Stadtsiedlung präsentiert neue Lösungen für bezahlbaren Wohnraum und energetische Sanierungen
Größter Vermieter der Stadt hat seine Strategie 2030 vorgestellt: Welchen Vorteil standardisierte Würfelgebäude haben, und was hinter den vorgefertigten Fassaden steckt.

Das Thema Wohnen bewegt die Menschen überall in der Republik. Da bildet Heilbronn keine Ausnahme. Ebenso wenig hinsichtlich der sattsam bekannten Probleme in wachsenden Städten. Der Wohnraum ist knapp, die Nachfrage hoch. Daher ist die strategische Ausrichtung der Stadtsiedlung als größtem Vermieter in Heilbronn mit rund 4300 Wohnungen im Bestand von großer Bedeutung. Was wird also gebraucht in den nächsten Jahren bis 2030 und was wird gebaut?
Die ersten drei Stadtbausteine entstehen bis Ende 2026 in Sontheim
Bei der Jahres-Pressekonferenz am Montag (9. März) nennt Stadtsiedlungs-Geschäftsführer Dominik Buchta zwei zentrale Lösungen, um einerseits weiterhin bezahlbaren Wohnraum in der Stadt zu schaffen und andererseits den Wohnungsbestand klimafreundlich, sprich energieeffizient zu verbessern.
„Die modulare serielle Bauweise ist für uns eine überzeugende Antwort auf die Frage, wie wir im Neubau schnell bezahlbaren Wohnraum für Menschen mit mittlerem und kleinem Einkommen bereitstellen können“, sagt Buchta. Was damit gemeint ist, lässt sich bald in der Sontheimer Straße sehen. Dort entstehen seit Februar die ersten drei Würfelgebäude, die so genannten „Stadtbausteine“.

Diese Wohnmodule werden industriell vorgefertigt und anschließend in kürzester Zeit auf der Baustelle montiert. In gerade einmal vier Wochen steht das Haus in nachhaltiger Holzbauweise mit sechs Wohnungen. Das senkt die Kosten und die Belastung durch Baulärm für die Anwohner. Bereits im Dezember dieses Jahres soll das Projekt in der Sontheimer Straße abgeschlossen sein.
42 Wohnungen an drei Standorten sind in Heilbronn in einem ersten Schritt geplant. Weitere Nachverdichtungen wird es in Neckargartach in der Sachsenäckerstraße sowie im Unteren Industriegebiet in der Christophstraße geben.
Trotz neuer Fassaden ist kein Auszug der Bewohner nötig
Dort wird auch der Lösungsansatz für eine klimafreundliche Modernisierung ausprobiert, ebenfalls in einer seriellen Bauweise. Sechs Gebäude mit insgesamt 36 Wohnungen bekommen vorgefertigte Fassadenelemente mit Dämmung, neuen Fenstern und sogar Balkonen. Die Mieterinnen und Mieter können während der Arbeiten in ihren Wohnungen bleiben. „Mit der seriellen Sanierung in der Christophstraße gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung klimaneutraler Gebäudebestand und sammeln gleichzeitig wichtige Erfahrungen für zukünftige Modernisierungsprojekte“, sagt Buchta.
Aktuell werden neun von zehn Wohnungen im Bestand der Stadtsiedlung mit Gas beheizt. Für die Zukunft setzt Buchta auf Fernwärme und einer Kombination aus Wärmepumpe mit Photovoltaik. Wasserstoff bezeichnete der Stadtsiedlungs-Chef als den „Champagner unter den Energieträgern“, an die große Zukunft von „grünem Gas“ glaubt er ebenfalls nicht. Die kürzlich von der Bundesregierung beschlossene Nivellierung des Gebäudeenergiegesetzes (landläufig als Heizungsgesetz bekannt) hat keinen Einfluss auf die Pläne der Stadtsiedlung. „Wir bekommen etwas mehr Zeit für die energetische Optimierung, aber ich würde mir in erster Linie einfach verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik wünschen“, macht Buchta deutlich.
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