Weniger Alkohol durch „Kontrolliertes Trinken“? Suchtberatung Heilbronn mit Angebot
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Wer sich vornimmt, weniger Alkohol als bisher zu trinken, findet bei der Suchtberatungsstelle in Heilbronn Unterstützung. Ein Angebot richtet sich an jedermann.
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„Ich trinke zu viel.“ Oder: „Ich will weniger trinken.“ Wer diese Gedanken hat, findet Unterstützung bei Katharina Herrmann (36) und Silke Hecker (48) von der Suchtberatung in Heilbronn. Herrmann ist Erziehungswissenschaftlerin, Hecker Diplom-Sozialpädagogin. Beide begleiten Männer und Frauen aus der Region Heilbronn und Hohenlohe, die aus unterschiedlichen Gründen etwas an ihrem Trinkverhalten ändern möchten.
Weniger Alkohol: Programm „Kontrolliertes Trinken“ in Heilbronn
Einige wollen weniger oder gar nichts mehr trinken. Andere haben das Ziel, den Alkoholkonsum auf einem bestehenden Level zu halten. „Kontrolliertes Trinken“ heißt das zertifizierte Programm. Es sei eine intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Alkoholkonsum – „das muss man wollen“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Herrmann.
Alkohol gilt als das am weitesten verbreitete legale Suchtmittel. Im sogenannten Dry January verzichten Menschen einen Monat lang auf Alkohol. Andere nehmen sich vor, wenn die Prunksitzungen und Straßenumzüge etwa in Bad Friedrichshall, Bad Wimpfen oder Erlenbach-Binswangen vorbei sind, von Aschermittwoch bis Ostern die Finger von Bier, Wein und Schnaps zu lassen. Manche werden es nicht schaffen. Das Nein zum gewohnten Weizen und Trollinger zum Feierabend oder in geselliger Runde stellt sie – nicht nur in der Fastenzeit – vor eine echte Herausforderung.
Mancher will seinen Alkoholkonsum einschränken oder eine Zeit lang gar nichts trinken und hält das nicht durch.
Foto: Alexander Heinl
„Kontrolliertes Trinken“: Programm bei Suchtberatung in Heilbronn
Die Vorhaben der Programm-Teilnehmer sind völlig unterschiedlich und individuell, berichten Herrmann und Hecker. Genauso persönlich ist der Plan, mit dem die gesteckten Ziele erreicht werden sollen. Der eine trinkt jeden Abend fünf Gläser Wein und will den Konsum auf drei Gläser drücken. Andere wollen ganze Tage in der Woche abstinent sein. Wieder andere sagen sich, ich will nicht jedes Wochenende total abstürzen.Das Trainingsprogramm geht weg vom Ansatz, völlig abstinent zu leben. Gerade der Gedanke, bis an sein Lebensende absolut nichts mehr zu trinken, schreckt einige Menschen ab. „Wer hält das schon durch?“, mag sich mancher fragen.
Silke Hecker und Katharina Herrmann arbeiten in der Suchtberatungsstelle des Vereins Mevesta an der Kaiserstraße in Heilbronn nicht nur mit Menschen mit Drogenproblemen. Das Trainingsprogramm eignet sich für jeden, der seinen Alkoholkonsum einschränken will – vom Jugendlichen und der Frau mittleren Alters bis hin zum Senior. Denn kaum etwas ist schwerer als das Ändern von Gewohnheiten.
Kontakt zur Beratungsstelle Heilbronn
Seit einigen Jahren bietet die Heilbronner Mevesta-Beratungsstelle das Programm „Kontrolliertes Trinken“ an. Es wurde von Dr. Joachim Körkel mit Unterstützung der GK Quest Akademie entwickelt. Körkel ist Diplom-Psychologe, Verhaltens- und Gestalttherapeut sowie Professor für Psychologie an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Das Programm umfasst unter anderem zehn Sitzungen, dazu gibt es ein Handbuch. Kontakt zur Beratung unter der E-Mail-Adresse jugend-suchtberatung@mevesta.de. Die Beratungsstelle begleitet nicht nur Jugendliche, sondern auch junge Erwachsene und ältere Menschen.
Was die Teilnehmer beim Programm „Kontrolliertes Trinken“ in Heilbronn erwartet
Kontrolliertes Trinken startet mit einer umfangreichen Bestandsaufnahme. Die Teilnehmer führen Tagebuch. Sie erfassen Datum, Uhrzeit und Alkoholmenge. Sie schreiben auf, was der Auslöser oder Anlass für den Alkoholkonsum war und mit wem sie getrunken haben.
„Wir besprechen mit dem Klienten sehr detailliert, was in der Woche war“, sagt Silke Hecker. Ist es die Belastung im Job? Wovon möchte die Person entspannen? Ist es einfach nur Gewohnheit? Ein Mal in der Woche kommt der Teilnehmer in die Beratungsstelle und der Plan für die nächste Woche wird besprochen, erklärt Katharina Herrmann das Vorgehen. Die Beraterinnen geben nichts vor. Es gehe außerdem nie um eine Bewertung des Alkoholkonsums, sondern ausschließlich um die Zufriedenheit des Klienten.
Heilbronner Suchtberaterinnen: Ziele der Teilnehmer sind ganz individuell
Es gebe nicht den einen und einzigen Grund, warum jemand nach eigener Wahrnehmung zu viel trinkt, sagen die Suchtberaterinnen. Manchmal sei es zu Beginn Spaß, dann stelle man fest, das Weizen oder Viertele hilft beim Entspannen. Das Angebot des kontrollierten Trinkens ist niederschwellig gehalten. Ist sich jemand unsicher, ob das Programm etwas für ihn ist, kann er sich für ein Vorgespräch melden und dann entscheiden, sagen Hecker und Herrmann.
So spezifisch die Ziele jedes Einzelnen sind, so unterschiedlich fallen die Ergebnisse aus. Es gibt jene, die die Menge reduzieren oder ihr Level stabil halten. Andere sagen, sie gehen in eine Reha. Was die Teilnehmer eint: Jeder ist für sich an dem Punkt, an dem er sich die Frage stellt, ob der eigene Konsum noch passt. „Es ist eher die eigene Unzufriedenheit, die zu dem Wunsch führt, etwas zu verändern“, sagt Herrmann. Hecker ergänzt: Das eigene Verhalten werde auch mit Blick auf die Gesundheit hinterfragt. Oder es sei Thema in der Partnerschaft.
Das finde ich eine super Sache. So kann die sehr große Hemmschwelle überwunden werden, und die ersten Schritte fallen viel leichter. Auf diese Weise werden die Menschen aus der Ecke herausgeholt. Auch für die Partner/innen bedeutet das eine große Unterstützung.
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Kommentare
Rolf Koschecknick am 27.02.2025 07:57 Uhr
Das finde ich eine super Sache. So kann die sehr große Hemmschwelle überwunden werden, und die ersten Schritte fallen viel leichter. Auf diese Weise werden die Menschen aus der Ecke herausgeholt. Auch für die Partner/innen bedeutet das eine große Unterstützung.