Warum es hilft, mit Jugendlichen über Religion im Netz im Gespräch zu bleiben
Auch Erwachsene sollten sich mit den Wirkmechanismen von Social Media befassen, meint unsere Autorin.

Auf den ersten Blick sind Christfluencer nichts anderes als Influencer mit einem klaren Themenschwerpunkt. Statt Fitness oder Reise legen sie den Fokus auf christlichen Content. Weil sie das in suggestiver Ästhetik tun, weil sie die Wirkmechanismen von Social Media kennen und weil sie Antworten auf Fragen liefern, die sich vor allem auch junge Menschen stellen, sind sie erfolgreich.
Wenn Lifestyle predigt: Wie Christfluencer konservative Rollenbilder und politische Botschaften verbreiten
Problematisch wird es, wenn Selbstoptimierung ins Spiel kommt. Wenn vermeintlich harmloser Lifestyle Mädchen in ein erzkonservatives Rollenbild drängt. Problematisch wird es auch, wenn Influencer patriachale Strukturen, Homophobie oder Demokratiefeindlichkeit propagieren. Dann gerät Religiösität in ein gefährliches politisches Fahrwasser.
Teenager sind in einer vulnerablen Phase ihrer Entwicklung in einer Welt, die sich in rasantem Wandel befindet. Sie suchen Orientierung und Kontrolle. Einfache Antworten als Anker, wie sie der ein oder andere Christfluencer bietet, kommen da manchem gerade Recht. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern, aber auch Lehrer mit ihnen in die Diskussion gehen, auch wenn es Zeit und Nerven kostet und gerade nicht auf dem Lehrplan steht. Was sind meine Werte? Was gibt mir Halt? Darüber lohnt es sich zu sprechen. Und thematisch dranzubleiben. Deshalb sind Weiterbildungen zu Themen wie Christfluencing wichtig. Denn Erwachsene sind oft sehr weit weg von den Möglichkeiten auf Social Media.
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