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Verstärkte Polizeipräsenz: So sicher fühlen sich Heilbronner am Wochenende

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Mehr Ordnungskräfte, mehr Polizeipräsenz: Wie nehmen Bürger die ersten Veränderungen in Heilbronn wahr? Ein Stimmungsbild aus der Innenstadt von Samstagabend. 


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Ob der Messerangriff im Heilbronner Musikpark an Halloween, die Attacke an Allerheiligen auf einen Mann vor einem Lokal in der Bahnhofstraße oder Verletzte in der Heilbronner Bar „Plan B“ nach einer Pfefferspray-Attacke einen Tag zuvor: Heilbronn hat sich in den letzten Tagen mal wieder nicht von seiner besten Seite gezeigt.

Doch es gibt auch positive Nachrichten: Die Stadt will das Sicherheitsgefühl ihrer Bürger stärken. Vor knapp zwei Wochen wurde die Kooperationsvereinbarung „Sicheres Heilbronn“ unterzeichnet. Seitdem verstärken Polizei und Ordnungsdienst ihre Präsenz in den Straßen – mit ersten spürbaren Effekten auf das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen. Eine Umfrage am Samstagabend zeigt, dass die verstärkte Polizeipräsenz bereits vielen aufgefallen ist und ein willkommenes Gefühl der Sicherheit vermittelt.

Mitarbeiter von Caipirinha Cocktailbar berichtet über Sicherheit in Heilbronn

In der Caipirinha Cocktailbar am K3, wo Chris Golly am Wochenende hinter der Theke steht, ist die Lage merklich entspannter geworden. Der 40-Jährige erinnert sich daran, wie sich regelmäßig Grüppchen vor dem K3-Gebäude formierten, was die Stimmung teils unruhig machte. „Einmal kam ein Mann in die Bar und bat um Hilfe, weil mehrere Jugendliche ihm draußen drohten, ihn zu verprügeln.“ Er sei rausgegangen, habe die Situation deeskaliert. „Durch meinen Job kann ich gut mit Menschen umgehen.“

Mittlerweile herrsche ein anderes Stimmungsbild: Polizei und Ordnungsdienst seien abends öfter am Berliner Platz unterwegs, so sein Eindruck. „Es ist ruhiger geworden.“ Ein paar Tische weiter sitzen Deniz Celik und Christos Savidis und spielen Schach. Beide haben sich einen Fensterplatz ausgesucht, um die Atmosphäre der Stadt zu genießen. In der Innenstadt sind die beiden ausschließlich auf belebten und gut beleuchteten Straßen unterwegs. Von betrunkenen Randalierern oder dunklen Parks halten sie sich lieber fern.

Alina Fleisch und Paul Götz gehen gern in der Bar Liberté am Marktplatz etwas trinken.
Fotos: Mario Berger
Alina Fleisch und Paul Götz gehen gern in der Bar Liberté am Marktplatz etwas trinken. Fotos: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Schwestern aus Heilbronn: "Fühlen uns sicherer, wenn Polizeistreifen vor Ort sind"

In der Bar Liberté am Marktplatz haben es sich die Schwestern Jasmin und Larissa Lang mit einem Cocktail gemütlich gemacht. Auch sie sind dankbar für die verstärkte Polizeipräsenz. „Wir sind abends nie allein unterwegs“, erzählen die beiden. Hin und wieder passiere es, dass ihnen Männer hinterherpfeifen oder sogar hinterherlaufen. „Da fühlen wir uns sicherer, wenn wir sehen, dass Polizeistreifen vor Ort sind.“

Ihre Aussage finden auch die Freunde Alina Fleisch und Paul Götz bekräftigend. Sie sitzen einen Tisch weiter und können dem nur zustimmen. „Es ist einfach gut zu wissen, dass man direkt jemanden ansprechen könnte, wenn etwas sein sollte.“ Die erhöhte Präsenz gibt den beiden ein beruhigendes Gefühl. Trotzdem bleibt die Vorsicht: „Wir würden nie mit Kopfhörern auf den Ohren nach Hause laufen, nachts wollen wir alles um uns herum mitbekommen.“ Für Friedrich und Sabine Hertel, die aus dem Jagsttal kommen und einen Samstagabend in Heilbronn verbringen, hat Heilbronn viel Potenzial.

Ex-Hamburger sieht beim Gastro-Angebot in Heilbronn Luft nach oben

„Jede Stadt hat ihre schönen und weniger schönen Ecken“, findet das Ehepaar. Die beiden sind auf ihrer Runde durch die Stadt in die Eisdiele „Secrets Gelato Naturale“ in der Kirchbrunnenstraße eingekehrt. Seit Ende Juli bietet die Eisdiele Gelato, Kaffee und Kuchen an – über den Winter auch Waffeln, „Tiptop, fünf Sterne“, sagt Friedrich Hertel und lacht. Vorher genoss das Ehepaar noch die asiatische Küche und später steht noch ein Kinobesuch an.

„Mir persönlich gefällt Heilbronn“, sagt Friedrich Hertel, der auch schon in Hamburg gewohnt hat. Eine Stadt brauche eine gute Mischung aus inhabergeführten Geschäften und guten Restaurants. Fürs Gesamtpaket sei da in Heilbronn noch Luft nach oben, aber die Neckarmeile gehe da mit bestem Beispiel voran.




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