Bayerischer Döner und gefüllte Ananas: Street-Food-Festival in Heilbronn begeistert
Im Wertwiesenpark in Heilbronn gibt es drei Tage lang Gourmetküche beim Street-Food-Festival. Neben Neuheiten finden Stammgäste auch liebgewonnene asiatische oder südeuropäische Spezialitäten vor.

Döner geht immer. Auch auf dem Street-Food-Festival, das viele kulinarische Entdeckungen verspricht? Je nachdem, was für einer. Seit Freitag und noch bis Sonntag, 21 Uhr, bilden die Food-Trucks des Fests im Wertwiesenpark eine Art Wagenburg um Bierbankgarnituren, die zum Verweilen einladen.
Natürlich bezahlt hier niemand Eintritt für eine lukullische Weltreise, die Traveller vor die Qual der Wahl zwischen 130 Speisen aus 15 Ländern auf vier Kontinenten stellt, um sich dann einen Standard-Kebab zu genehmigen, den er für wenig mehr als den Eintrittspreis von 3,50 Euro (für alle drei Tage) an einer Imbissbude in der Innenstadt erwerben kann.
Street-Food-Festival in Heilbronn – bayerischer Döner als "einzigartige Speise"
Verlockte beim ersten Heilbronner Street-Food-Festival im Juli 2015 ein Schokoladendöner zum Naschen, setzen die Veranstalter Hamann and friends in der aktuellen Auflage des gut etablierten Eventformats auf eine bodenständige Version des Röstfleischs vom Spieß. Leonie Jegglin, die Organisationschefin, wirbt für den "Bayerischen Dönaa" als "eine einzigartige Speise".
"Diesmal haben wir allerdings nur Hähnchenfleisch dabei", sagt Manuela Bauer am familieneigenen Snack-Wagen. Das angekündigte Kasseler und Leberkäse-Brät sei nicht so gut angekommen, deswegen. Dennoch schmecke das Angebot der Dinkelsbühler "ganz anders als normaler Döner". Denn das Fleisch kommt in ein dunkles Laugenbrötchen - zusammen mit Weißkraut, Essiggurke, Zwiebeln und vor allem mit einer hausgemachten Soße. Je nachdem, ob man den Bayerischen oder den Almhütten-Dönaa bevorzugt, die Honig-Senf- oder die Meerrettich-Sahne-Knoblauch-Soße.
Philippinische Küche aus Obereisesheim im Heilbronner Wertwiesenpark
"Ich brauch das nicht", sagt Rainer aus Sontheim zum Döner-Angebot. "Wenn ich auf so einem Festival bin, dann möchte ich was anderes ausprobieren." Der 42-Jährige - "ich esse gerne und gut" - deutet auf Lola's Lumpia, den Stand mit den philippinischen Spezialitäten: "Hier schmeckt's am besten." Sogar sein kleiner Sohn (1) habe drei Frühlingsrollen verspeist. Tochter Lea (12) gesteht, dass sie Kartoffelspiralen von "Alles Kartoffel" bevorzugt hat.
Gleichzeitig freut sich Benjamin Rauser sichtlich über "Leute, die sich auf uns freuen und Freitag, Samstag und Sonntag bei uns essen." Der Obereisesheimer betreibt Lola's mit seiner Schwester und Freunden. Am Herd steht seine philippinische Mutter, deren vielgelobte Kochkünste die Familie zum Betreiben des Stands angeregt haben.
Besucher erwarten neue Spezialitäten beim Street-Food-Festival in Heilbronn
Ziel der Street-Food-Festival-Macher war von Anfang an, den Gästen etwas Besonderes, nicht Alltägliches zu bieten. Auch wenn das, gibt Organisationschefin Leonie Jegglein zu, mit den Jahren schwieriger geworden sei, "versuchen wir, einzigartig zu sein". Und sie verspricht: "Die Besucher erwarten viele neue Spezialitäten."
Vor Ort stellt sich dann heraus: Nicht wenige Stammgäste, die schon am Eröffnungsabend trotz noch unsicherer Wetterlage strömen, haben ihre Vorlieben und wollen nur das Eine. Etwa Stefan Gehrig und seine Frau die "Sardinhas fritas" der Portugiesin Catarina Barroca aus dem Hunsrück: "Wir sind Fans von dem Stand". Schon bei vier Street-Food-Festivals hat ihn das Paar gezielt aufgesucht, um die gebratenen Sardinen oder auch kleine Tintenfische zu bestellen.
Experimentierfreudige Esser im Wertwiesenpark unterwegs
"Wer's schon mal gegessen hat, kommt immer wieder", diese Erfahrung hat auch Marion Stanschus mit den gefüllten Ananas gemacht. "Die sind unser Eyecatcher", erklärt ihr Mann Reinhard: Längs schneiden die Neckarsulmer Schützenhaus-Betreiber die Frucht auf, höhlen sie aus und füllen sie wieder mit in Kokosmilch gekochtem Reis, etwas Mango, Paprika und natürlich Ananasfleisch. "Das ist ein veganes Produkt", Reinhard Stanschus zwinkert mit den Augen: "Für die, denen es zu langweilig ist, gibt es Hähnchenspieße dazu."
Experimentierfreudig sind Iwet und Kolja unterwegs: "Ich esse gerne", sagt die 24-Jährige, bevor sie in die indische Samosa-Teigtasche beißt. "Schmeckt super", lautet das Urteil, obwohl sie eigentlich keine Kichererbsen mag. Kolja zieht's mehr an den Stand nebenan: "Die Büffel-Burger sehen lecker aus." Die beiden freuen sich, seit Kurzem in der Nähe des Wertwiesenparks zu wohnen. Am Sonntag wollen sie wiederkommen: "Dann schlemmen wir richtig."
Kinder-Attraktionen wie ein Karussell oder eine Hüpfburg
Ein Dessert wollen sie aber noch probieren. Vielleicht wird's ja ein "Galaxy". Das Spektakel, Patrick Wydrzynski beim Zubereiten seiner Ice Cream Rolls zuzugucken, ist die 6,50 Euro schon wert: "Da braucht man keinen Sport mehr", sagt der Student, der sich mit dem Eiswagen sein Studium finanziert. Da es nicht nur Kraft, sondern auch Zeit braucht, Früchte und Zutaten wie etwa Cookies live klein zu hacken, dann mit der gefrorenen Mischung aus Milch, Sahne und Kondensmilch zu verkneten, die Masse erst aus- und dann kunstvoll aufzurollen, unterstützt ihn sein Vater am Stand.
Neben dem eigentlichen Festplatz locken Kinder-Attraktionen wie ein Karussell oder eine Hüpfburg die jüngsten Besucher auf die Wiese vor der Muschel, wo ihre Eltern auf Liegestühlen chillen können. Auf der Bühne selbst bietet ein Böckinger Studio erstmals Beratung zu Piercings und (Henna-)Tattoos an.
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