Versuchter Auftragsmord in Waldenburg? Langjähriger Freund belastet Hauptangeklagten
Im Prozess wegen eines mutmaßlichen Auftragsmordes in Waldenburg an einer Frau hat nun ein langjähriger Freund des Hauptangeklagten ausgesagt. Dabei wurde dieser vor dem Heilbronner Landgericht schwer belastet.
Hat der Hauptangeklagte K. die beiden weiteren Angeklagten F. und G. zum Mord an seiner Exfrau angestiftet? Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, Oberregierungsrätin Miriam Birk-Braun, geht aufgrund der Ermittlungen davon aus. Demnach habe F. am 23. Mai 2025 die Exfrau des Auftragsgebers mit einem Auto vor dem Kindergarten in Waldenburg angefahren, um sie zu töten. G. habe bei der Planung geholfen, so die Vertreterin der Anklage.
Prozess wegen versuchten Mordes in Waldenburg: Zeuge belastet Hauptangeklagten
Die Geschädigte hat den mutmaßlichen Anschlag verletzt überlebt und ist inzwischen in einem Zeugenschutzprogramm. Die Angeklagte G. hatte in einem der vorangegangenen Prozesstage in einer Erklärung F. schwer belastet. Demnach soll ihr ehemaliger Lebensgefährte das Tatfahrzeug gesteuert haben. Sie selbst sei an der Planung nicht beteiligt gewesen. Aber hat K. den Mordversuch in Auftrag gegeben?
Der Hauptangeklagte hat sich zu dem Vorwurf bisher nicht geäußert. Am Donnerstagnachmittag hat ihn aber sein langjähriger Freund vor der ersten Schwurgerichtskammer des Heilbronner Landgerichts schwer belastet. Unter anderem soll K. ihn ein halbes Jahr oder ein Jahr vor der mutmaßlichen Tat in Waldenburg mehrfach damit beauftragt haben, seiner Exfrau „eine Abreibung zu verpassen“. Er habe das aber immer abgelehnt, so der Zeuge. „Ich schlage keine Frauen“, sagte er vor Gericht.
Zeuge will Angeklagtem abgeraten haben, seine Exfrau verprügeln zu lassen
In der Folge habe er von mehreren Seiten gehört, dass K. weitere Bekannte mit einer Abreibung für seine Exfrau habe beauftragen wollen. Der Zeuge selbst will dem Angeklagten davon abgeraten haben. Wenn sie dabei ums Leben käme?, habe er gefragt. Dann habe er die gemeinsame Tochter allein, soll der Angeklagte geantwortet haben.

Mit dabei gewesen sei er, als der Angeklagte mehrfach die Reifen am Auto seiner Exfrau vor deren Waldenburger Wohnung zerstochen haben soll. „Ich habe ihm gesagt, dass er das lassen soll. Weil er davon doch gar nichts hat“, sagte der Zeuge. K. habe darauf geantwortet, dass er seine Exfrau „maximal in allen Bereichen schädigen will“, so der langjährige Freund des Hauptangeklagten vor Gericht. Einmal habe er auch selbst einen Reifen mit einem Schraubenzieher aufgeschlitzt, so der Zeuge. „Wenn ich es nicht getan hätte, hätte er es ohnehin gemacht.“
Versuchter Auftragsmord in Waldenburg? Hauptangeklagter soll Beteiligung an Tat zugegeben haben
Noch belastender scheint aber die Aussage des Zeugen, dass K. ihm den Vorwurf der Staatsanwaltschaft offenbar eingestanden haben soll. Bei einem Spaziergang nach dem Mordanschlag in Waldenburg habe der Zeuge den Angeklagten gefragt, ob er da etwas habe machen lassen. Der Angeklagte soll das laut dem Zeugen bestätigt haben. „Aber von dir weiß keiner was, ansonsten mach’ ich dich weg“, soll K. unmittelbar danach hinzugefügt haben. „Dann war die Situation plötzlich so ernst, dass ich gar nicht mehr weiter gefragt habe“, sagte der Zeuge.
Rund um die Zeit des versuchten Mordanschlags seien ihm mehrere Sachen komisch bei K. vorgekommen, so der Zeuge weiter. Etwa, dass K., den der Angeklagte auch als Narzisst bezeichnete, ihm einen Zettel mit zwei darauf notierten Tagen und jeweiliger Angabe der Uhrzeit gegeben habe. Wenn ihn jemand nach den Tagen fragen würde, dann solle er ihm für die genannten Zeiten quasi ein Alibi geben. „Da war ich mit ihm aber nicht zusammen“, so der Zeuge weiter.
Bei polizeilicher Vernehmung soll Zeuge unter Einfluss von Betäubungsmitteln gestanden haben
Während seiner mehrstündigen Vernehmung vor Gericht konnte sich der Zeuge häufig nicht an konkrete Zeiträume erinnern. Mitunter hat er offenbar auch Tage verwechselt. Immer wieder konnte er Fragen des Vorsitzenden Richters Martin Liebisch nicht beantworten. Erinnert hat er sich häufig erst dann, wenn ihm seine Aussagen bei der polizeilichen Vernehmung vorgehalten wurden.
Damals stand er aber offenbar unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln, was bei der Vernehmung auch bekannt gewesen sein soll. Laut Protokoll habe er gesagt, dass er gerade verwirrt sei. Außerdem, so der Zeuge bei der Verhandlung am Donnerstag, habe er vor der ersten polizeilichen Vernehmung zwei Nächte lang nicht geschlafen.
Anke Stiefel-Bechdolf, Anwältin des Hauptangeklagten, fragte den Zeugen, ob er denn von der Polizei in Aussicht gestellt bekommen habe, dass er in seinem eigenen Verfahren einen Vorteil daraus ziehen könnte, würde er wegen des versuchten Auftragsmords in Waldenburg kooperieren. Darauf wollte der Angeklagte vor Gericht von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen. Weil er sich damit womöglich selbst belaste.
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