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Böckingen kämpft um mehr Sauberkeit

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Das Ordnungsamt hat im Böckinger Bezirksbeirat über Kontrollen berichtet. 29 Müllsünder wurden bei einer mehrtägigen Überwachung der Viehweide erwischt. Außerdem geht es in dem Bericht des Polizeireviers um die Poserszene in Böckingen und häusliche Gewalt.

von Annika Heffter
Illegale Müllablagerungen an der Viehweide, aber auch an anderen Standorten, sind vielen Böckingern ein Dorn im Auge. 
Foto: Archiv/privat
Illegale Müllablagerungen an der Viehweide, aber auch an anderen Standorten, sind vielen Böckingern ein Dorn im Auge. Foto: Archiv/privat  Foto: privat

Schon seit längerer Zeit sorgt wild abgelagerter Müll, darunter große Gegenstände wie Möbel oder Kühlschränke, bei den Böckingern für Unmut. Ein besonders heiß diskutierter Standort: die Viehweide. "Das Müllproblem ist in Corona-Zeiten schlimmer denn je", sagt Michael Pfleger vom Heilbronner Ordnungsamt. Vor dem Böckinger Bezirksbeirat präsentiert er den diesjährigen Sachstandsbericht zu den Themen Schleichverkehr, Falschparken, Geschwindigkeitsverstöße und eben Müllverstößen im größten Stadtteil Heilbronns.

16 Tage Überwachung an der Viehweide

Zur Müllproblematik an der Viehweide, erklärt Pfleger, habe es einen 16-tägigen Einsatz gegeben, bei dem der Standort Tag und Nacht mit einem Zivilfahrzeug überwacht wurde. "29 Müllsünder wurden dabei erwischt", berichtet er. Die Bußgelder reichen je nach Größe und Menge des Unrats ins Drei- bis Vierstellige.

Viele Bezirksbeiräte berichten, sie bekämen Anfragen von Bürgern zu den illegalen Müllablagerungen. Besonders die Viehweide solle am besten rund um die Uhr überwacht werden. Dafür reiche das Personal beim Ordnungsamt allerdings nicht aus, entgegnet Pfleger. Das Thema bleibe aber im Fokus.

Trinkertreff, Schleichverkehr und Falschparker

Ansonsten, so Pfleger, habe der Kommunale Ordnungsdienst im letzten Jahr 141 Einsätze am Container-Trinkertreff bei der Eisenbahnstraße gehabt. Dieser ist wegen Corona derzeit geschlossen. Eine Öffnung des Containers könne jetzt wieder geprüft werden. Beim Schleichverkehr über die Feldflur, berichtet Pfleger, seien besonders die Neipperger Straße, das Segelfluggelände, das Gewann Wolfsgraben und die Helmholtzstraße kritische Punkte. Falschparker gebe es besonders am Gesundbrunnen, in Alt-Böckingen und am Berufsschulzentrum. Im letzten Jahr hat es 5428 Verwarnungen wegen Falschparkens gegeben, 2020 könnten es hochgerechnet bis zu 7000 Falschparker werden.


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Warum weniger Wegwerfen so schwierig ist


Geschwindigkeitsüberschreitungen werden in Böckingen sowohl mobil als auch stationär, zum Beispiel an der Großgartacher Straße, gemessen. Problemzonen gebe es auch hier, zum Beispiel Im Haselter, wo die Beanstandungsquote mehr als 20 Prozent betrage. Hier soll mehr kontrolliert werden, da in der 30-er Zone zum Teil Geschwindigkeiten von bis zu 87 Stundenkilometer gemessen würden.

Aufklärungsquote von Straftaten in Böckingen steigt

Der Sachstandsbericht des Böckinger Polizeipräsidiums ist ebenfalls umfangreich. 1890 Straftaten hat es in dem Stadtteil im Vorjahr gegeben. Bis auf 2018, als es nur 1425 Straftaten waren, liege die Zahl im Durchschnitt, erklärt Polizeirevierleiter Joachim Ebel. Die Aufklärungsquote von Straftaten aber steigt und lag 2019 bei fast 63 Prozent. Im Vergleich: 2018 war sie bei etwa 60 Prozent. "Das ist ein sehr guter Wert", sagt Ebel. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle ist mit 1765 im Jahr 2019 ungefähr genauso hoch wie die Jahre zuvor.

Wohnungseinbrüche habe es 2018 und 2019 je acht gegeben. "Die Zahl der Einbrüche stagniert also auf einem niedrigen Niveau", erklärt Ebel. Vor ein paar Jahren war diese Zahl mit 56 Einbrüchen vergleichsweise noch sehr hoch.

Poserszene kritisches Thema

Für viele Bezirksbeiräte ist die Poserszene in Böckingen ein kritisches Thema. Ebel erklärt, es habe schon ein paar groß angelegte Kontrollen gegeben, um zu verhindern, dass sich die Szene, die sich überregional vernetzt, mit illegalen Autorennen in Heilbronn verfestigt. "Sie zu verjagen ist schwierig, es ist wie ein Katz-und-Maus-Spiel", berichtet der Polizeirevierleiter.

Ebel verweist auch darauf, dass im letzten Jahr 18 der 60 Böckinger Polizeibeamten im Dienst verletzt wurden und zeitweise dienstunfähig waren. Allgemein sei die zunehmende Gewalt gegen Blaulichtorgane besorgniserregend.

Häusliche Gewalt

Einen neuen Schwerpunkt legt das Polizeirevier Böckingen auf die Bekämpfung von häuslicher Gewalt. 2019 gab es 33 Einsätze der Polizei, bei denen 15 Wohnungsverweise an Tatverdächtige ausgesprochen wurden. Es sei eine Zunahme von häuslicher Gewalt zu verzeichnen, sagt der Böckinger Polizeirevierleiter Joachim Ebel. Außerdem könnten die Folgen von häuslicher Gewalt extrem sein und reichten bis zum Tod der Opfer.

Künftig werde das Problem von der Polizei noch intensiver angegangen und ein besonderes Augenmerk auf Weiterbildung und Protokollierung, zum Beispiel bei der Gefährderansprache, gelegt.

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