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Tod von Frank Winkler: Geht es mit der Mundart-Band Annâweech weiter? 

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Frank „Molle“ Winkler ist tot. Der Wirt und Musiker war Frontmann der Mundart-Band Annâweech. Die Lücke, die er hinterlässt, ist groß. Was das für ein mögliches Fortbestehen bedeutet. 


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Er war Musiker, Wirt und einer der bekanntesten Hohenloher: Emotional waren die Reaktionen nach dem Tod von Annâweech-Sänger Frank Winkler. Der Schock sitzt tief bei vielen Weggefährten, natürlich auch bei den Bandkollegen. Die Mundart-Gruppierung hatte im Mai 2025 ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Wie geht es jetzt nach dem Tod von „Molle“ Winkler weiter?

Nach Tod von Frank „Molle“ Winkler: Gibt’s für Annâweech eine Zukunft?

„Peter und Molle, das waren die zwei prägenden Charakterköpfe der Band“, sagt Volker Gässler. Der Morsbacher spielte am längsten mit den beiden Frontmännern zusammen, war schon bei Vorgängerbands von Annâweech dabei. Bereits Peter Botschs Tod im Herbst 2020 sei ein herber Einschnitt gewesen. Einer, der sich ein bisschen habe kaschieren lassen: 2022 kam mit mit Sandra Masuch eine neue Sängerin hinzu. „Mit Molle fehlt jetzt der zweite wesentliche Charakterkopf – und damit ist Annâweech in der bisher bekannten Form eigentlich tot.“   

Gässler betont, dass dies kein finaler Beschluss sei. „Über den weiteren Weg ist bisher sehr wenig gesprochen worden. Wir müssen erst einmal Abstand gewinnen und werden uns dann beraten.“ Bisher sei nur eine einzige Entscheidung gefallen: dass die Bandkollegen Kontakt halten und sich weiter treffen wollen. 

Annâweech-Kollegen nach Winkler-Tod „in der Schockstarre“

„Wir sind noch in der Schockstarre“, sagt Bassist Harry Weber. Molle Winkler sei der Macher der Band gewesen, „der das ganze Ding nach vorne getrieben und Annâweech nach außen vertreten hat“. Mit seinem Tod, der trotz Wissen über die Krankheit für die Musikerkollegen plötzlich kam, erscheint klar, dass dadurch auch Annâweech in gewisser Weise aufhöre. 

Die Hohenloher Kult-Band Annâweech mit Volker Gässler (ganz rechts), Harry Weber (Zweiter von rechts) und dem verstorbenen Frank Winkler (Dritter von rechts).
Die Hohenloher Kult-Band Annâweech mit Volker Gässler (ganz rechts), Harry Weber (Zweiter von rechts) und dem verstorbenen Frank Winkler (Dritter von rechts).  Foto: Väisänen, Renate

Auch Weber ist es wichtig zu betonen, dass noch keine Entscheidung über die Band-Zukunft gefallen ist. „Es ist ein ganz großes Fragezeichen, das über unseren Köpfen schwebt.“ Für den 73-Jährigen ist es ebenfalls noch zu früh, sich festzulegen. 

Hunderte Konzerte gab es seit der Gründung 1995, mehr als Hundert Lieder sind in Hohenloher Mundart entstanden. Mal aus der Feder von Botsch, mal aus der von Winkler. Ersteren zeichneten die philosophisch angehauchten Gedanken auf der Bühne aus, letzteren gerne die spitzbübischen. „Peter war der Dichter und Denker, Molle der mit dem Talent zur Vernetzung“, sagt Weber. 

Was Frank Winkler laut Bandkollegen bei Annâweech ausgezeichnet hat

Und damit ist gerade auch die Vernetzung mit dem Publikum gemeint. „Er hat verstanden, mit den Leut’ umzugehen“, sagt Gässler. „Jeder Abend war einzigartig und immer anders. Man musste als Musiker immer mit Überraschungen rechnen. Aber diese Interaktionen mit dem Publikum waren das Salz in der Suppe.“ 

Wer über Jahrzehnte miteinander Musik macht, feilt freilich mal an der Ausrichtung der Band. Ihre Musik hat die Hohenloher bis nach Moskau geführt. „Es gab auch mal einen Streit, weil die Richtung diskutiert werden musste, aber man hat sich immer zusammengerauft“, erzählt Gässler. „Auch bei einer Ehe rappelt es manchmal im Gebälk – das Ziel, Annâweech weiterlaufen zu lassen, das war aber immer da“, sagt Weber. 

Sollte es rockiger sein? Sollten mehr Auftritte in der Ferne stattfinden? Das sind Themen, über die debattiert wurde. Keine Diskussionen gab es aber um einen Aspekt, den die Gruppe ausmacht wie vielleicht kein anderer: „Der Dialekt war gesetzt“, betont Gässler. 

Der Morsbacher erinnert sich an die Zeit nach Botschs Tod: „Damals bin ich fast ein Jahr nicht am Keyboard gesessen, bis ich mir dachte, man sollte mal wieder etwas tun. Das kommt aus dem Bauch heraus.“ Klar ist, die Texte werden den Tod der beiden Frontmänner überdauern. „Molles Wunsch war, dass die Lieder weiterbestehen“, sagt Weber. In welcher Form ist noch offen.  

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