„Viele nutzen sie täglich“: Das steckt hinter einer Mathe-App aus Heilbronn
Die App Living Lines erkennt die Handschrift und hilft Schülern in Mathe. Was hinter dem Start-up aus Heilbronn steckt, dessen KI-gestützte Lernsoftware auch in der Stadt eingesetzt wird, erklären die Gründer.
Die App erkennt die Handschrift von Schülern. Und wenn die Mathe-Aufgabe auf dem Tablet nicht richtig gelöst wird, kommen Tipps, die die Kinder und Jugendlichen zum richtigen Ergebnis lotsen soll:
Ein Trio steht hinter der App Living Lines, das Start-up wird von den Campus Founders am Bildungscampus Heilbronn unterstützt. Gut 400 Schüler nutzen bereits diese Mathe-Hilfe, darunter auch das Mönchsee-Gymnasium in Heilbronn.
Start-up Living Lines aus Heilbronn will mit KI Mathe-Unterricht gezielt verbessern und unterstützen
Eine Spielentwicklung als erstes Start-up reichte nicht. „Wir wollten etwas machen, mit dem man einen Einfluss auf die Gesellschaft hat“, sagt Jakob Seitz, der mit Tobias Lengfeld und Lea Masopust hinter der jungen Firma steht.
Seine Eltern sind in der Schulleitung tätig, auch die beiden anderen haben familiäre Kontakte in Schulen. Sie bekämen deshalb die Nöte aus den Klassenzimmern mit, sagt Jakob Seitz. Dass die Unterstützung von Schülern nicht so klappt wie nötig. Wenn in Klassen gut 30 Kinder sind, und drei, vier Schüler abgehängt werden. „Die Förderung funktioniert in der Realität nicht.“
Aufgaben auf Knopfdruck: So funktioniert die App Living Lines aus Heilbronn
Mit ihrer App will das Trio in Mathe nachhelfen. Lehrer können ihren Klassen auf Knopfdruck die Aufgaben auf deren Tablets schicken. Die Schüler lösen die Aufgaben, die App kann sogar Handschrift erkennen. Wenn die Lösung nicht stimmt, gibt die integrierte Künstliche Intelligenz (KI) dahinter Tipps. Und: Der Lehrer bekommt Rückmeldung, bei welchen Schülern es gut läuft und wer Unterstützung benötigt. Und vor allem kann er sich zudem die Mitschriebe auf dem eigenen Tablet anschauen. Schüler können sich auch weitere Aufgaben durch die KI kreieren lassen. „Die App soll niederschwellig sein“, sagt Tobias Lengfeld.

Die Entwickler tauschen sich regelmäßig mit Lehrern aus und wissen, dass Schüler damit auch lernen. „Manche Lehrer nutzen sie täglich“, so Jakob Seitz.
App in Heilbronn: Persönliches Feedback ist Gründern wichtig
Dass die App nun sogar in Heilbronn genutzt wird, kommt dem Trio entgegen. „Das persönliche Feedback ist besser“, sagt Jakob Seitz. Heilbronn habe dabei eine besondere Rolle, ergänzt er: Hier habe es eine „deutlich fortgeschrittene Ausstattung“. Durch die sogenannte digitale Bildungsoffensive können alle Schüler an öffentlichen Schulen ein Tablet bekommen, finanziert von Stadt Heilbronn und der Dieter-Schwarz-Stiftung.
Living Lines wird noch vom Bund gefördert, die Finanzierung bis Ende des Jahres steht. Das Ziel: „Wir wollen ein Geschäftsmodell entwickeln, dass sich von allein trägt“, sagt Jakob Seitz.
Living Lines, ursprünglich konzipiert für das Fach Mathematik, kann am ehesten auf technische Fächer erweitert werden, überlegt Jakob Seitz. Allerdings: Die KI dahinter funktioniert schon jetzt für andere Fächer. Ein Lehrer nutzt sie für Physik, ein anderer für Latein. „Sie funktioniert für erstaunlich vieles“, sagt Tobias Lengfeld. Nur: Der zugrundeliegende Datensatz ist Mathe. „Der Rest ist auf eigene Gefahr“, sagt er.
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