Wolfsgruß bei Autokorso in Heilbronn gezeigt: Was die Polizei tun kann
Die Türkei fährt zur Fußball-WM. Fans haben nach dem Playoff-Sieg gegen Kosovo auf Heilbronner Straßen gefeiert – und teils den Wolfsgruß gezeigt. Was die Polizei dagegen tun kann.
Nach dem Sieg der türkischen Nationalmannschaft gegen Kosovo bei der Fußball-WM-Qualifikation gab es für viele Fans kein Halten mehr. Auch in der Heilbronner Innenstadt wurde per Autokorso gefeiert, Freude verbreitet und diese Stolz zur Schau getragen.
Türkische Fans zeigen umstrittenen Wolfsgruß in Heilbronn: Was die Polizei tun kann
In das friedliche Feiern mischte sich immer wieder eine bestimmte Geste: Der Wolfsgruß. Dieser gelte nach Expertenmeinung als Erkennungsmerkmal einer faschistischen Gesinnung und wird einer Gruppe türkischer Rechtsextremisten, den Grauen Wölfen, zugeordnet.
In Deutschland ist die Geste nicht verboten. Voraussetzung wäre ein Vereinsverbot der Grauen Wölfe, für das es hohe Hürden gibt. „Der Wolfsgruß als Erkennungszeichen der türkisch-rechtsextremistischen Grauen Wölfe („Ülkücü“-Bewegung bzw. ADÜTDF) stellt keinen Straftatbestand dar“, teilt die Heilbronner Polizei auf Anfrage der Heilbronner Stimme mit. Entsprechend bestehe keine Möglichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung seitens der Polizei, heißt es weiter.
Wolfsgruß in Heilbronn: Wann die Polizei eingreifen darf
Aber es gebe Situationen, bei denen die Polizei einschreiten könne, beispielsweise wenn durch das Zeigen des Wolfsgrußes eine Störung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zu befürchten wäre.
So habe die Polizei das Zeigen des Wolfsgrußes mehrfach am Rande von pro-kurdischen Versammlungen in Heilbronn festgestellt. Der Gruß sei durch pro-türkische Passanten – zumeist in Verbindung mit weiteren verbalen Provokationen – als gezielte Provokation der Versammlungsmenge genutzt worden. Dies führte regelmäßig zur Aussprache eines Platzverweises, teilt die Polizei mit.
Das Zünden von Pyrotechnik während der Feierlichkeiten zum WM-Einzug werde von der Polizei des Weiteren nicht verfolgt, da die Verursacher nicht ermittelt werden konnten.
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