Die Taxi-Branche sieht in den Mietwagenplattformen wie Uber und Bolt einen unfairen Wettbewerb, weil deren Preise nicht behördlich reguliert werden. Sie fordern deshalb die Kommunen auf, Mindestpreise für die Plattformen einzuführen. Der neue Deutschland-Chef von Bolt, Christoph Hahn, lehnt diese Maßnahme ab. „Mindestpreise werden das Taxi-Gewerbe nicht retten“, betonte er. „Eine solche Maßnahme würde ausschließlich zulasten der Verbraucher gehen, die dann wohl wieder aufs eigene Auto umsteigen würden.
Taxis in Heilbronn: Keine Protest-Fahrten – aber Branche steht auch unter Druck
Die Heilbronner Taxizentrale unterstützt den bundesweiten Aktionstag gegen die Konkurrenz mit Uber & Co. – und kritisiert zugleich lokale Probleme wie versteckte Taxistände und steigende Betriebskosten.
Mit Autokorsos und Kundgebungen in mehreren großen Städten protestiert das Taxi-Gewerbe am heutigen Mittwoch (2. Juli) für faire Mindestpreise – nicht nur für Taxis, sondern auch für die Konkurrenz von Uber und Co.. „Wir fordern Mindestpreise für alle statt nur für uns“, teilt der Geschäftsführer des Bundesverbands Taxi und Mietwagen, Michael Oppermann, mit.
Kein Autokorso in Heilbronn – Taxizentrale ist trotzdem solidarisch dabei
Unter anderem in Berlin, Frankfurt, Stuttgart, Mainz und Köln sind Aktionen geplant. In der Hauptstadt soll es einen Taxikorso durch den Tiergarten geben. Autofahrer müssen sich in den betroffenen Innenstädten deshalb auf Verkehrsbehinderungen einstellen.

In Heilbronn ist nichts dergleichen geplant. „Auch wenn wir nicht aktiv mit einer eigenen Demonstration oder einem Autokorso teilnehmen, unterstützen wir die übergeordneten Ziele der Aktion ausdrücklich“, sagt Adeel Ahmed vom Vorstand der Taxizentrale Heilbronn. „Als Teil der Branche setzen auch wir uns für faire Wettbewerbsbedingungen und eine klare, einheitliche Regulierung ein – insbesondere im Hinblick auf Plattform-Mietwagenunternehmen wie Uber oder Bolt.“
Es sei essenziell, dass für alle Marktteilnehmer die gleichen Regeln gelten. „Mindestpreise im Mietwagengewerbe wären ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und Gerechtigkeit, für Fahrgäste wie für Unternehmer.“ Unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen sorgen nicht nur für Verunsicherung, so Ahmed weiter, sondern verzerren auch den Wettbewerb erheblich.
Taxizentrale Heilbronn beschäftigt einige Themen
Hinzu komme die allgemeine wirtschaftliche Lage, so Adeel Ahmed. „Die gestiegenen Kosten in allen Bereichen machen es zunehmend schwieriger, den Taxibetrieb wirtschaftlich aufrechtzuerhalten.“
In Heilbronn erschwere darüber hinaus die örtliche Verkehrs- und Standortpolitik deren tägliche Arbeit. „An wichtigen Standorten mit hoher Fahrgastfrequenz – wie am Bahnhof, der Harmonie-Konzernhalle, am Marktplatz oder vor Krankenhäusern – sind Taxis kaum sichtbar. Taxistände liegen oft versteckt oder weit entfernt vom tatsächlichen Bedarf.“ Das führe nicht nur zu wirtschaftlichen Nachteilen, sondern auch zu einem negativen Eindruck bei Fahrgästen und Besuchern der Stadt.
„Trotz dieser Herausforderungen verstehen wir uns weiterhin als wichtige Säule des öffentlichen Nahverkehrs in Heilbronn und wünschen uns, dass dies auch auf politischer Ebene stärker anerkannt und unterstützt wird.“
Taxi-Gewerbe unter Druck: In ganz Deutschland sind Autokorsos geplant
In Bonn beteiligen sich rund 250 Fahrzeuge an einem Autokorso unter dem Motto „Nationaler Aktionstag Taxi – Mindestpreise für alle“. Auch in Berlin protestiert das Gewerbe mit etwa 1200 Fahrzeugen vor dem Brandenburger Tor. In Hannover findet ein Korso mit bis zu 300 Fahrzeugen statt.
Weitere Aktionen gibt es unter anderem in Stuttgart, Frankfurt, Mainz, Darmstadt, Dortmund, Bochum, Duisburg, Düsseldorf, Köln und Bonn.
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