Teure E-Scooter in Heilbronn: Folge der städtischen Regulierung
Elektroroller zu mieten, ist fast nirgendwo teurer als in Heilbronn. Das hat auch damit zu tun, dass die Stadt bei der Regulierung des Marktes über das Ziel hinausschießt, meint unser Autor.

Miet-Elektroroller gehören längst zum Straßenbild. Ihr Nutzen ist umstritten. Manche Städte, allen voran Paris, haben die Scooter wieder verboten. Derweil zeigen Studien, dass die Flitzer durchaus einen Beitrag zur Mobilität der Zukunft leisten können und dass ihre Bilanz in Sachen Nachhaltigkeit immer besser wird. Sie halten länger, Batterien werden leistungsfähiger.
E-Scooter: Regulierung ist schwieriger Spagat
Für die Kommunen ist es ein schwieriger Spagat: Sie wollen die Rollerei ermöglichen, aber auch regulieren, um Auswüchse zu unterbinden – sind doch wild abgestellte Scooter ein Ärgernis. Heilbronn war besonders gründlich, hier gibt es viele Tabuzonen, in denen das Abstellen verboten ist.
Gleichzeitig wurden sogenannte Hubs markiert, etwa am Bahnhof, um das Parken zu steuern. Den Anbietern wurde in Aussicht gestellt, dass die Stadt die Flottengröße reduzieren kann. Die Schwelle von Regulierung zu Gängelung ist schnell erreicht. Von ehemals vier ist mit Dott nur noch ein Anbieter übrig.
Branchengröße Lime hat sich zurückgezogen
Branchengröße Lime strich mit Verweis auf die Überregulierung die Segel. Logische Folge in der Marktwirtschaft: Dott ist konkurrenzlos teuer. Die 32 Cent pro Minute, die in Heilbronn aufgerufen werden, sind wohl bundesweit einmalig. In Stuttgart sind es, bei vier Anbietern, 19 Cent. Dort kann man zu Heilbronner Scooter-Preisen ein Auto mieten. Die Preisspirale dürfte ausgereizt sein, sonst rollen die Scooter in Heilbronn ins Abseits.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare