Digitaler Mängelmelder stößt in Heilbronn auf großen Anklang
Die Stadt Heilbronn bietet ihren Bürgern einen neuen, digitalen Mängelmelder an. Mit App, Fotos und bunten Farben sollen zukünftig langanhaltende Ärgernisse vermieden werden. Die erste Resonanz ist positiv - Neckarsulm möchte nachziehen.

Seit Tagen steht illegal abgeladener Müll vor dem eigenen Grundstück? Die Laterne im ohnehin nur schwach beleuchteten Wohngebiet ist immer noch defekt? Und auf dem Weg zur Arbeit muss täglich ein gefährliches Schlagloch umfahren werden? Wenn es nach der Stadt Heilbronn geht, könnten solche lang anhaltenden Ärgernisse zukünftig der Vergangenheit angehören.
Denn seit einer Woche bietet die Stadt einen digitalen Mängelmelder an. "Damit sind wir ein gutes Stück bürgerfreundlicher und transparenter", sagt Oberbürgermeister Harry Mergel, und hofft, dadurch entsprechende Missstände schneller beheben lassen zu können.
Über die App "Mängelmelder" oder die Internetseite "heilbronn.maengelmelder.de" können Bürger die Stabsstelle "Stadtentwicklung und Zukunftsfragen" in wenigen Schritten auf Probleme oder Gefahren im öffentlichen Raum hinweisen.
In vier Schritten zur Mängelmeldung
Zunächst muss dazu das Anliegen auf einem digitalen Stadtplan oder mit einer konkreten Adresse lokalisiert werden. Im nächsten Schritt soll es dann einer Mängelkategorie zugeordnet werden. Sechs Stück, etwa "Straßen und Verkehr" oder "Müll und Abfall", stehen mit weiteren Unterkategorien hierfür zur Auswahl.
Im dritten Schritt muss der Mangel in einem Kurztext beschrieben werden, außerdem gibt es die Möglichkeit, eine Bilddatei hinzuzufügen. Diese Daten sind, im Gegensatz zu Namen und der eigenen E-Mail-Adresse, öffentlich einsehbar. Abschließend können alle Angaben überprüft und schließlich abgesendet werden. Abgearbeitet werde nach Eingang und Dringlichkeit, heißt es aus dem Rathaus zum Vorgehen.
Auf einer Übersichtskarte des Stadtgebietes kann über die App oder Internetseite jedes gemeldete Anliegen aufgerufen, kommentiert und dessen aktueller Status abgefragt werden. Eine rote, gelbe oder grüne Färbung zeigt dabei den Bearbeitungsfortschritt an.
Die Einordnung in bestimmte Kategorien soll dafür sorgen, dass das Problem möglichst schnell an die richtige Zuständigkeitsstelle, etwa das Tiefbauamt oder das Amt für Straßenwesen, weitergeleitet werden kann. "Hauptsächlich teilen Bürgerinnen und Bürger wilde Müllablagerungen und defekte Straßenlaternen mit", nennt Stadt-Pressesprecherin Suse Bucher-Pinell den Trend der ersten Woche.
Erste Nutzungszahlen belegen die Notwendigkeit des Angebotes
Auch in Eppingen können Bürger den Bauhof oder das Beschwerdemanagement auf Ärgernisse aufmerksam machen. Das ist über den städtischen Internetauftritt oder die "Service-App Eppingen" möglich, sagt Cathrin Leuze aus dem Bürgermeisteramt. Allein beim Beschwerdemanagement seien in diesem Jahr rund 90 Mitteilungen eingegangen: "Unsere Angebote werden regelmäßig genutzt, insbesondere die auf der Service-App."
Die Stadt Neckarsulm setzt ihrerseits auf eine ganze Reihe von Angeboten: Per Online-Formular oder mit einer E-Mail an die Stadtverwaltung, über Social Media, bei der Bürgersprechstunde im Rathaus oder der Aktion "OB vor Ort" mit Stadtchef Steffen Hertwig könne man auf Problemstellen im Stadtgebiet hinweisen. "Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie arbeitet die Stadt zudem an einem digitalen Mängelmelder", bestätigt Rathaussprecher Andreas Bracht.
Dass eine Notwendigkeit zu diesen Angeboten besteht, belegen in Heilbronn die Nutzungszahlen: 98 Beanstandungen gab es in der Käthchenstadt in der ersten Woche. Tendenz steigend.
Kurz nachdem der Heilbronner Mängelmelder online war, fanden sich vorige Woche Dienstag 22 Meldungen im System, vier davon galten bereits als gelöst. Am Freitagmittag lag die Zahl der Mängelmeldungen bei 54, am Mittwoch bei 98. Als behoben galten inzwischen 21. "Das ist ein sehr guter Start", urteilt Pressesprecherin Suse Bucher-Pinell über die ersten Nutzungszahlen von App und Internetauftritt. Wie zuvor können Mängel und Gefahren aber auch weiterhin beim städtischen Sauberkeitstelefon (07131/56-4040) oder beim Bürgertelefon (07131/56-4060) gemeldet werden.
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