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Stuttgart oder Heilbronn: Wer das Seilbahn-Rennen macht, ist zweitrangig

  
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Stuttgart könnte Heilbronn als Seilbahn-Pionier den Rang ablaufen. Geschenkt. Wer der erste ist, spielt keine Rolle. Aber mehr Offenheit in der Debatte würde Heilbronn gut tun, meint unser Autor. 

Die Darstellung zeigt eine Seilbahn über dem neuen Bildungscampus West in Heilbronn.
Die Darstellung zeigt eine Seilbahn über dem neuen Bildungscampus West in Heilbronn.  Foto: Schwarz

Absurd, Wahnsinn, Schnapsidee: Kommentatoren in sozialen Medien sind gewohnt ungnädig, wenn es um die Heilbronner Pläne geht, den KI-Park Ipai mit einer Seilbahn an die City anzubinden. Grundsätzlich scheint die Idee in der Bürgerschaft nicht recht zu zünden. Niemand muss in Begeisterungsstürme ausbrechen. Aber ein wenig mehr Offenheit würde manchen Heilbronnern hier gut tun. 

Dass die Seilbahn kein lokales Hirngespinst ist, zeigt sich immer deutlicher. Deutschland hinkt in diesem Punkt – wie in so vielen – den Nachbarländern mittlerweile hinterher. In Frankreich sind Gondeln in mehreren Städten Teil des Nahverkehrssystems, zuletzt sorgte die Eröffnung der neuen Linie bei Paris für internationale Schlagzeilen. 

Seilbahn-Debatte: Jeder Fall ist anders

Jetzt steigt Stuttgart in das Rennen ein, vielleicht entsteht dort die erste urbane Seilbahn in Deutschland und nicht in Heilbronn. Das Wettrennen interessiert nur am Rande. Wichtig wäre, Seilbahnen als das zu diskutieren, was sie sind. Kein Teufelszeug, keine Patentrezept, sondern eine innovative Verkehrslösung, die in ganz bestimmten Umfeldern eine hervorragende Option sein kann, von A nach B zu kommen. Jeder Fall ist anders, es kommt immer auf die konkrete Situation vor Ort an. 

Heilbronn ist weder Paris noch Stuttgart. In der Landeshauptstadt geht es darum, ein Krankenhaus über eine kurze Strecke an einen Verkehrsknoten anzubinden. Dass eine Seilbahn hier taugt, leuchtet unmittelbar ein. Auch das Heilbronner Projekt klingt reizvoll, einige Fragen sind noch zu klären.  Vielleicht hat Baden-Württemberg ja demnächst zwei urbane Seilbahnen. Für das selbsternannte „Land der Tüftler“ wäre das keine schlechte Visitenkarte. 




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