Blick in die Sterne: Warum sich ein Sternwartenbesuch im Winter besonders lohnt
Sternwarten in Heilbronn und Weikersheim ermöglichen faszinierende Blicke in den klaren Nachthimmel. Besonders im Winter sind besondere astronomische Phänomene zu erspähen.
Zugegeben: Die winterliche Kälte lockt gerade niemanden aus dem Haus. Doch für Liebhaber der Sterne, Monde und Planeten ist die kalte Jahreszeit ein echter Geheimtipp. Denn jetzt ist der Nachthimmel so klar wie sonst selten.
Sternwarten in und um Heilbronn: Von hier lohnt sich ein Blick in den Himmel
In der Region rund um Heilbronn gibt es mehrere Sternwarten, die einen Besuch lohnen. Hervorzuheben sind die Robert-Mayer-Volks- und Schul-Sternwarte Heilbronn auf dem Dach des gleichnamigen Gymnasiums, die Sternwarte auf dem Dach des Sciencecenter Experimenta und die Sternwarte der Astronomischen Vereinigung Weikersheim. In Künzelsau arbeitet der Förderverein „ESA-Astronaut Alexander Gerst Sternwarte“ am Aufbau einer eigenen Himmelsbeobachtungsstation.
Das sind die nächsten ausgewählten Termine zur Himmelsbeobachtung rund um Heilbronn
- Robert-Mayer-Sternwarte: „Der Mond“ am 28. Januar um 19 Uhr. „Planeten am Abendhimmel“ am 3. Februar um 19 Uhr. Telefon 07131 81299.
- Experimenta: Sternwarte während der Öffnungszeiten des Sciencecenters. Abendbesuche im Rahmen der Sky-Night. Nächster Termin am 15. Januar um 19 Uhr. Telefon 07131 887950.
- Observatorium Weikersheim: Am 3. Januar und 7. Februar, je um 19 Uhr. Telefon 07934 1365.
Mit welchem Kniff die Teleskope in Heilbronn und Weikersheim das Licht einfangen
Technisch sind die Sternwarten so gut ausgerüstet, dass selbst in der stark besiedelten Heilbronner Region faszinierende Himmelsbeobachtungen möglich sind. Die beiden Heilbronner Haupt-Teleskope sind baugleich und verfügen über 20-zöllige Spiegel mit etwa 50 Zentimetern Öffnung.

Das Weikersheimer Spiegelteleskop hat eine Öffnung von 46 Zentimetern. Die etwas geringere Zahl wird aber durch die abgeschiedene Lage auf dem etwa zwei Kilometer außerhalb des Ortes gelegenen Observatorium mehr als wettgemacht, bestätigt Rainer Zierlein, erster Vorsitzender des Betreibervereins. „Wir sind bekannt als das Hohenloher Fenster zum Weltall.“
Was der Nachthimmel aktuell bietet, ist ein recht guter Blick auf Mond, Saturn und Jupiter. Sehr gut zu erspähen sind auch das Sternbild Orion, die Plejaden sowie die Nachbargalaxie Andromeda.
Einem Hobby-Astronom gelang auf der RMG-Sternwarte in Heilbronn ein besonderer Coup
Die Robert-Mayer-Sternwarte hat 2024 mit dem CDK20 ein lichtstarkes Teleskop erworben, das an sich schon erstaunliche Einblicke ins Weltall ermöglicht. Wegen der relativ hohen Lichtverschmutzung Heilbronns hat der Betreiberverein einen optischen Filter angeschafft, erläutert der Geschäftsführer des Vereins Tobias Müller.

„Unserem Mitglied Andriy Melnykov gelang es sogar, den Pulsar im Krebsnebel mit unserem neuen, großen Halbmeter-Teleskop zu visualisieren“, berichtet Führungsleiter Alexander Kerste. Das sei „eine echte Neuheit“: Mit einer komplizierten Elektronik konnte so nicht nur der Rest eines im Jahr 1054 explodierten Sterns nachgewiesen werden, sondern auch seine rasche Rotation: Er dreht sich sehr schnell, was nun am Monitor gezeigt werden konnte – bislang war das eher großen Profi-Teleskopen vorbehalten. „Das im letzten Jahr eingeweihte neue Hauptteleskop der Robert-Mayer-Sternwarte wird also nicht nur für die Öffentlichkeitsarbeit genutzt“, schwärmt Kerste.
Deshalb können Sterne im Winter besonders gut beobachtet werden
Wenige hundert Meter westlich der Robert-Mayer-Sternwarte befindet sich auf dem Dach der Experimenta das Himmelsobservatorium des Sciencecenters. Jetzt durch das Teleskop zu blicken, hält der Teamleiter Sternwarte Stephan Fichtner für eine „definitiv gute Idee“.

Wenn es klirrend kalt ist, seien die meisten Wassermoleküle der Luft als Niederschlag auf den Boden gefallen, die Sicht nach oben also frei. Weil die Experimenta-Sternwarte sehr viel häufiger tagsüber als nachts besucht wird, hat sich das Team um Fichtner technisch auf Himmelsobjekte spezialisiert, die auch bei Licht zu entdecken sind. Der Winterhimmel ermögliche andere Perspektiven als der Himmel im Sommer.
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