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Zweite Lokaltour Spezial: Die Sorgen in der Nordstadt

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Spannende 105 Minuten erleben mehr als 50 Bürger bei der Lokaltour Spezial der Heilbronner Stimme in der Nordstadt. Aktuelle Aufregerthemen kommen zur Sprache.

Von Joachim Friedl
HSt-Chefredakteur Uwe Ralf Heer im Gespräch mit Bürgern. Foto: Seidel
HSt-Chefredakteur Uwe Ralf Heer im Gespräch mit Bürgern. Foto: Seidel

Bei einer inhaltlich starken und teilweise kontroversen Diskussion mit HSt-Chefredakteur Uwe Ralf Heer werden am Dienstagabend im Kaffee- und Teehaus Hagen Themen von aktuell großer Relevanz wie Sicherheit, Einzelhandel, Verkehr und Attraktivität von Heilbronn angesprochen.

Kein Blatt vor den Mund nimmt Micaela Buchholz. Sie wohnt unweit der Johann-Jakob-Widmann- und Wilhelm-Maybach-Schule: „Hier wird gedealt, es wird Alkohol getrunken, wild gepinkelt und es werden Anwohner übel beschimpft. Die Zustände sind untragbar.“

Lärm und Drogen? 

„Die Dramatik ist mir so nicht bewusst. Dass offen gedealt wird, ist ein Unding“, reagiert umgehend Michael Schatz, Leiter der Johann-Jakob-Widmann-Schule. Der Oberstudiendirektor verspricht, aktiv zu werden. Zu den Lärmbelästigungen merkt Schatz an: „Da sind oft auch schulfremde Personen unterwegs.“ Gemeinsam mit der Verwaltung will er nach Lösungen zu suchen, „damit dem Treiben ein Riegel vorgeschoben wird“. Schatz weiß aber auch: „Das Problem wird nur verlagert.“

Weiterlesen: So verlief die Diskussion beim Lokaltour-Termin in der Südstadt

Beim Thema Drogen kommt im Kaffeehaus die Diskussion schnell zur Szene am Marktplatz, wo junge Flüchtlinge dealen. Lokaltour-Gäste fühlen sich unwohl, mache verängstigt. Der Polizei werfen sie vor, zu wenig zu tun. „Die Probleme kommen bei uns an“, sagt Rainer Hinderer, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion. Bei Straftaten sei die Polizei gefragt.

SPD-Stadträtin Anna Christ-Friedrich appelliert an die Bürger: „Ich will nichts beschönigen, aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen.“ Astrid Wagner aus der Nordstadt merkt an: „Ich fühle mich nicht unsicher, wie es manche hier darstellen. Wovor soll ich Angst haben?“ Beifall brandet auf.

Leerstand macht Sorgen

Im Handumdrehen kommt der Gedankenaustausch in der Innenstadt und dem Thema Leerstand an. „Das Wohlfühlgefühl ist am Boden“, hat der Unternehmer Tom Bucher ausgemacht. Heilbronn habe für Auswärtige nicht mehr viel zu bieten. „Leerstand ist nicht Heilbronn-spezifisch“, entgegnet die Unternehmerin Sibylle Mösse-Hagen. 

Ein Plädoyer für die Einführung von Bezirksbeiräten in der Kernstadt hält Willi Friedrich. Der frühere Chef des gleichnamigen Renault-Autohauses an der Neckarsulmer Straße: „In derartigen Gremien können Probleme besser besprochen werden.“ Die Schuld, dass es diese Kernstadt-Bezirksbeiräte nicht gibt, schiebt am Dienstagabend Rainer Hinderer der Verwaltung zu: „Sie sperrt sich.“ Willi Friedrichs Reaktion: „Dann muss der Gemeinderat eben aktiver werden.“ 

Gleisüberquerung am Sülmertor 

„Dringenden Handlungsbedarf“ sieht Rose Rueff am Sülmertor: „Scharen von jungen Leuten gehen hier verbotener Weise über die Bahngleise. Man sieht schon einen Trampelpfad. Wenn da was passiert.“ Die Polizei, sagt sie resignierend, komme nur ab und zu vorbei. Rose Rueff beschäftigt aber noch ein anderes Problem: „Wie komme ich vom Sülmertor mit dem Fahrrad zum K 3, ohne Verkehrsverstöße zu begehen. Das soll mir mal jemand von der Verwaltung zeigen.“

Gisela Brückner wohnt in der Christophstraße und ist gehbehindert. Sie beklagt am Rande der Lokaltour, dass sie ohne fremde Hilfe keine Stadtbusse nutzen kann: „Die Behindertenfreundlichkeit lässt immer noch zu wünschen übrig.“

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