Bei den Kosten für das Heilbronner Weindorf, die ohne die Sicherheitsmaßnahmen entstehen, hält sich die Heilbronn Marketing GmbH bedeckt. „Die Gesamtkosten liegen im niedrigen sechsstelligen Bereich“, teilt eine Sprecherin mit. Genauere Zahlen nennt die HMG auch auf Stimme-Nachfrage bis zum Nachmittag des 26. März nicht. Auch über das Minus, das die städtische Veranstaltungsgesellschaft in diesem Jahr erwartet, gibt sie keine Auskunft. zim
Wandel beim Heilbronner Weindorf: Neue Stände – neue Sicherheitsvorkehrungen
Das Weindorf schwimmt als Heilbronner Großveranstaltung derzeit in schwierigerem Fahrwasser. Erstmals kommt auf dem Festgelände rund ums das Rathaus das neue Sicherheitskonzept zum Tragen.
Das Heilbronner Weindorf ist schon lange kein Selbstläufer mehr. Waren noch in den vergangenen Jahrzehnten die Stände auf dem Weindorfgelände heiß begehrt und auf Jahre hinaus in fester Hand, stehen die Beschicker inzwischen längst nicht mehr Schlange, wenn Plätze frei werden. Für das diesjährige Weindorf vom 10. bis zum 19. September waren immerhin drei Gastro- und ein Getränkestand neu zu besetzen, weil der Getränkemarkt am Wartberg, „die Spanferkeley“ in der Rathausgasse und der Stand Vivant am Marktplatz nach dem vergangenen Jahr ausgestiegen waren.
Stände auf Heilbronner Weindorf: Vier Nachrücker aus zwölf Bewerbungen
Bei der Ausschreibung der HMG auf die freiwerdenden Plätze sind nach Angaben von Geschäftsführer Steffen Schoch zwölf Bewerbungen eingegangen. Die Jury, die letztendlich die Auswahl trifft, wählte als Nachrücker die Metzgerei Nothwang (Rathausgasse) aus, die bereits bis 2024 auf dem Heilbronner Weindorf vertreten war, ehe sie für ein Jahr pausierte. Die Gollerthan GmbH wird zusätzlich zu ihrem Raclette-Stand am Marktplatz einen schwäbischen Imbissstand betreiben, und Fatima Drops aus Heidenheim bietet erstmals in Heilbronn Corndogs und Winzertaschen an. Neu ist anstelle der Laube am Kieselmarkt ein Weincocktailstand der Heimat-Distillers aus Schwaigern.
„Insbesondere der Kieselmarkt wird mit dem Speisen- und Getränkeangebot sowie einem abgestimmten Musikprogramm gezielt auf ein junges Publikum ausgerichtet“, sagt Steffen Schoch.

Unveränderte Standgebühren beim Heilbronner Weindorf
Damit soll auch die wachsende Zahl der Heilbronner Studenten angesprochen werden. Unverändert bleiben in diesem Jahr die Fläche, auf der das Weindorf stattfindet, und die Standgebühren. Sie betragen für einen Gastrostand jeweils netto 4950 Euro, für einen Weinstand 7920 Euro und für Coktailanbieter 3960 Euro. Die Preise wurden zuletzt 2017 angehoben, dann aber nach der Corona-Pandemie für alle Anbieter um zehn Prozent gesenkt. Seither sind sie unverändert geblieben.
Nachdem sowohl die Besucherzahlen, die zu Glanzzeiten mit rund 300.000 angegeben wurden, als auch die Umsätze in den vergangenen Jahren zurückgegangen waren, sind die Gebühren immer wieder ein Thema auf dem Weindorf. Für Marcel Küffner, Hotelier und Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus und Hotellerie in der Dehoga-Kreisstelle Heilbronn, sitzt das Problem tiefer. „Die Unzufriedenheit in der Gastronomie wächst angesichts der Lage generell, weil das Umfeld immer schwieriger wird“, betont der Gastronom, der auf dem Weindorf selbst mit einer Laube an der Lohtorstraße vertreten ist.
Neues Sicherheitspaket beim Heilbronner Weindorf im Einsatz
Diese Entwicklung spürten auch die Standbetreiber auf dem Weindorf. Das Thema Sicherheit, das seit den Terror-Anschlägen der vergangenen Jahre bei Großveranstaltungen ganz oben auf der Tagesordnung steht, erschwert die Situation zusätzlich. Auf dem Weindorf wird in diesem Jahr erstmals das rund 2,4 Millionen Euro teure Sicherheitspaket der Stadt zum Einsatz kommen, das die Veranstaltung mit zertifizierten, teilweise fest installierten Pollern und mobilen Sperren gegen Angriffe mit Autos schützen soll. Im vergangenen Jahr hatte sich die Stadt die Barrieren für Lichterfest, Weindorf und Weihnachtsmarkt für insgesamt 600.000 Euro geliehen. „Die Sicherheitskonzepte werden kontinuierlich weiterentwickelt und umfassen auch abgestimmte Maßnahmen mit den Behörden“, sagt Schoch. Wie diese im September aussehen können, steht heute noch nicht fest.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare