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Bürgerbeteiligung

Digitaler Mängelmelder der Stadt Heilbronn: Bislang mehr als 9000 Beschwerden

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Schlaglöcher, Graffiti, kaputte Spielgeräte: Seit 2021 ermöglicht der Mängelmelder den Heilbronner Bürgern, Missstände unkompliziert und direkt ins Rathaus zu melden.


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Illegale Müllablagerungen, flackernde Straßenlaternen, kaputte Schaukeln auf einem Kinderspielplatz, ein verstopfter Ablaufschacht, Graffitis oder ein Schlagloch vor der Haustür - die Bandbreite der Schäden, die Heilbronner Bürger über den sogenannten Mängelmelder der Stadtverwaltung angeben, ist vielfältig und zuweilen komplex.

Das kommunale Anliegenmanagement gibt es seit 2021 in Heilbronn, war bis Anfang des Jahres im Büro des Oberbürgermeisters beheimatet und ist jetzt beim städtischen Betriebsamt angesiedelt. Federführend kümmert sich um die Bürgerbeschwerden mit viel Engagement Jessica Schönefeld. Ihr Bestreben ist es, "dass die Kritikpunkte schnellstmöglich abgearbeitet und beseitigt werden".

Digitaler Mängelmelder der Stadt Heilbronn: Bürger sind sehr mitteilungsfreudig

Seit Bestehen des Mängelmelders gingen ungefähr 9000 Meldungen bei der Verwaltung ein. Auf die einzelnen Jahre - 2021 bis 2024 - verteilt, ist die Anzahl der gemeldeten Ärgernisse weitgehend konstant. 2021 waren es 2282 Meldungen, ein Jahr später gingen 2034 Informationen über Missstände ein, 2023 waren es 2390 und im bald zu Ende gehenden Jahr sind es bisher 2350 Benachrichtigungen. Doppelmeldungen werden registriert.

"Viele Bürger sind sehr mitteilungsfreudig, andere wiederum sind äußerst wortkarg", hat Schönefeld festgestellt. Auch die Anonymität werde häufig gewählt. Die meisten Meldungen, etwa 30, gingen wegen des Wochenendes montags ein. An den anderen Tagen lägen die Benachrichtigungen bei rund 20 für ein bis zwei Tage. In der Regel beträgt die Bearbeitungsfrist zehn Tage.

Jessica Schönefeld ist beim Betriebsamt der Stadt Heilbronn verantwortlich für den Mängelmelder. Foto: Mario Berger
Jessica Schönefeld ist beim Betriebsamt der Stadt Heilbronn verantwortlich für den Mängelmelder. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Mit jeweils etwa 3600 Meldungen in den vier Jahren rangieren Beschwerden über Müll- und Verkehrsverstöße vor allem an Containerstandorten auf Platz 1 gefolgt von Reklamationen über defekte Beleuchtungen, die es auf eine Größenordnung von rund 1100 Bekanntmachungen bringen. Die bei den Mängeln "gefragtesten" Ämter sind die Entsorgungsbetriebe (Platz 3) , das Amt für Straßenwesen (Platz 2)  und das Betriebsamt (Platz 1). Am Rande tangiert sind das Liegenschaftsamt, das Ordnungsamt, das Planungs- und Baurechtsamt und das Gebäudemanagement. 

Altkleider in Heilbronn werden von neuer Firma entsorgt

Hatten die Beschwerden über vermüllte Altglas- und Altkleidercontainer Mitte des Jahres einen Höchststand erreicht, gingen die Beanstandungen in der zweiten Jahreshälfte deutlich zurück. Der Grund liegt für die 31 Jahre alte "Mängelmanagerin" auf der Hand: "Die Verwaltung hat mit der Sammlung und Verwertung von Altkleidern an den 190 Standorten die Top TEX Textilverwertungsgesellschaft mit Niederlassung in Sinsheim beauftragt. Sie löste nach drei Jahren die BreEnt GmbH aus Bremen ab." Eine Entscheidung, die sich bis dato positiv auswirkt.

Nach der Behebung des Mangels wird der Bürger darüber informiert. Zuvor hat er im System die Möglichkeit, die Weiterleitung an das zuständige Amt, die interne Beauftragung und die Beseitigung beziehungsweise Ablehnung mitzuverfolgen. Keine Berücksichtigung im Mängelmelder finden Falschparker-Verstöße: "Das sind so viele, dass wir nicht hinterherkommen. Da müssen sich Bürger an das Ordnungsamt wenden", klärt Jessica Schönefeld auf.

Heilbronner Mängelmelder soll noch effektiver werden

Um den Mängelmelder der Stadt Heilbronn noch effektiver zu machen, ist man beim Betriebsamt mit Ralph Böhringer an der Spitze gerade dabei, das System zu modifizieren. So soll es unter anderem eine neue Benutzeroberfläche geben, die Lokalisierung soll genauer werden, auf die Priorität soll mehr geachtet werden und die Künstliche Intelligenz soll bei Datenschutzverstößen helfen. "Der Mängelmelder 2.0 soll im kommenden Jahr im Einsatz sein", hofft Jessica Schönefeld auf eine zeitnahe Umsetzung.




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