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Demozug und Kundgebung
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Kundgebung auf Heilbronner Kiliansplatz: Rund 2500 Beschäftigte streiken für mehr Geld

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Mit einem großflächigen Warnstreik und einer Kundgebung auf dem Kiliansplatz setzte Verdi auch in Heilbronn ein Zeichen: Vor der dritten Tarifrunde gingen in Heilbronn rund 2500 Menschen auf die Straße.


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Mehr als 2000 Menschen aus Heilbronn und der Region haben sich am heutigen Dienstag dem Aufruf von Verdi Baden-Württemberg zum Warnstreik im öffentlichen Dienst angeschlossen. Ziel der Proteste ist es, vor der dritten und vorerst letzten Verhandlungsrunde in den Tarifverhandlungen mit Bund und Kommunen den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

Verdi-Aktion: Teilnehmer aus Stadt und Landkreis Heilbronn sowie aus Nachbarkreisen

Neben Beschäftigten aus der Stadt Heilbronn und dem Landkreis Heilbronn beteiligten sich auch Streikende aus den Landkreisen Schwäbisch Hall, Hohenlohe, Tauberbischofsheim und Neckar-Odenwald an den Protesten. Auch die Beschäftigten mehrerer Krankenhäuser legten die Arbeit nieder, darunter die SLK-Kliniken, das Klinikum Crailsheim, die Neckar-Odenwald-Kliniken sowie das Krankenhaus in Tauberbischofsheim.


Verdi fordert eine Tariferhöhung um acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr pro Monat. Azubis und Praktikanten sollen 200 Euro mehr erhalten. Zudem fordert die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage sowie höhere Zuschläge für belastende und ungünstige Arbeitszeiten.

Demonstrationszug mit rund 2500 Teilnehmern: Kundgebung auf Heilbronner Kiliansplatz 

Der Demonstrationszug startete um 10 Uhr auf der Heilbronner Theresienwiese, führte am Hauptbahnhof vorbei in Richtung Marrahaus und endete mit einer Kundgebung auf dem Kiliansplatz.

Uwe Hannemann arbeitet bei der Stadt Heilbronn. Er streikt nicht nur für sich, sondern auch für bessere Zukunftsperspektiven junger Menschen, sagt er. „Ohne ein Rathaus würde eine Stadt nicht funktionieren.“ Steffen Körte ist im Öhringer Standesamt tätig. Dieser Bereich umfasst jedoch weit mehr als nur Hochzeiten. Auch bei Geburten, Sterbefällen oder Namensänderungen sei das Standesamt zuständig, nennt er Beispiele.

Eine Erzieherin aus Heilbronn, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, will mit ihrem Streik ebenfalls ein Zeichen setzen, sagt sie. Ihr gehe es nicht nur um eine angemessene finanzielle Entlohnung, sondern auch um Wertschätzung und Anerkennung für ihren Beruf.

Verdi-Forderung in Heilbronn: Mit Nachdruck zeigen, dass „Mitarbeiter mehr verdient haben“

Mitte März soll in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde stattfinden. Bisher haben Bund und Kommunen in allen Bereichen – von Gehaltserhöhungen bis hin zu sozialen Zusatzleistungen – keine ausreichenden Angebote gemacht, kritisiert Katharina Kaupp, Bezirksgeschäftsführerin von Verdi. „Das gab es so noch nie.“ Man wolle mit Nachdruck zeigen, dass die Mitarbeitenden im öffentlichen Dienst mehr verdienen.

Auch Martin Gross, Landesbezirksleiter von Verdi, findet deutliche Worte. Ob in der Pflege, in Bauhöfen, Krankenhäusern oder Kitas – „Beschäftigte im öffentlichen Dienst geben jeden Tag alles, um das Land am Laufen zu halten.“ Gleichzeitig seien sie jedoch diejenigen, die die Unterfinanzierung ihrer Arbeitsbereiche ausbaden müssten. Funktionierende Kommunen seien das Rückgrat einer Demokratie.

Kein Geld für Personal? Verdi-Landesbezirksleiter: „Können wir nicht mehr ernst nehmen“ 

„Dass eine noch nicht gewählte Bundesregierung binnen weniger Tage ein Investitionspaket von annähernd einer Billion Euro auf den Weg bringen kann, zeigt: Den Satz ,Wir haben kein Geld für unser Personal’ können wir nicht mehr ernst nehmen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, wenn der Druck hoch genug ist.“

Das Ziel in dieser Tarifrunde sei es, moderne, zeitgemäße und gute Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst zu sichern. „Dafür sorgen wir jetzt vor der dritten Verhandlungsrunde mit dem nötigen Druck.“




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