Neue Verzögerungen beim Audi E-Tron

Ingolstadt/Neckarsulm  Audi muss die Auslieferung der ersten Exemplare des Elektrofahrzeugs um etwa vier Wochen verschieben. Als Grund gibt das Unternehmen Softwareprobleme an.

Von Manfred Stockburger
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Audi e-tron prototype
Bei Testfahrten in der Wüste war die Welt noch in Ordnung. Foto: Audi

Der E-Tron ist der Hoffnungsträger, der Audi in die Zukunft bringen soll. Entsprechend viel Aufwand hat der Autobauer für sein erstes rein elektrische Fahrzeug betrieben. Anfang Dezember sollten die Autos zu den Händlern rollen. Nachdem das Unternehmen im September schon die Präsentation des Fahrzeugs zeitlich und geografisch verschoben hatte, verzögert sich nun auch die Auslieferung der ersten E-Fahrzeuge.

Softwareupdate muss von den Behörden genehmigt werden

"Rund vier Wochen", so bestätigte ein Audi-Sprecher der Stimme, werde sich der Zeitpunkt nun verzögern, bis der E-Tron ausgeliefert wird. Unterm Weihnachtsbaum wird es also keinen E-SUV geben. Zuerst hatte die "Bild" darüber berichtet. Einen neuen Termin gibt es aber noch nicht.

Was ist passiert? Als Audi das Auto vor wenigen Tagen in Namibia vor spektakulärer Kulisse durch die Wüste schickte, schien die Welt noch in Ordnung. Jetzt muss die Software aktualisiert werden - in einem Bereich, der homologationsrelevant ist, wie der Sprecher erklärte. Das heißt, dass Audi für das Update eine Freigabe der Behörden braucht. "Das ist eine komplexe Sache." Worum genau es geht bei dem Update, sagt der Sprecher nicht. Lediglich so viel, dass man sicherstellen wolle, dass das Auto perfekt für den Kunden sei. Und dass man den notwendigen Genehmigungsprozess eben sehr genau nehme.

Bei der Produktion der Fahrzeuge, die in Brüsseler Audi-Werk vom Band laufen, gebe es keine Verzögerungen. "Es muss eben die richtige Software aufgespielt werden." Schließlich gab es schon wenige Tage nach der Präsentation des Autos, als der amtierende Audi-Chef Bram Schot die Stimme-Redaktion besuchte, rund 15 000 Vorbestellungen. Bei einer Tagesstückzahl von 200 Fahrzeugen, auf die jedenfalls die Motorenfertigung im ungarischen Audi-Werk in Györ ausgerichtet ist, entspricht das einer Vollauslastung über 15 Wochen - noch bevor der erste E-Tron beim Händler steht.

Misratene Werbekampagne zum E-Tron-Start

Angesichts dieser Probleme relativiert sich der Klops, den Audi bei der Werbekampagne zur Markteinführung des E-Tron lieferte: Ausgerechnet beim Werbespruch "Vorsprung durch Technik" ist es niemand aufgefallen, bevor die Anzeige in Millionenauflage in den großen Magazinen gedruckt war, dass der Buchstabe S fehlte. Der Autobauer stolpert also mehr ins Elektrozeitalter als dass er sprintet.

 


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