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Pokal-Halbfinale

Last-Minute-Tor in Stuttgart rettet nicht nur den VfB – „wir waren doppelt erleichtert“

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VfB-Fans sind nach dem Pokal-Halbfinale am Donnerstag von Stuttgart nach Heilbronn gereist. In Bad Cannstatt haben sie um 00:03 Uhr den letzten Zug genommen – unser Redakteur ist mitgefahren. 


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„Wir waren doppelt erleichtert, als der Treffer fiel“, sagt Lennart noch etwas außer Atem. Gerade erst haben er und seine Freundin Paulin den Bahnsteig 5 in Bad Cannstatt erreicht. Um 00:03 Uhr kommt der Zug nach Heilbronn – der letzte für die nächsten vier Stunden. Ein Elfmeterschießen hätte diesen unmöglich und die Heimreise äußerst kompliziert gemacht. 

Last-Minute-Zug nach Heilbronn: VfB-Fans entgehen Heimreise-Chaos

Eigentlich wollten die beiden mit dem Auto fahren. „Heute Morgen hatte ich dann einen Platten“, sagt Lennart. Jetzt sind sie froh, überhaupt noch rechtzeitig im Zug zu sitzen. Gegen halb zwei werden sie zu Hause sein. „Um halb sieben klingelt der Wecker – aber immerhin ist Freitag“, sagt Paulin.

Gerade noch pünktlich konnten die VfB-Fans den Heimweg im Zug nach Heilbronn antreten.
Gerade noch pünktlich konnten die VfB-Fans den Heimweg im Zug nach Heilbronn antreten.  Foto: Levin Schröder

Immer mehr Menschen kommen die Treppen zum Bahnsteig hoch. Auch sie sind für das Pokal-Halbfinalspiel mit der Bahn von Heilbronn in die Landeshauptstadt gepilgert. Vereinzelt blitzen braune Lederhosen, bunte Dirndl und gelbe Westen der DB-Security aus der rot-weißen VfB-Masse. 

Ruhige Zugfahrt der VfB-Fans Richtung Heilbronn

Der MEX16 nach Heilbronn fährt ein. Die Menge verteilt sich in die Waggons. Es gibt kein Gegröle, keine klirrenden Flaschen, keinen kollektiven Bierdurst. Im Gegenteil: Zwei E-Bike-Fahrern wird ohne Murren Platz gemacht. Die meisten Menschen finden nach kurzer Suche einen Sitzplatz.

Viele davon sind von VfB-Fans belegt. Paulin ergattert sich einen Platz in einem 4er-Abteil, Lennart in einem benachbarten Zweiersitz. Manche der Fans diskutieren die vielen Chancen in der zweiten Halbzeit. Einzelne Rot-Weiße scrollen durch Instagram und schauen sich erste Bilder und Videos zum Spiel an, das sie vor einer halben Stunde noch live erlebt haben. Und dann gibt es die, die sich der Müdigkeit hingeben. Einer von ihnen ist Jans Kumpel. Halb versunken hängt er im Sitz, der Schal hängt locker um den Hals.


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Bei Elfmeterschießen: „Hätten kreativ werden müssen“

„Ist spät für alle“, sagt Jan, der ihm gegenüber sitzt. „Wir hätten bei der Heimreise kreativ werden müssen“, schiebt er nach. Bei einem Elfmeterschießen wäre es wohl das Taxi geworden. Knapp 100 Euro koste die Fahrt von Stuttgart nach Heilbronn, sagt er – aus Erfahrung. 

Der Zug hat diesen Weg mittlerweile fast geschafft. Paulin konnte inzwischen den Platz neben Lennart ergattern. Dieser Pokalabend ist geschafft. In rund einem Monat am 23. Mai steht dann das Finale in Berlin gegen den FC Bayern München an. Die Frage nach dem letzten Zug nach Heilbronn wird sich dort dann nicht mehr stellen.




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