Bei den acht von der Stadtsiedlung bestellten, seriell gefertigten Wohnhäusern liegen die Kosten bei jeweils 815.000 Euro. Bei fünf Drei-Zimmer-Wohnungen mit knapp 52 Quadratmetern und einer Ein-Zimmer-Wohnung mit 36 Quadratmetern Wohnfläche liegt der Preis pro Quadratmeter demnach bei rund 2800 Euro. Die Förderquote liegt laut Geschäftsführer Dominik Buchta bei 100 Prozent. Damit könnte der Mietpreis zwischen 8,70 Euro und 9,10 Euro pro Quadratmeter liegen, so Buchta.
Heilbronn überweist zweistellige Millionenbeträge an Tochterunternehmen
Um ihre Tochterunternehmen mit mehr Eigenkapital zu stärken, greift die Stadt Heilbronn tief in die Tasche. Der Gemeinderat genehmigt zweistellige Millionenbeträge für die Stadtsiedlung und die Stadtwerke.

Die Abstimmungen im Gemeinderat fiel jeweils einstimmig aus. Demnach stattet die Stadt Heilbronn Stadtsiedlung und Stadtwerke mit höherem Eigenkapital aus. Während die Stadtsiedlung 13 Millionen Euro erhält, fließen zehn Millionen Euro an die Stadtwerke. Damit sollen die beiden Unternehmen am Markt gestärkt werden.
Die Baubranche steckt nach wie vor in einer Krise. Zu den hohen Grundstücks- und Baukostenpreisen erschwert die ungünstige Zinslage wirtschaftliches Bauen. Bezahlbarer Wohnraum ist nur schwer realisierbar. Um weiter erfolgreich wirtschaften zu können, stockt die Stadt Heilbronn das Eigenkapital der städtischen Wohnbaugesellschaft jetzt um 13 Millionen Euro auf.
Hintergrund ist eine Anfrage der SPD-Fraktion, in welcher Höhe eine Erhöhung des Eigenkapitals nötig wäre, um das Unternehmen in die Lage zu versetzen, das „beim Wohnbau aktuell bestehende Delta von 170 Wohnungen zu schließen“, erklärt die Stadtverwaltung. Ihr strategisches Fünf-Jahres-Ziel, bis 2025 im Bestand 4500 Wohneinheiten zu haben, hat die Stadtsiedlung nicht ganz erreicht. In seiner jüngsten Aufsichtsratssitzung hat das Unternehmen den Beschluss zum Bau von 100 neuen Wohnungen gefasst.
Aktionsprogramm der Stadtsiedlung hat serielles Bauen im Fokus
Die Wohnbaugesellschaft stellte in der Folge verschiedene Lösungsansätze vor. In den Beratungen für den Doppelhaushalt 2025/26 hat der Gemeinderat 13 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die jetzt ausbezahlt werden. Im Fokus steht das Aktionsprogramm „serielles Bauen“. Bereits im Frühjahr hat die Stadtsiedlung mit der Stadt Stuttgart eine Einkaufsgemeinschaft bekanntgegeben und setzt dabei auf modulares Bauen. Acht seriell gefertigte Wohnhäuser hat die kommunale Wohnbaugesellschaft für jeweils rund 815.000 Euro bei der Magdeburger Nokera AG bestellt. Damit will die Stadtsiedlung schnell und effektiv Wohnraum schaffen, der bezahlbar ist.
Das Jahr 2024 hat die Stadtsiedlung mit einem Bilanzgewinn von rund 7,3 Millionen Euro abgeschlossen. Für den Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzenden Harry Mergel bleibt das Tochterunternehmen trotz schwieriger Rahmenbedingungen in der Bauwirtschaft „auf einem guten Kurs“.
Stadtsiedlung erzielt mit Bilanzgewinn von 7,3 Millionen Euro Rekordergebnis
„Das gute Ergebnis im Jahr 2024 hilft uns nun sehr dabei, unserem Kernauftrag, der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, weiterhin gut und in erforderlichem Maß gerecht werden zu können“, erklärt der Geschäftsführer, Dominik Buchta. Dankbar äußerte sich Buchta für die bewilligte Eigenkapitalausstattung durch den Gesellschafter.
„Beim Thema zeitgemäßes Bauen denkt man an die Stadtsiedlung“, sagte CDU-Stadtrat Thomas Aurich in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Bauen, bauen, bauen ist angesagt“, so AfD-Stadtrat Claus Schweitzer. Marianne Kugler-Wendt (SPD) erwartet mit der Kapitalerhöhung weitere Aktivitäten. Für Nico Weinmann (FDP) ist die Wohnungsfrage elementar. „Auch wenn es die Stadtsiedlung alleine nicht packen kann.“ Für Malte Höch (Unabhängige für Heilbronn) steht die Stadtsiedlung für Bauen mit Verstand: „Sie planen gut und vorausschauend.“
Stadtwerke investieren in den Ausbau des ÖPNV

Weitere zehn Millionen Euro bezahlt die Stadt Heilbronn an die Stadtwerke aus. Wichtige Investitionen in die Zukunft sind laut Verwaltung unter anderem die Anschaffung neuer Busse sowie der Bau eines Betriebshofs für Elektrobusse. Die Stadtwerke investieren außerdem weiter in die Wasserversorgung.
Weitere 6,5 Millionen Euro bewilligte der Gemeinderat als Ausgleich für den prognostizierten Verlust der Stadtwerke für das Jahr 2025. Fällt das Defizit geringer aus, wird die Summe auf die tatsächliche Verlusthöhe begrenzt.

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