauer Straße ist das heikelste Nadelöhr auf der Umleitungsstrecke. Hier staute sich am Donnerstagnachmittag der Verkehr. Passanten wie diese Frauen und Kinder müssen aufpassen. Dies gilt vor allem für den Schulstart am Montag.  Foto: Ralf Reichert

Die zuständigen Behörden müssten laut Spieles wachsam sein und durchgreifen: Wo sich im laufenden Betrieb „Gefahrenlagen, Staus oder zusätzliche Risiken zeigten, „erwarten wir eine enge Beobachtung und wo erforderlich ein unverzügliches Nachsteuern“. Das gelte vor allem „mit Blick auf das Ende der Osterferien und den wieder zunehmenden Schul- und Pendlerverkehr“. Und: Nach dem Ende der Umleitung dürfe nicht einfach ein Schlussstrich gezogen werden: „Dann wird es eine umfassende Begehung mit den zuständigen Stellen geben, um entstandene Schäden aufzunehmen, zu dokumentieren und auf eine schnelle Instandsetzung hinzuwirken.“ 

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